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Lebbeus Woods verschrieb sich der Theorie.
New York/Wien - Der New Yorker Architekt Lebbeus Bigelow Woods hat einen der bekanntesten und beklemmendsten Räume der amerikanischen Filmgeschichte geschaffen. Gemeinsam mit dem Schweizer Surrealisten HR Giger entwarf er als so genannter "conceptual architect" die Filmkulissen zum Horror-Klassiker Alien 3. Am Dienstag ist der in Michigan geborene Architekt, Künstler und Theoretiker mit 72 in New York gestorben.
"Ein Architekt ist in meinen Augen ein Entwerfer des Lebens", sagte Woods einmal in einem Interview mit dem STANDARD. "Schmerz und Gewalt sind Teil des Lebens, insofern darf man diesen Aspekt nicht ausblenden." Mit diesen dunklen Seiten, insbesondere mit den formal-ästhetischen Gegebenheiten von Krieg, setzte er sich in seinen Zeichnungen auseinander. Eines seiner bekanntesten Werke ist die aus Anlass des Bosnischen Krieges 1993 entstandene Zeichnung Injection Parasite, Sarajevo, auf der ein Hochhaus von flugzeug- und turbinenartigen Metallobjekten durchbohrt wird.
"Das fiktive Bauen war für mich immer schon reizvoller als das reale Bauen, denn mit Ziegelstein und Beton komme ich meinen utopischen Träumen nicht nahe genug", so Woods. 1976 verschrieb er sich schließlich vollends dem Zeichnen und dem Schreiben. 1988 gründete er das Research Institute for Experimental Architecture.
Der Philosoph Karsten Harries bezeichnete Woods, der nicht davor zurückscheute, die Produzenten des Films 12 Monkeys erfolgreich wegen eines Plagiats zu klagen, als "Sohn des Daedalus". Woods: "Ich fliege mit meinen Ideen manchmal zu hoch. Eines Tages könnte ich abstürzen." (Wojciech Czaja, DER STANDARD, 31.10.2012)
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