Max Doe
Wird die G.O.P. sich aufgrund der demographischen Veränderungen in den nächsten Jahren nicht umfassend neu positionieren müssen, vor allem was die Themen Immigration und Abtreibung betrifft, bzw. wie realistisch erscheint es, dass Marco Rubio, der lateinamerikanische Wurzeln hat und den das Tea-Party Movement als "Kronprinzen" auserkoren zu haben scheint, 2016 auf einem republikanischen Ticket antritt und damit zugleich auf die Stimmen der Hispanic Community und er republikanischen Hardliner abzielt?
Peter Filzmaier
Ja, die GOP müsste das tun, weil ja auch die andere Variante "Ich muss die Wahlbeteiligung stark nach unten bringen!" (um durch zielgerichtete Mobilisierung der eigenen Anhänger mehr Chancen zu haben), demokratiepolitisch fast pervers wäre. Doch ich habe Zweifel, ob es zur Neuorientierung kommt, denn diese Notwendigkeit - die sie richtig argumentieren - gilt ja für die nationale Ebene, doch in vielen konservativen Staaten wirkt sich das noch nicht so aus. Dementsprechend sind dortige Akteure nicht dazu bereit. Wer etwa in Idaho für Abtreibung ist, sollte seine politische Karriere besser gleich beenden. Zu Rubio: Ja, er hat das Potential über die Grenzen der Tea Party hinauszuwirken, doch ob und wann er es abrufen kann - das ist offen. Vermutlich würde er den Spagat versuchen, als Person ohne Kursänderung der Partei neue Wählerschichten anzusprechen.