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Die Bundesregierung will das Pendlerpauschale in mehrerer Hinsicht reformieren: Einerseits soll der Betrag von den tatsächlich gefahrenen Kilometern abhängig gemacht werden, andererseits sollen auch Arbeitnehmer davon profitieren, die nicht genug verdienen, dass sie Einkommenssteuer bezahlen.
Aus einer steuerlichen Maßnahme zur Berücksichtigung von betriebsnotwendigen Ausgaben wird dadurch eine reine Pendlerbeihilfe.
Das klingt vernünftig, ist es aber nicht –zumindest nicht dann, wenn sich Bundesländer und Autofahrerclubs durchsetzen.
Denn wenn jedem Pendler für jeden gefahrenen Kilometer etwas gezahlt wird, dann steigt der Anreiz, auch mit dem eigenen Pkw weiter zu pendeln – also entweder einen Job weiter weg vom Wohnort zu nehmen oder aber fernab von möglichen Arbeitsplätzen zu wohnen. Und das fördert Umweltverschmutzung, Klimawandel und die Zersiedelung der Landschaft.
Stets wird behauptet, dass Autopendler keine Wahl haben als zu pendeln. Das trifft nur selten zu. Kurzfristig gibt es oft wirklich keine Alternative als das Auto zu nehmen, um den Arbeitsplatz zu erreichen.
Aber im Laufe eines Arbeitslebens hat man sehr wohl die Möglichkeit, sich seinen Wohnort auszusuchen. Wer fernab der Ballungszentren wohnt, tut das aus guten Gründen: weil es billiger ist, die Luft besser, die Menschen netter, die Kinder mehr Sicherheit haben.
Diese Vorteile werden gegen die Nachteile abgewogen, und heraus kommt dann eine Entscheidung, in der die Kosten des Pendelns mit eine Rolle spielen.
Wenn der Staat das Pendeln finanziell unterstützt, dann fördert er ein Verhalten, das dem Einzelnen auf Kosten der Allgemeinheit nützt.
Auch wenn die Details der Reform nicht feststehen, ist zu befürchten, dass der Staat am Ende regelmäßigen Autofahrern mehr Geld geben wird - und damit viele andere ökologische Maßnahmen konterkariert.
Akzeptabel wäre eine Reform nur dann, wenn, wie von den Grünen gefordert, die Verwendung öffentlicher Verkehrsmittel dem Autofahren zumindest gleichgestellt wird. Aber noch besser wäre es, nur die Öffis und gar nicht das Auto zu fördern und das ersparte Geld in den Ausbau der Streckennetze zu stecken.
Um Arbeitnehmern eine Chance zu geben, sich auf eine Zeit ohne Pkw-Förderung einzustellen, könnte man diese Reform zuerst ankündigen und dann schrittweise umsetzen. Aber stattdessen wird alle paar Jahre der Beitrag zur Pendlerförderung erhöht. Kein Wunder, dass immer mehr Menschen an Plätze ziehen, wo sie ohne Auto nicht leben können. Der Staat will es offenbar so. (Eric Frey, derStandard.at, 31.10.2012)
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Es ist der phöse, phöse Pendler. Frech stellt er seinen Umweltzerstörer auf "unserem" Parkplatz vor dem Haus ab. Durch die Erhöhung des Verkehrsaufkommens verhindert er uns Städtern das zügige, innerstädtische Vorwärtskommen. Ja, er nötigt den Städter dadurch sogar dazu, die Benützung der Öffis in selber Erwägung zu ziehen.
Und als Gipfel der Frechheit, lässt sich der Pendler die Arbeitsfahrt in seinem Radpanzer auch noch von der Allgemeinheit fördern.
All dies lässt nur einen Schluss zu: Der Pendler muss ausgerottet werden. Erst dann kann der Städter seine Umgebung, durch die Windschutzscheibe seines Fahrzeuges betrachtend, wieder geniessen.
Nein, nicht der Pendler ist der Böse.
Die falsche Strukturpolitik, die betriebswirtschaftliche statt volkswirtschaftliche Orientierung der Verkehrspolitik, Kirchturmföderalismus und Aufrechterhaltung absurder Bundesländerstruktur sind die Ursachen der Fehlentwicklung. Wien war bis 1923 die Hauptstadt von Niederösterreich, die Aufspaltung in 2 Bundesländer erfolgte auf Betreiben der Christlichsozialen, die ansonsten eine rote Mehrheit befürchteten.
Überhaupt das Arbeiten im anderen Bundesland ist ein großer Mist, wie das derzeit abrennt.
Wenn ich als Niederösterreicher in Wien arbeite, zahle ich Steuern die Niederösterreich zugute kommen, beziehe aber Krankenkasse und Infrastruktur aus Wien.
Same problem, wie deutsche StundenInnen auf Österreichs Unis.
Gerechteres (Steuer-)Transfersystem ist schon überfällig. Hätte kein Problem, dass ein Teil meiner Steuern nach Wien wandert, aber ein Teil muss schon in NÖ blieben, wie soll sonst Bildungs- und Sozialeinrichtungen finanziert werden.
Heinrich Elsigan: Anerkennung, dass Sie als betroffener Pendler die Sache realistisch und rational beurteilen. Ihre vernünftige Sichtweise teile ich. Die Bundesländertümelei gehört abgeschafft. Es geht halt wirklich nicht, dass Wien die Infrastruktur schafft, aber über den Bundesfinannzausgleich der Hauptteil der Steuerleistung der Pendler an die Wohnsitzgemeinde in NÖ und Bgld geht. Vor diesem Hintergrund ist auch die Parkpickerldiskussion zu sehen. Ist überhaupt der wirkliche Hauptaspekt und nicht die Parkplatzsituation.
also im Klartext schreibt Herr Frey: Der Mensch hat für den Job zu leben. Dafür hat er sich auch nötigenfalls auch damit abzufinden, in einer 25m² Wohnung zu schlafen, die Familie und Freunde nur dann zu sehen wenn es der Staat gnadenhalber erlaubt, in einer Gegend die ihm nicht gefällt.
Ja, genau so sieht die grün-faschistische Diktatur der Zukunft aus.
Ich komme selbst vom Land, und weis auch was das bedeuten würde, aber eigentlich müsste man diese Verkehrsförderung ersatzlos streichen. Da werden unter dem Vorwand benachteiligte Regionen zu fördern unterm Strich Häuslbauer im Grünen gefördert, die dann, no na mit dem Auto in die Stadt zur Arbeit fahren müssen, also genau das Gegenteil von dem was dringend notwendig ist.
unabhängig davon ist ob man mit dem Auto oder mit den Öffis fährt sehe ich das nicht. Es gibt ja noch andere Faktoren und trotz Pauschale sind die Kosten einer davon. Öffentlich ist zB. nun mal billiger als mit dem Auto (ja, auch wenn man nur Kraftstoff rechnet).
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