Militärbischof enthebt Generalvikar des Amtes

"Vertrauensverlust" im Zusammenhang mit der Verwaltung der Diözese

Wien - Militärbischof Christian Werner hat seinen Generalvikar Franz Fahrner des Amtes enthoben. Die Pressesprecherin des Bischofs, Nadja Rossmanith, begründete die Entscheidung laut "Kathpress" mit einem "Vertrauensverlust" zwischen Bischof und Generalvikar in Zusammenhang mit der Verwaltung der Diözese. Ein gutes Verhältnis "konnte leider nicht mehr hergestellt werden".

Den genauen Grund für die Ablöse des Generalvikars wollte die Sprecherin des Bischofs auch auf Nachfrage der APA nicht nennen. Mit möglichen Differenzen über die Frage der Wehrpflicht habe die Entscheidung jedoch nichts zu tun. Auch gebe es keine Vorwürfe in Richtung möglicher Unregelmäßigkeiten bei der Verwaltung, wurde auf entsprechende Nachfrage versichert. Fahrner selbst war für eine Stellungnahme nicht erreichbar, er sei seit einer Woche krank, hieß es in seinem Büro.

Nachfolgerfrage "ruht derzeit"

Rossmanith verwies darauf, dass ein Diözesanbischof laut Kirchenrecht jederzeit das Recht habe, aus guten Gründen seinen Generalvikar abzuberufen. Die Beurteilung über diese Gründe liege allein beim Bischof. Zur Frage nach einem Nachfolger Fahrners wollte sich die Bischofssprecherin nicht äußern. Die Angelegenheit "ruht derzeit".

Der Militärdiözese gehören laut eigener Website mehr als 100.000 Katholiken an - Soldaten und deren Angehörige sowie die Zivilbediensteten des Bundesheers. Die historischen Wurzeln der Militärseelsorge reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück, eine eigene Diözese gibt es seit dem Jahr 1986. Der Militärbischof ist einem Diözesanbischof gleichgestellt und gehört der Österreichischen Bischofskonferenz an. Neben auf die Bundesländer verteilte Militärpfarren gibt es drei "Pfarren" in Einsatzgebieten des Bundesheeres auf dem syrischen Golan, im Kosovo und in Bosnien. Insgesamt versehen mehr als 20 Militärgeistliche ihren Dienst. (APA, 31.10.2012)

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