Europas Leitbörsen schließen in der Verlustzone

31. Oktober 2012, 18:26
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Chicago-PMI enttäuschte - ArcelorMittal fällt nach Zahlen fast 6,5 Prozent

Frankfurt am Main - Die europäischen Leitbörsen sind am Mittwoch nach einem bewegten Handelstag einheitlich mit Verlusten aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 verbilligte sich um 12,35 Einheiten oder 0,49 Prozent auf 2.503,64 Zähler.

Am Vormittag hatten einige gute Unternehmenszahlen für positive Stimmung an den Märkten gesorgt, die bis zur US-Börseneröffnung anhielt. In New York hat die Wall Street nach dem Hurrikan "Sandy" zum ersten Mal die Woche geöffnet und verzeichnete zum Auftakt Gewinne. Mit einem überraschend schwachen Einkaufsmanagerindex aus der Region Chicago verließ die Anleger aber etwas der Mut und der Euro-Stoxx-50 rutschte bis Handelsschluss in die Verlustzone ab.

Air France-KLM und Lufthansa steigern Gewinne

Die Stimmung der US-Einkaufsmanager in der Region Chicago hat sich im Oktober überraschend schwach aufgehellt und verharrte weiter unter der Expansionsschwelle. Der entsprechende Index sei von 49,7 Punkten im Vormonat auf 49,9 Zähler geklettert, teilte die regionale Einkaufsmanagervereinigung mit. Volkswirte hatten mit einem stärkeren Anstieg auf 51,0 Punkte gerechnet.

Air France-KLM und Lufthansa konnten beide überraschend ihre Gewinne kräftig steigern. Auch die weiteren Zahlen überzeugten die Anleger. Die Aktien der AUA-Mutter Lufthansa kletterten um 7,33 Prozent auf 11,79 Euro und Air France-KLM sprangen um 8,37 Prozent auf 6,445 Euro.

Klares Schlusslicht im Euro-Stoxx-50 waren über den gesamten Handelstag die Titel von ArcelorMittal. Zu Handelsschluss stand bei den Titeln ein Minus von 6,43 Prozent auf 11,43 Euro zu Buche. Der weltgrößte Stahlkonzern hat im dritten Quartal einen Verlust von 709 Mio. US-Dollar gemacht, wie das Unternehmen mitteilte. Vor einem Jahr hatte der hochverschuldete Konzern noch 659 Mio. Dollar verdient.

Autowerte zwischenzeitlich angesprungen

Ebenfalls weit hinten auf der Kurstafel waren Anheuser-Busch Inbev zu finden, obwohl der Bierbrauer mit seinen Zahlen im Rahmen der Analystenerwartungen lag. Der Umsatz stagnierte eigenen Angaben zufolge im dritten Quartal bei 10,27 Mrd. Dollar. Organisch sei der Erlös um 9,1 Prozent gestiegen. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verharrte knapp unter 4 Mrd. Dollar. Die Papiere knickten um 2,67 Prozent auf 64,51 Euro ein.

Autowerte waren nach den glänzenden Zahlen von General Motors und Ford zwischenzeitlich um über zwei Prozent angesprungen. Schlussendlich gingen die Papiere von BMW (minus 0,10 Prozent auf 61,45 Euro), Volkswagen (minus 0,28 Prozent auf 159,60 Euro) und Daimler (minus 0,92 Prozent auf 36,025 Euro) mit Abschlägen aus dem Handel.

Die spanische Bank BBVA litt angesichts der Rezession in Spanien unter einem unerwartet deutlichen Gewinneinbruch. Sie kommt damit aber ähnlich wie der Rivale Santander immer noch vergleichsweise gut durch die tiefe Krise des Landes. Die Titel zeigten sich mit einem Aufschlag von 1,82 Prozent auf 6,437 Euro. (APA, 31.10.2012)

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