Slow Travel: Urlauben für die Ernährungs-souveränität

Tobias Müller
30. Oktober 2012, 20:25
  • Sehenswürdigkeit der anderen Art: Wiener Schnecke.
    foto: gugumuck

    Sehenswürdigkeit der anderen Art: Wiener Schnecke.

Slow Travel will Touristen lokale Esskultur zeigen

Turin/Wien - Dass gutes Essen die Welt besser machen kann, wenn es fair und sauber produziert wurde, das predigt die internationale Slow-Food-Bewegung nun seit Jahren. Und weil auch Touristen essen und laut aktueller Studie sogar ein Drittel ihres Urlaubsbudgets für Kulinarisches ausgeben, ist es nur logisch, die Welt auch durchs Reisen zu verbessern.

Slow Travel nennt sich das dazugehörige Konzept, ersonnen wurde es von den Leuten von Slow Food Wien. Auf der diesjährigen Terra Madre, der internationalen Slow-Food-Messe vergangenes Wochenende in Turin, haben sie es erstmals vorgestellt.

Nachhaltiges Reisen für kulinarisch Interessierte

Die Idee: kulinarisch interessierten Touristen in Österreich eine möglichst nachhaltige Reise zu ermöglichen, sie mit lokalen Bauern, Lebensmittelhandwerkern oder Köchen in Kontakt bringen und einen Teil des Gewinns in Projekte von Slow Food in Entwicklungsländer investieren - etwa in Gemeinschaftsgärten für mehr Ernährungssouveränität. Wien soll für Slow Travel als Modell dienen, Gespräche gibt es auch schon mit Touristikern aus den Bundesländern und Städten wie Bratislava oder Prag.

Barbara van Melle, Chefin von Slow Food Wien, ist derzeit auf der Suche nach Bauern und Produzenten, die in ihren Betrieben Touristen empfangen würden - für Führungen, Verkostungen und Kurse. "Die Wiener Küche ist bekannt für ihre Innereiengerichte, es wird aber bisher kein einziger Innereienkochkurs angeboten", sagt sie. Interessiert an einer Zusammenarbeit sind etwa bereits Essigproduzent Erwin Gegenbauer oder Josef Schrott, Chef der österreichischen Bäckerinnung, auch die Wiener Schneckenzucht von Andreas Gugumuck wäre ein mögliches Ziel.

Wien mit Genuss assoziiert

"Es geht nicht darum, dass diese Leute dann nur mit dem Citybike unterwegs sind", sagt Florian Sengstschmid, der gemeinsam mit Wien Tourismus und Slow Food Wien das Konzept entwickelt. Aber wir könnten sie etwa in Hotels unterbringen, die am Frühstücksbuffet im Winter keine Bananen anbieten, sondern heimische Apfelsorten."

Bis Februar wird an einer Marktanalyse gearbeitet, dann will WienTourismus entscheiden, ob es das Projekt unterstützen wird. "Wir sind sehr interessiert", sagt deren Chef Norbert Kettner. Slow Travel würde sehr gut zur Marke Wien im Ausland passen. Eine Studie 2009 brachte nämlich erstaunliche Ergebnisse: 11.000 Befragte in neun Ländern assoziieren die Stadt mit Genuss - mehr als etwa London oder Paris. (Tobias Müller, DER STANDARD, 30.10.2012)

Share if you care
12 Postings
Innereienküche

Wenn wir schon Tiere töten um diese zu essen, sollten wir diese wenigstens den Anstand haben diese zur Gänze zu essen, nicht nur die angeblich "edlen"Teile . Innereien ( Leber, Niere, Bries, Herz, Zunge,Hirn usw. )schmecken hervorragend - nur Kochen sollte man können. Kochen ist halt doch mehr als nur ein langweiliges Filet abbraten.

Einmal ..

.. ein Schnecke gekostet: schmeckt wie in Knoblauchsauce getunkter Radiergummi. Die Knoblauchsauce hingegen war sehr gut.

So soll es auch sein :-)

Die Schnecken werden bei lebendigem Leib ins kochende Wasser g'schmissen! - Bon appetit!

Wollen's die Viecherl vorher schlachten???

roh iszt man

nur Austern

Das kochende Wasser ist die Erlösung.

Vorher sollte man sie zwecks Entschleimung nämlich einsalzen...

oder mit Essig waschen.

Wollen Sie die Viecher vorher zu Tode streicheln?

Erschiessen?

Tod durch Stadtbahnfahren

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.