Clinton und Ashton auf Balkan-Tour

Andrej Ivanji, Adelheid Wölfl, 30. Oktober 2012, 19:06
  • Hillary Clinton mit dem serbischen Präsidenten Tomislav Nikolic bei ihrem Treffen in Belgrad. Die US-Außenministerin wollte Belgrad ermutigen, die Beziehungen zum Kosovo zu normalisieren.

Es ist ihre letzte Reise als US-Außenministerin auf den Balkan. Hillary Clinton und die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton wollen das Verhältnis zwischen Serbien und dem Kosovo verbessern.

Sarajevo/Belgrad/Prishtina - Sie hatten Tadel, Ermunterung und Lob im Gepäck. Der erste Weg der beiden Außenpolitikerinnen führte nach Sarajevo. Bosnien-Herzegowina gilt als größtes Sorgenkind in der Region. Seit Monaten gibt es keine funktionsfähige Regierung - Reformen bleiben seit Jahren auf der Strecke. Der Präsident der Republika Srpska, Milorad Dodik, weigerte sich sogar, Hillary Clinton und Catherine Ashton zu treffen, weil diese versuchen würden, den durch die Nachkriegsordnung in zwei Hälften geteilten Staat zu zentralisieren. Dodik tritt für eine Sezession der RS von Bosnien-Herzegowina ein, was von der EU und den USA abgelehnt wird. Clinton und Ashton riefen dazu auf, dass die politischen Führer des Landes den Interessen der Menschen dienen sollten.

Am Dienstagnachmittag in Belgrad war dann Ermunterung an der Reihe. Clinton und Ashton wurden von Staatspräsident Tomislav Nikolic und Premier Ivica Dacic als "Partner" empfangen. Die serbische Staatsspitze legte großen Wert darauf, dass die Besucherinnen keine neuen, mit dem Kosovo verknüpften Bedingungen mitbringen, sondern Belgrad ermutigen, die Gespräche mit Prishtina fortzusetzen.

Der Staatsbesuch führte zu umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen: rund 4000 serbische Polizisten, FBI-Agenten, Hubschrauber, Proteste rechtsextremistischer Gruppen, Verkehrschaos, wütende Bürger, die nicht nach Hause konnten. Ashton und Clinton betonten ihre Unterstützung für die EU-Integration Serbiens und der gesamten Region.

Der freundschaftliche Umgang war gar nicht selbstverständlich, befanden sich Nikolic und Dacic doch früher im radikal antiwestlichen Lager. Belgrad sollte durch den Besuch ermutigt werden, die Beziehungen mit dem Kosovo zu normalisieren. So soll etwa die bereits im Frühjahr vereinbarte gemeinsame Grenzverwaltung von Belgrad umgesetzt werden. Die USA und die EU verlangen auch, dass die von Belgrad kontrollierten Sicherheits- und Rechtsstrukturen im mehrheitlich von Serben bewohnten Nordkosovo transparent gemacht bzw. aufgelöst werden und die " territoriale Integrität" des Kosovo anerkannt wird, wie dies in einem Zusatz zum Jahresbericht der Europäischen Kommission formuliert worden ist.

Für die für Belgrad schmerzhaften Zugeständnisse könnte Serbien bis zum Jahresende "bedingt" ein Datum für den Beginn der Beitrittsverhandlungen bekommen. Am Dienstagabend wurden die Politikerinnen im Kosovo erwartet. Weitere Reisestationen von Clinton sind Tirana und Zagreb. (Andrej Ivanji,  Adelheid Wölfl/DER STANDARD, 31.10.2012)

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reine zeitverschwendung sich mit den zwei pleite-chicks abzugeben.

Die Politiker von zwei Parteien,

die den Zerfall in den 90-er Jahren Jugoslawiens mitgemanagt haben, überbieten sich als Gastgeber von zwei Repräsentantinnen derjenigen Staaten, die Restjugoslawien 1999 bombardiert und geteilt haben.

Hinterhof Balkan.

Clinton und Ashton

nur hinhalte parolen.die teilung bosniens ist realität.das protektorat ist nur auf dem papier eine einheit.htja,papier ist geduldig! mal schauen wie lange die EU bereit ist geld in ein faß ohne boden zu stecken?

Gut dass es nächstes Jahr in Bosnien losgeht, die Amis legen's echt drauf an...

Dodik rocks - simply cool!

Kann es kaum erwarten, dass Nikolic und Dacic das gleiche machen

volksverdümmung

wie ernsthaft soll man die aussage von Ashton und EU im bezug auf einheitsstaat bosnien nehmen? die schotten dürfen demnächst ein referendum abhalten über loslösung von engelland.

Im Zentrum von Belgrad gab es Demonstrationen der ultrarechten Organisationen, die mit den Transparenten "Krallen weg von Kosovo, das ist das heilige Land des Serben", diversen nationalistischen und tschetnischen Symbolen protestiert haben.

http://depo.ba/front/dal... a-srbinova

Wie viele der serbischen Standardposter waren dabei? Wenn ich mir die Antworten anschaue, alle. ;)

War jedenfalls nett Dich dort zu treffen ;)

Wenn ich Dir schon als Fata (Morgana) überall erscheine, kann ich Dich doch glatt Mujo nennen. ;)

Da Du mich sowieso als getarnten Großserben betrachtest, ist diese Benennung absolut akzeptabel :-))

Getarnten? Was Du dir so alles einbildest. ;)

Du kennst sicher den Spruch: Samo sloga Srbina spašava. Erst wenn wir alle für das Gleiche eintreten, wird Serbien frei sein.

sie sind sicher noch nicht mal 15 =)

im bezug auf sandzaken bosniakischer abstammung haben sie doch auch eine meinung eines 15 jährigen.

Genau und wenn man in kroatien eine Brücke baut Freuen sie sich wie ein Kleines Kind =)

klar freue ich mich über die brücke. brücken verbinden was zusammengehört

Macht nichts, in 10 Jahren bin ich 25. Dann werden die USA keine Supermacht mehr sein und ich hab noch das ganze Leben ohne US-Knechtschaft vor mir...

von politik verstehe ich sehr wenig!
habe zufällig die rede (die vergangenheit zu überwinden)von clinton gehört und muß sagen das sie an die bosiaken und das ewig rote gesocks ganz klar gerichtet war.

Die Administration ihres Mannes (Bill Clinton) war damals ausschlaggebend an der Gründung Bosniens beteiligt.

Man könnte es in etwa so ausdrücken: Bosnien ist das Kind der Clintons und der Kosovo ist das Kind der Bush-Administration.

Der Rest hat das zu tun, was diese zwei "Machtblöcke" wünschen ... und was mitunter dabei dienlich ist, sich an den Ressourcen dieser Neu-Staaten zu bedienen --> siehe zB. Wesley Clark's und Madelaine Albright's "Einkaufstouren" im Kosovo.

deswegen alles teilen was nicht zusammen gehört

Vernichtendes Urteil über EU-Mission im Kosovo

Einer der größten Hilfseinsätze der EU hat nach Auffassung des Europäischen Rechnungshofs nur „bescheidenen Erfolg“. Im serbischen Norden des Kosovos, in dem es immer wieder zu Unruhen kommt, habe es „nahezu keine Fortschritte“ bei der Einführung eines Rechtsstaats gegeben, heißt es in einem Bericht.

http://www.faz.net/aktuell/p... 43943.html

Wobei der Grund für die Unruhen ganz ganz sicher nicht die mangelnde Bereitschaft zur Akzeptanz eines Rechtsstaates ist.

Der Grund eine ordentlich hohe Summe an Euros, die Serbien Jahr für Jahr in Hände dubioser Serben überweist, um angebliche serbische Krankenhausmitarbeiter im Kosovo zu bezahlen.

Siehe B92!

Warum sollte man da einen Rechtstaat, wo diese Zahlung sofort eingestellt würden, akzeptieren wollen?

Die "Rechtsstaatlosigkeit" (Kunstwort meinerseits *g*) im Norden ist ein künstlich geschaffener Zustand.

Der Norden akzeptiert weder die Rechtshoheit Pristinas noch sieht es irgendeinen Grund, sich der Rechtsbelehrung Dritter (EU & Co) unterzuordnen.

Der Norden genoss seinen Rechtsschutz durch den serbischen Staat. Als dessen Zugriff auf dieses Gebiet mit Gewalt unterbrochen wurde, war es nur eine Frage der Zeit, wann eine Sphäre "mangelnder Rechtsstaatlichkeit" wachsen würde.

Kurzum: Wo kein Staat, da auch kein Recht. Künstliche Rechtssphären funktionieren vor allem auf dem Papier. Aber so etwas passiert halt, wenn 'Politiker' zwar alles über moderne Managementmethoden wissen, aber rein gar nichts über Geschichte und Politik.

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