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Es ist die Angst vor dem Splitscreen, dem zweigeteilten Fernsehbildschirm: Links der Kandidat, wie er auf seinen Rivalen schimpft, ihn auf eine Karikatur reduziert, entweder zum Sozialisten oder zum Kahlschlagkapitalisten macht. Rechts die schockierenden Szenen eines Desasters: überflutete Straßen, menschenleere U-Bahn-Stationen, geknickte Strommasten. Ein historischer Blackout, der Millionen an der US-Ostküste am Abend im Dunkeln sitzen lässt.
Die Bilderkombination - hier Naturkatastrophe, dort politischer Normalbetrieb - wäre verheerend. Kein Wunder, dass sowohl Barack Obama als auch Mitt Romney im Zuge des Tropensturms Sandy klangen, als interessiere sie das Duell ums Oval Office nur noch ganz am Rande.
"Die Wahl wird sich schon um sich selbst kümmern. Unsere Priorität ist es nun, Menschenleben zu retten", sagte der Präsident, sichtlich bemüht um die Fassade stoischer Ruhe. Es dauerte nicht lange, da gab das Weiße Haus Aufnahmen aus dem Situation Room frei, dem bunkerähnlichen Krisenzentrum der Machtzentrale, in dem der Staatschef seine engsten Vertrauten versammelt, wenn Heikles zu bereden ist.
Das letzte Mal, dass markante Fotos aus dem Situation Room zirkulierten, war im Mai 2011 gewesen: Damals verfolgte eine kleine Runde mit angehaltenem Atem, wie ein Trupp von Navy Seals das Anwesen von Terrorchef Osama Bin Laden in der pakistanischen Garnisonsstadt Abbottabad stürmte.
Diesmal kehrt der Commander-in-Chief den nervenstarken Krisenmanager angesichts verheerender Naturgewalten heraus. "Der Präsident hat Verantwortung. Diese Verantwortung steht jetzt an erster Stelle", kommentierte David Axelrod, Obamas oberster Kampagnenstratege, das schöne Motiv.
Es überrascht kaum, dass Romney, der Herausforderer, dem Amtsinhaber das staatsmännische Feld nicht allein überlassen will. "Dies ist eine Stunde, in der wir zusammenkommen müssen", erklärte Mitt Romney. "Und sicherstellen, dass Menschen die Hilfe bekommen, die sie brauchen." Prompt kündigte der Republikaner an, am Tag nach dem Hurrikan demonstrativ Spenden für die Sturmopfer sammeln zu wollen - nicht zufällig in Ohio, dem Bundesstaat, der am 6. November den Ausgang des Rennens entscheiden kann.
Offiziell ziehen es die Spitzenkandidaten vor, die Attacken auf den jeweils anderen einzustellen. Dennoch trügt das Bild vom Wahlkampf, der angeblich auf Eis liegt. An Obamas Stelle rühren nun sein Stellvertreter Joe Biden und Ex-Präsident Bill Clinton die Werbetrommel - der streitlustige Vizepräsident und der brillant erklärende "elder statesman" sollen im skeptischen Milieu weißhäutiger Malocher punkten.
Romney lässt sich vorübergehend durch Vizekandidat Paul Ryan, seinen zum radikalen Sparkurs entschlossenen Teamgefährten, vertreten.
Wann sich die Protagonisten selbst wieder in die Schlacht werfen, wagt keiner zu prophezeien. In der Krise wollen die Amerikaner einen Schulterschluss sehen - und welche Dimensionen der Krisenfall Sandy annimmt, lässt sich frühestens in einigen Tagen, nach einer ersten Schadensaufname, absehen.
Wetterkapriolen können US-Präsidenten arg in die Bredouille bringen, und dort liegt das Risiko für Obama: George W. Bush bekam es 2005 zu spüren, als der Hurrikan Katrina in New Orleans die Dämme brechen ließ und er völlig überfordert wirkte. Das Kapitel trug maßgeblich bei zum Eindruck burschikoser Inkompetenz, der dann zu einem rapiden Verlust an Ansehen führte. Und 1992 hatte die schlecht organisierte Katastrophenhilfe nach dem Wirbelsturm Andrew in Florida einen kleinen Anteil daran, dass der George Bush senior das Oval Office nach nur vier Jahren schon wieder verlassen musste.
Der plötzlich (und kurzzeitig) so gesetzte Ton beider Spitzenleute ändert an der Spaltung des Landes ebenso wenig wie an den Versuchen, Sandy dennoch polemisch auszuschlachten. So stellt das Online-Magazin "Huffington Post" (politisch links von der Mitte angesiedelt) groß heraus, dass Romney die Katastrophenbehörde Fema dichtmachen wolle. Tatsächlich hat der frühere Geschäftsmann einmal laut darüber nachgedacht, vor 16 Monaten bei einer Debatte, aber die Idee inzwischen wieder verworfen. Auf der Rechten notiert der Blog "Drudge Report" voller Häme, Obama habe sich am Sonntag die wohl teuerste Pizzalieferung der Geschichte geleistet: Der Präsident war nämlich am Abend an Bord der Air Force One nach Florida ins sonnige Orlando geflogen und hatte dort Wahlhelfern Pizza spendiert. Am nächsten Morgen eilte er nach Washington zurück, ohne in Orlando auch nur eine Bühne betreten zu haben - für Kritiker Grund zu unverhohlener Schadenfreude.
Auf manchen wirkt der Versuch, aus einem Naturereignis politische Folgen abzuleiten, bloß lächerlich. "New Jersey stapelte Sandsäcke, Delaware verteidigte seine Dünen, New York evakuierte Teile Manhattans. Und was tat Washington?", fragt Dana Milbank, scharfzüngiger Kommentator der "Washington Post". "Es würfelte einfach, um zu sehen, welcher Bewerber wohl von Sandy profitieren würde." Die passende Antwort, so Milbank, wäre vielleicht: "Wer weiß es schon so genau." (Frank Herrmann, DER STANDARD, 31.10.2012)
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Nach langem (Vor-)Wahlkampf gestand der Republikaner am Dienstag seine Niederlage ein und forderte alle Parteigänger zur Zusammenarbeit im Namen der Vereinigten Staaten von Amerika auf. Für den neuen, alten Führer Obama wollte er beten.
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Im Senat kann sich Präsident Obama nun zwar auf eine etwas breitere demokratische Mehrheit stützen, das Repräsentantenhaus verteidigten die Republikaner allerdings recht deutlich. Enttäuschungen gab es für einige Kandidaten der konservativen Tea Party.
Die interaktive Zeitleiste von derStandard.at zeigt die markantesten Punkte in Barack Obamas Biografie
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Eine Woche Dauerspektakel um Sandy, wenn es denn reicht. Wenn in Bangladesh 50.000 Menschen an einer Welle ersaufen, dann ist es eine Meldung unter „ferner liefen“. Gehen aber 50 Mrd. USD den Bach runter und kommen 20 Menschen in den USA um, dann hat es Auswirkungen auf strategische Überlegungen zum Präsidentschaftswahlkampf? Da haut's einem die flache hand vor die Stirn, was heutzutage wichtig ist.
Und übrigens, Strategien für den 6. November braucht es auch nicht mehr, die Ergebnisse kann man hier schon nachlesen, Obama gewinnt mit rund 3% Vorsprung vor Romney. Soviel zur Glaskugel und den Strategien … (°!°)
http://qpress.de/2012/10/2... n-gewahlt/
es geht nicht wie in europa um nachhaltigkeit und damit laufendes servicieren und erneuern der leitungen. es geht primär darum die aktionäre der energiegesellschaften zu befriedigen. instandhaltung und erneuerung bringt eben keinen cash sondern kostet etwas. hinter den kulissen sind in den usa nicht wenige firmen veraltet, da nur auf gewinn geschaut wird.
Aber es ist z.B. unverständlich, warum auch in typischen Hurricanegebieten wie z.B. Florida keines der Häuser fixe Sturmfensterläden hat sondern immer alles vernagelt wird, oder warum Stromleitungen nicht schon lange erdverkabelt sind. Im Falle dieses Sturmes ist das ein bischen was anderes. Solche Northwesterner in derartiger Stärke sind sehr sehr selten, das ist kein typisches Sturmgebiet.
Im Allgemeinen haben sie aber recht. Die Amis haben ihre Infrastruktur extrem lange verlottern lassen.
in solchen situationen zu überlegen, wie man die katastrophe als wahlinstrument nutzen kann, halte ich für fragwürdig.
es geht hier um hinterbliebene, über nacht obdachlos gewordene und eine massive beeinträchtigung des öffentlichen lebens und der versorgung. irgendwann sollten wir uns wieder daran erinnern, dass wir menschen sind und uns wieder auf menschlichkeit besinnen. dazu gehört auch mitgefühl und hilfsbereitschaft.
bei aller Menschlichkeit, genauso menschlich ist es auch Wahlen zu gewinnen. Ein Präsidentschaftskandidat wäre ja verrückt, wenn er sich so kurz vor der Wahl keine Gedanken über die Auswirkungen dieser Katastrophe auf das Wahlverhalten oder Wahlergebnis machen würde. Hurrikan Sandy hat ebenso den Wahlkampf durcheinander gewirbelt und es war jetzt nahezu die Pflicht von Obama als auch Romney ihre Wahlkampfstrategie entsprechend zu adaptieren. Aus G.W. Bushs schlechtem Krisenmanagement im Umgang mit Hurrikan Katrina hat die Politik ihre Schlüsse gezogen! Der Intensivwahlkampf ist nicht vorbei, sondern er hat lediglich sein Gesicht geändert. Die Devise lautet: Inszeniere dich so als wäre jetzt kein Wahlkampf, aber sei dabei staatsmännisch!
Die Mockumentary „Janeane from Des Moines“ erzählt von den Widersprüchen der Tea Party-Bewegung, der zerbrechenden Mittelklasse und einer republikanischen Partei, die keine Antworten hat.
http://goo.gl/twyYb
Ich bin ja gespannt, ob (und wie) sich die Katastrophe auf die Wahlbeteiligung 6. November auswirkt.
Ich kann mir gut vorstellen, dass viele Bewohner der US-Westküste besseres zu tun haben, als zur Wahlurne zu pilgern.
Aber auch einen Anstieg der Wahlbeteiligung halte ich durchaus für möglich.
Bei aller Tragik irgendwie auch eine interessante Sache.
Swing-States an der betroffenen Küste sind eigentlich nur Virginia und New Hampshire. Beide kann Obama vermutlich verlieren und trotzdem gewinnen. Weiter im Land, z.B. in Pennsilvania und Ohio bleibt von dem Sturm "nur" ein starkes Regentief, ohne größere Schäden.
in wie fern soll sandy bewirken, "dass viele Bewohner der US-Westküste besseres zu tun haben, als zur Wahlurne zu pilgern"
Ich kann mich an keinen Bericht erinnern, dass Sandy in Kalifornien, Oregon oder dem Bundesstaat Washington gewütet hat, geschweige denn etwas zerstört hat
Leider ist Romneys Team etwas zu sehr damit beschaeftigt, die dauernde Loeschung von Romney's Storm Tips (und Abkoemmlinge) bei Twitter zu veranlassen :( Das Beste, was aus dem Sturm entstanden ist!
Im not going to shut FEMA down, but I will give each American a voucher for an airline blanket & a 1 nite stay at a Motel 6
The govt shouldn't help the victims, this is a great opportunity to pull themselves up by their rain boots & into their canoe
Folks, if you do not have a vacation home to go to on higher ground, borrow one from your parents
Some 47%er is outside fixing power lines. Hope its not a union member. I want power but not Soviet Power
Romney not referring to #Sandy as a hurricaine, she is now a weather event willing to work with all regions in the Northeast
47% of these hurricaine victims think they're entitled to food, water, dry blankets, you name it...I'll never convince them
Is Hurricane Sandy all Obama's fault or does Nancy Pelosi share some blame too?
I'm stuffed power went out, was forced to eat 2lbs of shrimp & caviar...Paul Ryan is re-doing the dishes for a photo-op
Guys wind is getting serious in DC. That's why I have a 5 point plan to win this hurricane back from Obama's failed economy
This just in - Hurricane Sandy to accuse Hermain Cain of sexual harassment
Mark sure you use your car elevators to get your dancing horses to higer grounds
warum "passieren" diese "naturkathastrophen" in so einer häufigkeit immer in den usa und nicht in eropa, oder in australien, oder in china? ich denke, man kann dies durchaus als eine strafe gottes betrachten - strafe für rücksichtlosen raub an der natur, strafe für imperialismus und schäbige kriegstreiberei, als göttliche warnung an all jene, die mit dem gedanken spielen, romney ihre stimme zu geben und damit dieses geschundene land zurück in die bush ära zu katapultieren
kluges wählen sollte für us staatsbürger nun oberste prämisse sein
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