Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Millimetergroße Hautstücke von den Füßen der Diabetiker reichen, um eine heimtückische Small-Fibre-Neuropathie diagnostizieren zu können.
Wissenschafter suchen nach neuen Ansätzen für eine bessere Betreuung der Patienten.
Man kennt ja das Gefühl, wenn der Kopf beim Schlafen längere Zeit in der Ellenbeuge liegt und der Arm kribbelt, ja sogar taub wird. Sobald man sich in eine andere Lage bringt, verschwindet es so rasch wie es aufgetaucht ist. Bei der diabetischen Neuropathie, einer Nervenschädigung, können beide Füße für lange Zeit eingeschlafen sein. Betroffene berichten davon, dass es sich wie zu enge Pelzschuhe anfühlt, dass sie Hitze und Druck an den Füßen kaum spüren, manchmal aber auch völlig unerklärliche Schmerzen haben.
So lästig dieses Leiden ist, es macht die Diabetiker wachsam, was ihre Füße betrifft. Viele Zuckerkranke haben gar keine Symptome und nur ein ab und zu auftretendes taubes Gefühl, weshalb sie Druckstellen und Verletzungen übersehen. Aus Wunden können, wenn sie falsch versorgt werden, Geschwüre entstehen. In diesem Fall stirbt häufig Gewebe ab und dann droht die Amputation der betroffenen Zehen oder des ganzen Vorderfußes.
Giftige Dämpfe
Um diese Spätfolgen des Diabetes zu verhindern, feilt man an besseren Methoden zur Diagnose der Neuropathie. Sind nämlich kleine Nervenfasern (small fibre neuropathy) betroffen, dann reichen dafür elektrophysiologische Methoden, die die Nervenleitgeschwindigkeit testen, nicht aus. Daher ist man dazu übergegangen, aus fünf bis sechs Millimeter großen, von Diabetikerfüßen entnommenen Hautstanzen diese kleinen Nervenfasern zu zählen. Referenzwerte hat man durch die Haut von gesunden Testpersonen erhalten. Bisher wurde dafür eine Substanz verwendet, die hochgiftige Dämpfe verursacht. Im Labor konnte man nur unter einem speziellen Abzug arbeiten.
Eva Dassler, Absolventin des Masterlehrgangs Biomedizinische Analytik an der FH Campus Wien, hat in ihrer Masterarbeit eine alternative Untersuchungsmethode vorgeschlagen und dafür eine Auszeichnung der Forschungsgesellschaft Neuropathologie Österreich erhalten. In ihrem Projekt an der Med-Uni Wien zeigte sie, dass man die Hautstanzen auch mit anderen, nicht giftigen Materialien bearbeiten kann, die die Fasern sichtbar machen.
Die millimetergroßen Hautstücke werden mit einer Paraffinlösung durchtränkt und tiefgefroren. Danach färbt man sie mit Fluorochromen. So wird organisches "Material" zum Leuchten gebracht, wenn es von Licht mit bestimmter Wellenlänge bestrahlt wird. Im Fluoreszenzmikroskop erkennt man die Nervenfasern der Probe und kann sie zählen. Was für die Etablierung dieser Methode freilich noch fehlt, ist ein Referenzwert, mit dem die Labors vergleichen können. Dazu müsste eine große Studie mit Diabetikern und gesunden Probanden durchgeführt werden. Ob dann der Einzug in die tägliche Routine gelingt, muss die Zukunft zeigen.
Die diabetische Neuropathie entwickelt sich meistens durch länger andauernde schlechte Zuckereinstellung, wenn also der HbA1c, die durchschnittliche Sättigung des Blutes mit Zucker, zu hoch ist. Bei Zuckerkranken sollte er nicht über acht Prozent (180 mg/dl) liegen.
Fachärzte gehen davon aus, dass zumindest jeder dritte Diabetiker neuropathische Füße hat. Manche glauben sogar, dass die Häufigkeit dieser nicht sichtbaren Erkrankung mittlerweile bei 50 Prozent liegt.
Diese Schätzung legt den Verdacht nahe, dass nicht jeder Diabetiker mit Neuropathie "schlecht eingestellt" ist, sondern dass diese Nervenschädigung in vielen Fällen zu einer Begleiterscheinung geworden ist.
Sind Operationen an den Füßen unausweichlich, dann ist bei der Behandlung natürlich etwas schief gelaufen. Aber auch dann kann man noch die herkömmlichen Methoden optimieren, wie der Anästhesist Marcel Rigaud von der Med-Uni Graz sagt. Er erzählt, dass allein in der steirischen Landeshauptstadt pro Woche ein bis zwei chirurgische Eingriffe an den Füßen von Diabetikern durchgeführt werden müssen.
Lokale Betäubung
In einem vom Wissenschaftsfonds FWF geförderten Projekt will er nachweisen, dass die lokale Betäubung für Zuckerkranke mit Neuropathie völlig sicher sein kann. Bisher ging man zwar davon aus, dass Vollnarkosen für Typ 2 Diabetiker, die nicht selten übergewichtig sind und Bluthochdruck haben, Risiken mit sich bringen. Man hatte aber auch gleichzeitig Sorge, durch Regionalanästhesie in den Füßen Nerven zu verletzen und die Neuropathie zu verschlimmern.
Denn möglicherweise könnte die Distanz zum Nerven bei der vorausgehenden Nervenstimulation durch Stromimpulse, die zur Lokalisation verwendet wird, überschätzt werden. Mit der ultraschallgestützten lokalen Betäubung, die von österreichischen Ärzten am Wiener AKH entwickelt wurde, erkennt Rigaud auch diese Details und kann so nah wie möglich an einen Nerv herankommen, ohne ihn zu verletzen. Rigaud will aber von dieser genauen Untersuchung auch Rückschlüsse auf die nach wie vor übliche Nervenstimulation ziehen. "Es muss für Diabetiker genaue Grenzwerte geben, damit auch die Anästhesisten, die nicht das Ultraschall-Equipment zur Verfügung haben, die Distanz zum Nerven sicher abschätzen können."
Rigaud kooperiert in seinem Projekt mit Gerd Köhler, dem Leiter der diabetischen Fußambulanz der Grazer Uniklinik. Dieser wird nicht müde zu betonen, dass die beste Behandlung die Vorbeugung durch regelmäßige Kontrolle der Füße von Diabetikern ist - auch von jenen, die gut " eingestellt" und daher im grünen Bereich der Blutzuckersättigung sind. (Peter Illetschko, DER STANDARD, 31. 10.2012)
Der Wettbewerb von Männern jeden Alters um junge Partnerinnen könnte im Lauf der Evolution zu Konsequenzen für die Frauen geführt haben
Aktionsplan Biotech des Wirtschaftsministeriums präsentiert
Im portugiesischen "Sexlab" werden die körperliche Erregung und ihre Probleme erforscht
Wichtiges Transportprotein in den Zellen der Bauchspeicheldrüse identifiziert
Wiener Mediziner war ein Wegbereiter der Penicillintherapie in Tablettenform
Neue Erkenntnisse zur Entstehung und Ausbreitung der Alzheimerkrankheit im Gehirn
Grazer Forscherin analysiert entscheidenden Einfluss des präfrontalen Cortex
Forscher finden Mechanismus, der die DNA-Verpackung nach Bedarf lockert, damit Erbinformation abgelesen werden kann
Forscher haben die Verteilung von Pilzen auf der Hautoberfläche untersucht
Forscher stellen anhand von neuronalen Markern bei Säuglingen ab fünf Monaten bewusste, wenn auch verlangsamte, Wahrnehmung fest
Grazer Forscher: OMVs besitzen die Antigene in der natürlichen Anordnung
Deutsche Forscher entschlüsseln die sehr stabile Struktur Proteins C4BP aus der menschlichen Immunabwehr
Eiweiß stellt Stoffwechsel im Muskel um und verhindert Ansammlung von Laktat
US-Forscher: Größe und Vernetzung des Hippocampus geben über Mathe-Lernfortschritt Auskunft
Untersuchung mit Kryo-Elektronenmikroskop zeigt: höhere Lebewesen haben auch komplexer aufgebaute Proteinfabriken
Molekularbiologin Angelika Amon befasst sich mit zellulären Ursachen der Krebsentstehung - 300.000-Euro-Auszeichnung gemeinsam mit Ivan Dikic erhalten
Interaktion mit der Umgebung formt das Gehirn
US-Wissenschafter verglichen die neuronale Aktivität im Hippocampus von Ratten, die sich in der realen und einer virtuellen Welt fortbewegten
Forscher stellen mithilfe gentechnischer Methoden sogenannte Nanobodies her
Öffnungs- und Schließmechanismus genauer untersucht - Ionenkanäle sind wichtige Angriffspunkte zahlreicher Medikamente
Kinder und Jugendliche sammeln Staub für die Wissenschaft - Salzburger Molekularbiologen wollen damit die Hintergründe für die Entstehung von Allergien untersuchen
Schweizer Forscher klären Mechanismus: Ist der Proteinkomplex mTORC1 dauerhaft aktiv, kommt es zur Erkrankung des Muskels
Wiener Wissenschafter klärten Mechanismus auf, wie bakterielle Infektionen nach vorhergehender Ansteckung mit Viren fatale Auswirkungen haben können
wie im Bild oben reißt man nichts.
Dafür braucht man immunologische Methoden.
http://diabetes.diabetesjournals.org/content/5... .large.jpg
Habe Nervenschaden in den Füßen.
Nach dem Aufstehen, hatte ich erst das Gefühl über spitze Steine zu laufen. Habe vor fünf Jahren einen Neben-Job als Laufjunge angenommen. Es war am Anfang die Hölle. Bin zu Fuß zwei Kilometer zur Arbeit gelaufen. Das waren ca. 300 Meter starke Schmerzen, dann Brennen und der Rest wurde dann zum normalen Gehgefühl.
Inzwischen gehe ich täglich bis 5 Kilometer Beschwerdefrei.
Kann jedem nur empfehlen es nachzumachen und die inneren Bremsen zu lösen und den ersten Schmerz zu überwinden. Das gibt sehr viel Lebensqualität zurück.
Mein Diabetologe hat nachgemessen und kann die Besserung bestätigen.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.