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Scheibchenweise verkleinert sich der Straßenstrich in Wien. Im Prater darf seit Juni nur noch in der Nacht angeschafft werden, die Polizei kontrolliert scharf.
Wien - Die Wiese neben dem Parkplatz ist an manchen Stellen weiß gefleckt. Noch ist es kein Schnee, sondern gebrauchtes Klopapier, Taschentücher, Kondome. Die Frauen, die hier in Auhof stehen und darauf warten, dass sie für 30 Euro auf den Rücksitz eines Fremden klettern können, haben keine andere Möglichkeit, ihren Müll zu entsorgen. Geschweige denn auf die Toilette zu gehen oder sich nach dem Freier die Hände zu waschen.
In den Seitenstraßen des Wiener Praters zeigt sich nachts ein ähnliches Bild: Alle paar Meter stakst ein junges Mädchen in Hotpants auf dem Gehsteig entlang, beugt sich zu den vorbeirollenden Autos hinunter, lächelt verkrampft hinein; immer unter den Argusaugen von Halbstarken, die sich breitbeinig in der zweiten Reihe postiert haben. Das neue Gesetz habe neue starke Männer in Wien gemacht, heißt es in der Szene.
Seit sich der Straßenstrich auf die zwei Gebiete konzentriert, brauchen viele der Frauen einen "Beschützer", die vorher keinen hatten. Der sorgt dafür, dass sich nicht noch mehr billige Konkurrentinnen dazustellen: gegen Geld, versteht sich. Seit einem Jahr ist das neue Wiener Prostitutionsgesetz in Kraft. Sicherheit für die Frauen sollte es bringen und Ruhe für die Anrainer.
Auf weitere Erlaubniszonen, die von der Stadt in Aussicht gestellt wurden, warten die Frauen bis heute. Im Sommer verschärfte die Polizei auf Druck der Anrainer und Bezirkspolitiker die Einschränkung, seither darf im Prater nur nachts angeschafft werden.
Für das Geschäft gehen sie meistens ins Parkhaus, in der Nähe gibt es nur ein einziges erlaubtes Stundenhotel im Stuwerviertel, wo sie Gefahr laufen, bestraft zu werden, wenn sie das Lokal wieder verlassen. Auch an diesem Abend stehen fünf Polizisten mit einem Bus vor der Tür, sie kontrollieren jedes Mädchen. "Auf Wunsch der Anrainer", sagt einer von ihnen.
Die politisch zuständige Frauenstadträtin Sandra Frauenberger (SP), die zusammen mit den Grünen das Gesetz ausverhandelt hat, zieht positive Bilanz: Das Gesetz schaffe rechtliche Klarheit, dem Ziel, Prostitution in den "Indoor"-Bereich zu verlagern, sei man einen großen Schritt näher gekommen.
"Indoor" bedeutet, sich ein Zimmer in einem Laufhaus anzumieten, 80 Euro am Tag sind durchaus üblich, oft müssen sich die Prosituierten mehrere Wochen einmieten. Mit 1. November brauchen alle Betreiber solcher Lokale eine Genehmigung, nur ein Bruchteil hat bis jetzt die Auflagen erfüllt (siehe Wissen), viele werden schließen müssen.
Peter Laskaris, ein Zögling der Rotlichtgröße Harald Hauke, betreibt das Red Room. Von den 15 Zimmern sind noch einige frei, so wie in den meisten Laufhäusern Wiens. Auf dem Bett mit Leopardendecke kauern Kuscheltiere, es gibt eine Dusche, aber kein Fenster. Auf dem Nachtkästchen liegt eine Preisliste: Küssen 20 Euro, VIP-Service mit allem, was das Freierherz begehrt, 200 Euro. Ein junger Besucher huscht über den Flur, blättert verstohlen in den Broschüren, bevor er in einem der Zimmer veschwindet.
Die rechtliche Situation habe sich mit dem neuen Gesetz verbessert, meint Laskaris, vor allem sei die Sittenwidrigkeit gefallen. Auch er hat noch keine Genehmigung, mache sich aber deswegen keine Sorgen, sagt er.
Für Christian Knappik von der Organisation Sexworker.at gehen mit den Laufhäusern große psychische und finanzielle Belastungen für die Frauen einher. "Die meisten schlafen oft dort, die Kosten sind enorm und treiben die Frauen in Kettenschuld." Wolfgang Langer, Referatsleiter der Wiener Polizei, sieht hingegen dort mehr Sicherheit für die Frauen als am Straßenstrich. "Die Polizei hat mit dem Gesetz die Möglichkeit bekommen, schlechte Lokale abzumahnen oder zusperren zu lassen." (Julia Herrnböck, DER STANDARD, 31.10./1.11.2012)
Wissen: Nur 23 Bordelle haben Genehmigung
Bordelle, die bis zum 1. November 2012 nicht um eine Genehmigung angesucht haben, müssen vorerst zusperren. Von den etwa 450 Lokalen in Wien haben rund 250 darum angesucht, bis jetzt erfüllen nur 23 die neuen baulichen Auflagen.
Geändert hat sich vor allem der Bereich Straßenprostitution, die seit November 2011 im Wohngebiet verboten ist. Auf Erlaubniszonen konnten sich die Bezirke nicht einigen. Seit dem Vorjahr dürfen auch Freier gestraft werden, die im illegalen Bereich bei der Anbahnung erwischt werden. 206-mal kam es zur Anzeige, etwa 500 Organstrafen in der Höhe von 100 Euro wurden verhängt.
Dem gegenüber stehen 1784 Anzeigen wegen illegaler Prostitution und 3039 Anzeigen wegen Prostitution im Wohngebiet. Die Strafen dafür bewegen sich zwischen 500 und 1600 Euro im Wiederholungsfall. Aktuell sind in Wien 2806 Prostituierte gemeldet, rund 400 mehr als im Vorjahr.
Im April 2012 hob der Oberste Gerichtshof die Sittenwidrigkeit für Prostitution auf. Seither kann der Lohn eingeklagt werden.
Weil sie kaum noch legale Plätze haben, weichen viele Straßenprostituierte illegal auf neue Bereiche aus. Doch überall wehren sich Anrainer gegen den Strich vor der Haustür. Ein Wiener Bezirksvorsteher fordert nun ein generelles Verbot der Straßenprostitution
Sandra Frauenberger zwischen genereller Ablehnung und dem Bedürfnis, Prostituierten einen guten arbeitsrechtlichen Rahmen zu bieten
Im horizontalen Gewerbe könnte sich einiges verändern: Dass Honorare künftig eingeklagt werden dürfen, sehen viele als ersten Schritt zum Fall der Sittenwidrigkeit
Ein Jahr nach der Einigung auf das neue Prostitutionsgesetz in Wien kritisieren Grüne die Umsetzung
Zeitliche Beschränkung für Prostitution im Prater tritt mit Juni in Kraft
Anschaffen bei Tageslicht wird im zweiten Bezirk wieder verboten. Die Bezirksvertretung stimmt am Dienstag einer Verordnung der Polizei zu. Ohne die Stimmen der Grünen - sie vermissen eine Wien-weite Lösung
150 Sexarbeiterinnen sind von der Straße verschwunden - Die Gefahren für die verbleibenden Frauen steigen allerdings
Verordnung soll noch vor Sommer in Kraft treten - Zweiter Bezirk fordert Straßenstrich-Verbot zwischen 6 und 22 Uhr
Der Straßenstrich konzentriert sich nun weitgehend auf den Prater, die Neuanmeldungen steigen weiterhin
Milde Urteile und kaum Entschädigungen halten Opfer von Zwangsprostitution und Menschenhandel davon ab, gegen die Täter auszusagen, erklärt Anwältin Barbara Steiner
Tätern ist schwer auf die Schliche zu kommen, da Opfer sich quasi nie zur Polizei trauen - Gewalt massiv angestiegen
Nach Treffen mit Anrainerbezirken dürften Zonen am Sechshauser und Neubaugürtel nicht kommen
Das mit der SPÖ beschlossene Prostitutionsgesetz hat viel Kritik geerntet - Birgit Hebein von den Grünen stellt sich der Diskussion mit der Sexarbeiterin Stephanie M.
Steuerungsgruppe stellt bei der ersten Tagung einen Rückgang bei der Straßenprostitution fest
Cortolezis-Schlager (ÖVP): Gesetz gegen Prostitution
Sozialsprecherin Hebein stößt mit ihrer Forderung auf heftigen Widerstand bei Wirtschaft und Opposition
Während europäische Frauenlobbys mittlerweile gegen Prostitution als Gewerbe kampagnisieren, hält man in Österreich unbeirrt am Fernziel der "selbstbestimmten Sexarbeiterin" fest - Eine Illusion, wie Experten meinen
"Am Schauplatz" über Prostitution in Deutschland und Schweden - Reporterin Grabner: "Die mondäne Hure gibt es nicht"
Scharfe Kritik an Vorgehensweise - Rechtslage sei komplex und intransparent
Nun bestellen sich die Anrainer verstärkte kontrollen, im Stuwerviertel 80 pro Tag!! und bekommen sie, obwohl Verstöße gegen das dumme Prost. G. nicht gesundheitsschädlich sind. Bestellen sich die Anrainer von Hauptstrassen verstärkte Kontrollen und korrekte Einstellung der Radargeräte, statt der heute üblichen viel zu hohen Einstellungen, so werden sie nur ausgelacht, und dasobwohl die Läm- und Abgaswerte an den Hauptstrassen schwer gesundheitsschädlich sind.
Mit einem Wort wir haben wieder die wertvollen Herrenmenschen im Stuwerviertel und im Bereich der Felberstrasse und der äußeren Mariahilferstrasse und die Untermenschen an den Hauptstrasssen, die im Lärm und Abgas verrecken können.
Das Problem mit dem neuen Prostitutionsgesetz liegt darin, dass die Politik heuchlerischen Rosinenpickern bereitwillig nachgegeben hat.
Sowohl im Stuwerviertel, wie auch im Bereich Felberstrasse und äußerer Mariahilferstrasse haben BürgerInnen, die im Wissen um die Zustände in diese Gebiete gezogen sind und sich der entsprechend geringen Mieten erfreut haben, plötzlich einen Moralischen bekommen und laut geschrien, die Sexworkerinnen müssen weg. Die Politik sagt sofort ja und verspricht Erlaubniszonen. Allerdings bleibt nur der wohl schwächste aller Bezirksvorsteher, Hr. Kubik mit der Praterzone "übrig".
eine Legalisierung der Zuhälterei. Wenn ein Zuhälter nun die Zimmer überteuert vermieten kann ist das eine legalisierte Form und damit ist er nicht mehr strafbar. Oder zumindest sehr schwer. Wenns jemanden interessieren würde, denn so richtig ernst wird Zuhälterei imho nicht verfolgt.
"Das neue Gesetz habe neue starke Männer in Wien gemacht, heißt es in der Szene."
"Seit sich der Straßenstrich auf die zwei Gebiete konzentriert, brauchen viele der Frauen einen "Beschützer", die vorher keinen hatten."
Wer hätte das gedacht?
Die Wiener Frauenstadträtin und die Grünen als Förderer der Zuhälterei!
Die Lösung wäre ein echter Rotlicht-Viertel mit
angemeldeten und als Gewerbeteribender anerkannten Prostituierten, die ganz normal Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen zahlen.
Was ist daran so schwierig, das zu machen ?
Das funktioniert in vielen Ländern Europas.
Das Prostitutionsgesetz geht auch auf Kosten der Anrainer der Hauptstrassen, die seit dem neunen ProsG. kaum mehr kontriolliert werden, da die Resourcen der Polizei von den heuchlerischen Bewohner des Stuwerviertels, die in Kenntnis der Tatsache, dass in diesem Gebiet SWs ihrerem GEschäft nachgehen dorthin gezogen sind, und der Felberstrasse mit einer Unzahl an Kontrollen blockiert werden, und das nur um dem geheuchelten "Moralischen" der Betreiberinnen der entsprechenden B.I.s zu entsprechen. Dafür werden die Anrainer der Hauptstrassen, welche oft schon vor einem hirnrissigen Ausbau der Strassen zu Rennstrecken, wie z.B. dem Handelskai, dort wohnten, in Lärm und Abgasen verrrecken gelassen.
wertvolle Menschen vd. Untermenschen!!
Hebt das Verbot der Prostitution in Wohnungen auf!
Früher war es erlaubt, dass Frauen eine Wohnung anmieteten, um dort selbstständig zu arbeiten. Den Bordellbetreibern ging Geschäft durch die Lappen, und sie machten mächtig Propaganda. In Häusern in denen eine Prostituierte arbeitete, wurde das Stiegenhaus verunreinigt, Hausbewohnerinnen blöd angequatscht. Allerdings nicht von den Kunden, sondern von Männern, die sich als solche ausgaben. Die Politik ging in die Knie, und zwang die Frauen in "Hostessenstudios".
Ich kann Ihnen nur vollständig zustimmen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es - verglichen mit einem Durchschnittsnachbarn - größere negative Auswirkungen auf mich hätte, wenn eine Prostituierte in der Nachbarswohnung ihre Dienste anbietet. Es gibt auch eine Berliner Studie, die dies wissenschaftlich untersucht und in etwa zum gleichen Ergebnis gekommen ist. Ich glaube Ihnen auch vollkommen, wenn Sie meinen, dass die von Ihnen angesprochenen negativen Auswirkungen in den Stiegenhäusern von Zuhältern initiiert wurden, deren mieses Geschäft durch freie Wohnungsprostitution natürlich entscheidend ausgedünnt werden würde.
Schau mal die hunderten einschlägigen Erotikanzeigen in der Krone oder Kurier.
Es wird nur dann geahndet, wenn die Mitbewohner sich belästigt fühlen, sonst kein Problem.
Aber jetzt, als die Strassenprostitution praktisch verboten ist, wird die Wohnungprostitution wahrscheinlich ausufern.
Wohnungsprostitution wird nur toleriert, wenn die Wohnung einen eigenen Eingang hat und Mindestabstände zu bestimmten Institutionen eingehalten werden. Die Zahl der geeigneten Wohnungen ist entsprechend gering, die Mieten entsprechend hoch. Diese Art der Wohnungsprostitution führt erst Recht zu einer prekären Lage unter den Prostituierten. Nur die fast völlige Freigabe der Wohnungsprostitution würde die Situation verbessern.
Ein Interview mit Christian Knappik über das neue Wiener Prostitutionsgesetz und Versäumnisse der Landes- und Bundespolitik im Bereich Sexarbeit.
http://www.linkswende.org/6126/Pros... es-bereits
Christian Knappik spricht auch am Kongress "Marx is Muss":
http://www.linkswende.org/marxismuss2012/
Obwohl es die Prost. seit 1000ten Jahren unter den verschiedensten Formen gibt, vom Totalverbot bis hin zu 100%legal gibt es dzt. alles...aber erst vor etwa 10 Jahren kam es durch EU, neuen Konzepten und auch durch das Internet & Digitalpics zu einem Wandel vom Anbieterbestimmten hin zum Dienstleistungsbiz..es gibt mittlerweile beim Laufhaus fast 100% Rechtssicherheit, was neue Projekte ermöglicht. Es gibt viele verschiedene Faktoren, doch eines gab es noch nie, eine anerkannte Standesvertretung, weil rechtlich bisdato unmöglich & politisch ein Stiefkind war, um mit dem Gesetzgeber auf eine Ebene mit allen Beteiligen versucht realitsnahe sichere Konzepte zu entwickeln. Transparenz, Offenheit, Kooperation aber da fehl noch zig Diskussion
kindesmissbrauch, vergewaltigung und mord. dafür gibt es auch keine standesvertretung etc. zurecht.
und prostitution ist kein beruf der aus freien stücken gewählt widr, sondern zu 90% sind die "sexarbeiterinnen" frauen ohne perspektive, mit schweren psychischen und alkohol- bzw. drogenproblemen die von grauslichen losern (aka zuhältern) und ihren "kunden" (aka losern) ausgenutzt werden.
die romatische verklärung der selbstbestimmten hure ist widerwärtig und unwürdig.
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