Postengerangel im österreichischen Sport

30. Oktober 2012, 18:09
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Langwierige Bestellung des Sporthilfe-Chefs und Gerüchte um Anja Richter - offene Fragen auch im ÖOC-Vorstand

Wien - Wichtige Entscheidungen stehen an. Jene über die Sportler des Jahres, die bei der Galanacht des Sports (Mittwoch, 18.20 Uhr, ORF 1) in Vösendorf vor den Vorhang gebeten werden, sollte die größte Aufmerksamkeit erregen. Doch vor allem hinter den Kulissen wird derzeit ordentlich gerangelt - um Posten und Ämter.

So schrieb die Sporthilfe den Posten des Generalsekretärs neu aus. Die Zeiten haben sich geändert - im Juni 2008 war der Vertrag des seit 2000 im Amt befindlichen Anton Schutti nur auf Vorschlag des damaligen Staatssekretärs Reinhold Lopatka (ÖVP) um vier Jahre verlängert worden.

Nun hat der Personalberater Deloitte auf Wunsch von Sportminister Norbert Darabos (SPÖ) eine Shortlist erstellt. Auch Schutti tritt wieder an. Das Magazin Profil berichtete, Darabos würde seine Kabinettsmitarbeiterin, die ehemalige Wasserspringerin Anja Richter forcieren. Darabos ließ dementieren - Deloitte werde "eine Entscheidungsgrundlage erstellen, auf deren Basis das Präsidium der Sporthilfe noch heuer eine neue Geschäftsführung bestimmen wird". Sporthilfe-Präsident ist Minister Darabos.

Die Entscheidung über Schuttis Nachfolge hätte im Oktober fallen sollen, verzögert sich aber bis Dezember. Sollte Schutti, dessen Vertrag mit Jahresende ausläuft, nicht sich selbst nachfolgen, bleibt kaum Zeit für eine geregelte Übergabe.

Gerangelt wird auch im ÖOC-Vorstand. Am 6. November finden Neuwahlen statt. Fix ist, dass ÖOC-Präsident Karl Stoss im Amt bleibt. Der Generaldirektor der Casinos Austria ist einziger Kandidat fürs höchste Amt des Olympia-"Entsendundungsvereins" (Copyright Darabos). Ansonsten könnte sich unter den insgesamt zwölf zu wählenden Vorstandsmitgliedern einiges ändern. Wahlberechtigt sind die Fachverbände der olympischen Sportarten, die drei Dachverbände und die BSO.

Paul Schauer tritt als ÖOC-Vize nicht mehr an. Sein Nachfolger als Präsident des Schwimmverbands, Christian Meidlinger, wurde zwar gefragt, hat aber abgewunken. Dennoch gibt es dem Vernehmen nach mehr Kandidaten als Vorstandsämter. Peter Kleinmann (Volleyball) und Otto Flum (Radsport), derzeit Beiräte, gelten als aussichtsreich. Auch Ralph Vallon, dem Ex-Kommunikationschef der FPÖ und aktuellen Präsidenten der Leichtathleten, werden Ambitionen nachgesagt. (Fritz Neumann - DER STANDARD, 31.10 2012)

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    Schuttis Vertrag als Sporthilfe-Generalsekretär läuft bald aus.

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