Affen-Sex findet aus gutem Grund heimlich statt

1. November 2012, 20:38

Konkurrenzdruck führt dazu, dass sowohl Männchen als auch Weibchen Fortpflanzungsversuche anderer stören

Rijswijk - Kein Schamgefühl treibt Affen dazu, dem Sex lieber im Verborgenen zu frönen, sondern die schlichte Notwendigkeit: Auf diese Art verhindern sie nämlich, dass sie beim Akt gestört werden. Und solche Sabotageversuche sind die Regel, wie niederländische Forscher in der Fachzeitschrift "Behavioral Ecology and Sociobiology" berichten.

Das Team um Anne Overduin-de Vries untersuchte das gruppendynamische Sexualverhalten von 27 Javaneraffen (Macaca fascicularis), die im Biomedical Primate Research Centre in den Niederlanden leben. Wie in allen Primaten-Gruppen, die sich aus vielen Männchen und Weibchen zusammensetzen, kam es auch hier häufig zum Wettbewerb um die Sexualpartner. Die Forscher stellten dabei fest, dass sowohl Männchen als auch Weibchen andere Pärchen bei der Paarung belästigen. Beide Geschlechter versuchten das Sexualverhalten ihrer Gruppenmitglieder zu verhindern. 

Zuschauer unerwünscht

Gleichzeitig passten sie alle ihr eigenes Sexualverhalten an, indem sie in Anwesenheit potenziell lästiger Zuschauer seltener um Sexualpartner warben. Dieses Zuschauerverhalten zeigt, dass es ein Konkurrenzverhalten sowohl unter Männchen als auch unter Weibchen gibt.

Als Konsequenz fanden Paarungen meist im Verborgenen statt. Eine gezielte Strategie konnte jedoch nicht ausgemacht werden - eher scheint es der Fall zu sein, dass die Tiere einfach günstige Gelegenheiten beim Schopf ergreifen, wenn zufällig mal keiner hinsieht (außer den Forschern). Untergeordnete Tiere können dabei ausnahmsweise von ihrem niedrigen Rang profitieren. Da sich Nicht-Alphamännchen und -weibchen auch physisch am Rande der Gruppe befinden, kommen sie öfter zur Gelegenheit von unbeobachtetem Sex. (red, derStandard.at, 1. 11. 2012)

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22 Postings
Gruppensex gibt es wohl nur bei den Menschen,

die anderen Tiere haben einen reiferen Zugang zum Sex.

Der Text unter dem Bild ist falsch. Die Geste des Schwerenöters bedeutet eindeutig: "Du kannst mir wirklich glauben 30 cm sind in etwa so viel."

Ich mag den kleinen Stecher aud dem Bild oben ;)

Der Artikel hat mich an dieses Video erinnert ;)

http://www.youtube.com/watch?v=h1FJpuGRiHY

"eher scheint es der Fall zu sein, dass die Tiere einfach günstige Gelegenheiten beim Schopf ergreifen, wenn zufällig mal keiner hinsieht"

Erinnert mich an die Schwarzenegger Geschichte mit seiner Haushälterin (" ...plötzlich war ich mit ihr im Haus allein ..."

cockblocker monkey

Da sich Nicht-Alphamännchen und -weibchen auch physisch am Rande der Gruppe befinden, kommen sie öfter zur Gelegenheit von unbeobachtetem Sex.

:-)

warum nicht schamgefühl?

ist nicht schamgefühl selbst die konsequenz aus dem evolutionären druck, sich nicht stören zu lassen?

Schamgefühl haben wir vermittelt bekommen - behaupte ich mal. Auf die Idee bin ich nicht selbst gekommen. Bei uns ist es zudem katholisch verstärkt.^^

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Weil Schamgefühl ein Bewusstsein vorraussetzt.

Affen können sich aber nicht als Affen wahrnehmen.

Falsch!!!

Wurde in Versuchen schon bei mehreren Tieren, auch Affen, bereits nachgewiesen, daß sich Afffen selbst als Affen wahrnehmen.

Entschuldigung, habe nicht genau genug gelesen. Ob der Javaneraffe (Makake) auch über Selbstwahrnehmung verfügt entzieht sich meinem Wissen.

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Naja - er kann sich mit etwas Training als sich selbst in einem Spiegel erkennen.

Keinesfalls ist er aber dazu fähig, irgendwelche bewussten Handlungen sich selbst betreffend vorzunehmen.

Dementsprechend kann er auch kein Schamgefühl besitzen.

Was hat denn bitte ein Schamgefühl

mit höherer geistiger Entwicklung (Bewußtsein) zu tun? Darum ist es ja auch kein Schamgedanke, sondern ein Schamgefühl.

Das könnte durchaus von Instinkten ausgelöst sein. Genauso wie Hunger, Durst, Lust...

klingt unlogisch

ich bin zwar auch kein experte (deshalb bitte einen link), aber, dass ein affe sich selbst betreffende handlungen nicht durchführen kann scheint seltsam oder sie haben sich nicht korrekt artikuliert.

immerhin haben sie eine hirarchie mit mehr oder weniger komplexen rängen, ein ausgeprägtes verhaltensmuster, ziehen schlüsse aus ihrem handeln (lernen) und wissen, wie viele domestizierte tiere oft auch, was falsch und richtig ist (in relation zur eingeschränkten wahrnehmung/lebensumfeld). Da der Affe dem Menschen evolutionsbedingt am nahestehendsten ist, bezweifle ich ihre Aussage komplett und behaupte logischerweise das gegenteil.

Hast du einen Link

die deine Aussage untermauert??

Ich glaub sogar, dass Schweine so viel Bewusstsein besitzen sich selbst als Schweine wahrzunehmen. Sprich sie können ein Schwein von einer Kuh unterscheiden.

In die Affen reingeschaut?

Mein aus zahlreichen Tierdokumentationen zusammengetragenes Wissen sagt, dass sich manche Affen sehr wohl im Spiegel selbst erkennen.

beilagenfoto und subtext

ist das aus der Bunten?

Super Bild und Bildtext!

im wissenschaftsteil?

das fällt unter brachialiserung der wissenschaft im
tageswissenschaftsjournalismus

Müssen Kapuzineraffen sein...

...klingt jedenfalls alles sehr katholisch!

Naja aber heiraten tuns ja nicht vorher :)

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