Team Stronach: Umstrittener Klubchef ohne Klub

  • Barbara Prammer will, dass bei der Klubgründung alles mit rechten Dingen zugeht - und lässt deshalb Gutachten einholen.
    foto: apa/neubauer

    Barbara Prammer will, dass bei der Klubgründung alles mit rechten Dingen zugeht - und lässt deshalb Gutachten einholen.

  • Robert Lugar von der Stronach-Partei.
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    Robert Lugar von der Stronach-Partei.

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Zurück zum Anfang heißt es für das Team Stronach: Statt des erhofften Klubs gibt es eine Absage an den gestellten Antrag. Wegen eines Formalfehlers muss er neu gestellt werden. Innerhalb der Neo-Partei nehmen die Irritationen zu

Wien - Für das Team Stronach rückt nicht nur die erhoffte Klubbildung in weite Ferne, auch intern nimmt der Ärger zu.

Robert Lugar, der sich auf einem offiziellen Antrag als Klubobmann bezeichnet, sorgt innerhalb der kleinen Truppe bereits für Irritationen. Aus Team-Stronach-Kreisen ist zu hören, dass man ihn aufgrund seines Führungsstils als "Napoleon" bezeichnet. Lugar weist das zurück: "Mit Napoleon habe ich nichts gemeinsam, ich habe einen sehr konsensualen Führungsstil."

Dass Lugar bereits bei der ersten Anforderung gescheitert ist, stützt seine Position intern jedoch wenig. Das Ziel war, möglichst schnell einen eigenen Parlamentsklub zu gründen. Der Antrag der Neo-Partei wurde von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) nun aber erwartungsgemäß zurückgewiesen. Fünf ehemalige BZÖ-Abgeordnete haben den Antrag gestellt. So viele müssen es mindestens sein, um Anspruch auf einen eigenen Klub zu haben.

Streitfrage Markowitz

Wie der Standard bereits berichtet hat, wurde der Antrag jedoch zu früh eingereicht - nämlich als einer der Antragsteller, Stefan Markowitz, noch Mitglied im orangen Klub war. Das sei "rechtlich heikel", sagt Ewald Stadler (BZÖ). Es sei nicht zulässig, einen neuen Klub zu beantragen, während man noch in einem anderen sitzt.

Derselben Meinung sind die Klubobleute sämtlicher Parlamentsparteien, die am Dienstag zu der Präsidiale zusammengefunden haben, und "dieser Rechtsauffassung trete ich bei", betont Prammer. Derzeit scheitert das Vorhaben daran, dass aufgrund des Formalfehlers kein gültiger Antrag vorhanden ist.

Nun hat das Team Stronach mit 30. Oktober einen neuen Antrag eingebracht - auf dem Lugar erneut als Klubobmann bezeichnet wird. Der wird nun geprüft. Prammer: "Es muss wirklich alles Hand und Fuß haben."

Streitfrage Köfer

Und eine weitere Frage muss noch geklärt werden: Das Team Stronach, dessen Chef gerne Mitarbeiterbeteiligung propagiert, scheint es mit diesem Wert nicht genau zu nehmen. Während fünf Abgeordnete im Moment um die Anerkennung des Klubstatus werben, fehlt im Antrag einer: der Ex-SPÖ-Abgeordnete und jetzige Kärntner Spitzenkandidat des Teams Stronach, Gerhard Köfer. "Ich bin nicht in die Klubgründung involviert", sagt er.

Ob er jetzt doch mitmischen will, entscheidet er diese Woche. Mit dem Weglassen Köfers auf dem Antrag verhindert das Team Stronach, dass es zu einer Abstimmung im Nationalrat über den Antrag kommen muss.

Hintergrund: Der Zusammenschluss von Abgeordneten unterschiedlicher Wahlparteien zu einem Parlamentsklub bedarf der Genehmigung des Plenums. Prammer will prüfen, ob es sich beim Weglassen Köfers um eine Umgehung handelt. Zwei Gutachten sollen Klarheit schaffen.

"Das wird zügig geschehen, davon gehe ich aus", sagt die Nationalratspräsidentin. Eine weitere Präsidiale sei für 8. November angesetzt. "Ausgemacht ist, dass sich Köfer um Kärnten kümmert", sagt Lugar. "Wenn er im Klub involviert wäre, wäre es zeitlich sehr aufwändig für ihn."

Umstrittener Klubchef

Lugar sagt, er wurde von den fünf Ex-BZÖ-Mandataren "zum Klubchef erwählt", an dieser Entscheidung war Köfer nicht beteiligt. Lugar sieht sich "formalrechtlich" als Klubchef, das müsse nur von Prammer bestätigt werden. Ganz so fix ist das aber nicht: Sein Kollege Erich Tadler sagt, Lugar sei nur Sprecher für die Verhandlungen mit Prammer, der Klubchef soll dann in einer "demokratischen Wahl" gewählt werden. (Saskia Jungnikl, Rainer Schüller, DER STANDARD, 31.10./1.11.2012)

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zum Stichwort mitarbeiterbeteiligung: das klingt ja auf dem ersten blick hervorragend, in Wirklichkeit lagert der Unternehmer das unternehmerische Risiko auf die Mitarbeiter aus. unter dem Motto ihr seid für das unternehmen verantwortlich,arbeitet gut und viel und ihr habt geld ohne ende, soweit so gut. Wieviele Mitarbeiter von stronach sind denn noch Milliardäre? da hat wohl etwas nicht ganz geklappt. Diese Mitarbeiter sind wie Kastraten, es wird ihnen vorgespielt eine schöne Frau zu haben nur können sie damit nichts anfangen, das bedeutet, kleide sie Gut, ernähre sie, kaufe ein haus, auto.... aber das wars, denn am Abend kümmert sich der echte Chef darum der nicht kastrierte...ich weis hinkt ein wenig aber ich habs versucht.

Hinkt NICHT! SUPERPOSTING! Danke

Stronach muss echt zuviel Geld haben.

Bei Austria Wien hat er mit maximal viel Geld minimal viel herausgeholt. Gestrandete Politiker hat er aufgenommen. Was hat z.B. Westentaler geleistet bzw. war er für Stronach dessen eingesetztes Geld wert? usw.
Jetzt setzt er auf "Politiker" die noch wesentlich bedeutungsloser als Westentaler sind. Und die sich bei der erstbesten Gelegenheit mit dem Wind drehen. Ich sage nur FPÖBZÖFPK - olles oans! Und nach BZÖ halt Stronachs Partei. Beschämend.

stronach hat nicht zu viel geld, was er hat ist macht und das beruht auf seinem geld. macht hat immer der von dem andere etwas wollen. in diesem fall ist es klar das stronach etwas hat das andere wollen - geld- und dadurch hat er macht über die meisten menschen, solange wir in einer vom kapital gesteuerten Gesellschaft leben. (ob gut oder schlecht das sei dahingestellt)

Endlich - ein Milliardeer muss heer!

Denn der versteht die Sorgen der kleinen Hackler.
Der weiß wie es ist, Kredit und Enegienachzahlung nur mühsam zusammen zu kratzen...

Stronis Lebensziel u.a. ist Politiker zu sein

hat es in Kanada versucht und nun hier.
Lasst ihn doch. Er ist 80 und baldmist Weihnachten.

.

Mein Tipp...

...war, dass Team Strohsack 6 Monate nach der Wahl implodiert. Ich war zu pessimistisch..;-)

nicht verschreien!

Wenn die Politik streitet soll das Volk wie bei der Wehrpflicht schichten?

Unabhängig wie man zum Team Stronach steht sollte man nicht vergessen, dass die im Parlament sitzenden Parteien Mitschuld an der derzeitigen Situation haben, weil sie es seit Jahren verabsäumt haben eindeutige Regeln zu schaffen. Wenn wir schon nicht gefragt wurden als ihr auch selbst die Legislaturperiode von 4 auf 5 Jahre verlängert habt, dann lasst am 20. Jänner gemeinsam mit der Wehrpflichtfrage das Volk entscheiden, ob das Volk einen Clubstatus des Teams Stronach wünscht, da wir es sind die dafür blechen müssen. Haben die Parteien den Mut das Volk als Schiedsrichter anzurufen?

Passt scho,

mochts weida! :-)

Wer soll solche Pappnasen wählen ?

Hier gehts nicht um die Spö, hier gehts um das Team Stronach!

Die Pappnasen werden ziemlich verlieren, der Stronach und der Strache werden ordentlich zulegen!

der Begriff "Pappnasen" ist aber schon auch auf FPÖ/BZÖ & Team Stronach amwendbar

auch wenn er auf SPÖ u.ÖVP genauso anwendbar ist.
Böse Zungen behaupten, dass sogar bei den Grünen welche aufzufinden seien

Pappnasen sind sie alle,

da kommt es auf ein paar mehr oder weniger nicht an.
Wenn man sieht wie das verdiente und mehrmals versteuerte Geld weniger und weniger wird, dann kommt man zu dieser Ansicht.
Eine besondere Art von Pappnase ist der Nowotny, der scheint mir der dümmste und ahnungsloseste zu sein!

jede pappnase ist eine zuviel + wird mitgezählt!

Kronenzeitungs-Leser ?

weil:
da darf ja Großonkel Frank seit einigen Monaten (gratis ? ? ?) am Sonntag immer "die Welt erklären"

Bis jetzt

...war ich auf der Seite vom Team Stronach, was die Klubgründung betrifft. Wenn aber die Geschäftsordnung (in Übereinstimmung mit den entsprechenden Gesetzen) vorsieht, dass es eine Plenarabstimmung gibt, wenn Ehemalige aus anderen Parteien dazukommen, wäre der Fall Köfer eine eine Umgehung der Bestimmungen, wie sie klarer nicht mehr geht. Was Lugar dazu sagt, ist einfach nur lächerlich.

Wenn es daran scheitert ...

dass sich Lugar als Klubobmann bezeichnet, lache ich mich halbtot.

Rein rechtlich stimmt das natürlich, denn ein Klubobmann muss ja gewählt sein, und eine Wahl kann erst stattfinden, nahcdem sich der Klub konstatiert hat.

Das TFSFÖ oder wie sie sich nennen, könnte einen neuen Rekord schaffen: Der erste Parlamentsklub, der sich auflöst, bevor er gegründet wurde.

Mit Frenkie Schinkels wäre das nicht passiert. ;-)

die ausgrenzung köfers zeigt, daß es sich beim team stronach um einen bzö-ableger handelt.

köfner wird nicht ausgegrenzt, der wird praktischerweise nur nicht offiziell genannt um abstimmung zu umgehen

Blödsinn

Grandios

Da kann man schon Wetten abschließen:

Wer von den derzeitigen Mitgliedern ist bis zur nächsten Wahl noch dabei? Und existiert das "Team Stronach" überhaupt so lange, dass es bei bundesweiten Wahlen antreten kann?

Das klingt so, als haett Stronach

sich nur Sonderangebote mit kleinen Fehlern herausgesucht - seine Erwerbungen scheinen wenig teamfaehig, und koennen die Geschaeftsordnung des Parlaments nicht lesen. Das kommt davon, wenn man am falschen Ende spart.

Sonderangebote mit kleinen Fehlern

manchmal auch zweite qualität genannt. wenn man sich die erste qualität anschaut, dann weiß man erst, was das bedeutet.

wären sie teamfähig, wären sie noch im BZÖ gewesen

und keine wilden abgeordneten.

jene die später folgten, nehmen es mit transparenz und ehrlichkeit nicht so genau.

eines haben alle gemeinsam: da niemandem die fehler bei der gründung aufgefallen sind, zählen sie alle nicht zu den schlauesten und leiden an massiver Selbstüberschätzung.

freue mich schon darauf, sie öfter reden zu hören: wird sicher lustig bis zur nächsten Wahl und dann werden wir wohl kaum noch von ihnen hören. entweder feuert sie stronach oder die wähler haben haben sie durchschaut.

wäre natürlich auch lustig, wenn einer wieder austreten würde (tadler?). dann ist es wieder vorbei mit dem klub. folgt dann eine weitere neugründung mit köfer?

aber da gabs ja auch schon Unstimmigkeiten ...

ein Minenfeld

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