Pfarrerinitiative gibt sich strengere Regeln

30. Oktober 2012, 17:25

Initiative zieht nach Missbrauchsvorwürfen gegen zwei Mitglieder Konsequenzen - Neue Mitglieder sollen überprüft werden

Wien - Seit Donnerstag steht die Pfarrer-Initiative in der Kritik, weil sich Missbrauchstäter in ihren Reihen finden. Jetzt zieht man die Notbremse: Der Vorstand hat sich auf ein Prozedere geeinigt, auch die Mitgliedschaft wird künftig neu geregelt.

"Wir wollen bei der Aufnahme prüfen, um wen es sich dabei handelt", sagt der Sprecher der "ungehorsamen" Pfarrer, Helmut Schüller, zum STANDARD. Eventuell werde man auch "mit Leuten aus der jeweiligen Diözese Rücksprache halten, um Klarheit zu bekommen". Genau hinschauen will man aber auch bei den bestehenden Mitgliedern: "Wir durchforsten jetzt gerade die Listen. Es ist eine Grenze, die uns beschäftigt. Aber die muss gezogen werden, sonst kommen wir wieder in solche Diskussionen."

Schüller: Vorwürfe werden überprüft

Das vom Vorstand verabschiedete Prozedere sei eindeutig: "Ist jemand mit Vorwürfen konfrontiert, dann hat er bis zur Klärung der Vorwürfe die Mitgliedschaft ruhend zu stellen. Sollten die Vorwürfe dann als zutreffend betrachtet werden, gibt es keine Mitgliedschaft in der Initiative."

Bei den zwei Fällen, die bekannt geworden sind, handelt es sich einerseits um einen ehemaligen Erzabt, der sein Amt niedergelegt hat, nachdem in die Öffentlichkeit gelangt war, dass er vor 40 Jahren einen Minderjährigen sexuell missbraucht haben soll. Schüller sagt dazu, er habe zwar gewusst, dass dieser "wegen Vorwürfen zurückgetreten ist, aber mehr habe ich nicht gehört". Mittlerweile haber er sich "aber schlau gemacht". Das andere Initiative-Mitglied ist ein steirischer Priester, dem auch Missbrauch vorgeworfen wird. Schüller: "Jetzt haben wir die Regelung festgelegt und schauen uns die beiden Fälle an. Dann werden wir handeln." (mro/pm, DER STANDARD, 31.10./1.11.2012)

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ZUR ERINNERUNG, . . . zu all dem gibt es unter . . .

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www.diepresse.com
RELIGION 31.10.2012|Online
"Missbrauchsvorwürfe: Pfarrerinitiative schafft Prozedere"

… "conscience-reality-check" ...

http://diepresse.com/home/pano... ern.portal

und weiters unter

www.diepresse.com
RELIGION 21.10.2012|Online
"Pfarrer-Initiative bemüht sich nun auch um Laien"

… "the-show-must-go-on" ...

http://diepresse.com/home/pano... ern.portal

wirklich hervorragende, lesenswerte Kommentarserien, die Herrn
Helmut “Schüller und seinesgleichen“ sicherlich "zum Nachdenken"
anregen werden, besser noch, "zum Handeln" anregen sollten.
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"Es ist eine Grenze, die uns beschäftigt. Aber die muss gezogen werden, sonst kommen wir wieder in solche Diskussionen."

Das ganze ist eine Reaktion auf Kritik.
Braucht es in vielen Bereichen den Druck von außen, bis etwas verbessert wird?

www.betroffen.at
www.kirchen-privilegien.at
www.atheistische-religionsgesellschaft.at

"Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben." (Michail Gorbatschow)

ja, toll

DAS nenne ich eine glaubhafte distanzierung. kindesmissbrauch ist eine grenze, die noch beschäftigung mit dem thema braucht, um sie beurteilen zu können. und der sinn ist nicht der schutz der anvertrauten schäfchen, nicht mal vorleben christlicher, sondern die vermeidung von diskussionen.
toll! chapeau!

wieso ? der Zweck der PI ist Menschen mit einer Meinung zu Reformen zusammenzuschließen und nicht ein Verein eröffnen zum Schäfchenschutz .wenn Sie eine Initiative zur Verbesserung der Straßenverkehrsordnung gründen sind sie nicht gewappnet darauf, alle Umweltsünder seit dem Jahre Schnee herauszufiltern.

Jetzt haben wir die Regelung festgelegt und schauen uns die beiden Fälle an. Dann werden wir handeln.

Noch stehen die Handlungen aus! Wir werden uns ansehen, wie gehandelt wird.
Jedenfalls erwartet sich die Plattform Betroffener von der Pfarrerinitiative eine klare Stellungnahme, dass Verjährung im Zivilerecht bei Entschädigsforderungen nicht eingewandt wird. Wenn es keine klare Abkehr von der Vorgangsweise der Klasnic-Kommission gibt, bleibt, sind auch die "Ungehorsamen" auf Seiten der Vertuscher und Verantwortungslosen.
Sepp Rothwangl, Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt

auch bein den ungehorsamen tut man sich schwer

mit konsequenzen von perversen subjekten in den eigenen reihen. ansonsten hätte es nicht bis zum öffentlichen druck gebraucht um diese wischi waschi regeln aufzustellen.

kath. kirche bleibt kath. kirche.

...warum schmeisst eigentlich die katholische kirche diese "ungehorsamen männer" nicht aus ihrer firma????

Weil sie sich damit in der öffentlichen Meinung noch mehr in Misskredit bringen würde, als dies ohnehin schon der Fall ist, und sie zugleich sehr gut weiß, dass ihre gesamte Existenz in der bestehenden Form langfristig betrachtet von dieser öffentlichen Meinung abhängt.

Richtig. Aber dafür haben sie jetzt auch eine Begründung dafür dass sie sagen können "die sind auch nicht besser als wir".

...warum bekomme ich stricherl, aber keine antworten???

so halt.

(und noch ein rotes, fürs plärren).

meister eder, meister eder...

...was ist denn das für eine diskussionsUNkultur???

wie wärs damit

weil diese "ungehorsamen" wohl ein paar frustrierte schäfchen davon abhalten, sofort hinzuschmeissen und auszutreten. im endeffekt unterstützt diese initiative mit ein bisschen öffentlichem streit bloß den kommerziellen erfolg der amtskirche und werden deshalb natürlich toleriert (oder geschätzt).
also so wie die paar linken in der spö ;-)

Die "paar Linken" in der SPÖ? Das passende Äquivalent wären dann wohl die "paar Christen" in der katholischen Kirche?!

...vielen dank für ihre antwort.

jetzt ist mir, spät aber doch, ein licht aufgegangen.

wunderbar formuliert!

Frage:
...warum schmeisst eigentlich die katholische kirche diese "ungehorsamen männer" nicht aus ihrer firma????
Antwort:
Weil es sexuelle Diskriminierung ist wenn nur Männer hinausgeworfen werden.

Eine andere Möglichkeit wäre, dass es nicht mehr leistbar ist den Bestand noch weiter zu dezimieren.

Firma/Konzern ist der richtige Ausdruck für diese Partie!

einfach nur peinlich

Das diese Meldung mit 5 Tagen Verspätung im Standard erscheint

Jetzt wo die "Freunde" angegriffen werden, muss man bei der Verteidigung vorsichtiger umgehen. Eigentlich ein aufgelegter Elfmeter für die Bischöfe. Die ungehorsamen Hirten sofort laisieren lassen.
Sollen sie doch offiziell mit ihren Freundinnen ein neues Leben beginnen. Zum Beispiel suchen BILLA und Spar immer Feinkostverkäuferinnen. Wieso nicht auch auch mal ein Wurstverkäufer? Gott hat doch Mann und Frau die beiden gleichen Talente gegeben?

Mir scheint die Pfarrer-Initiative behandelt dieses Thema um Lichtjahre besser als die Katholen!

Das sind aber auch "Katholen",

wenngleich sie sich für "Besser-Katholen" halten!

Neinnein, mitnichten!

Sie sind nicht die "besseren" Katholiken, sondern die einzigen. Die Papsttreuen sind nämlich Götzendiener.

Sowohl Initiativ-Priester wie auch "normale" Priester sind hier Katholiken! ;)

Auf jedenfall besser wie das rote Wien

Da gibt es in den eigenen Heimen keinen Missbrauch.

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