"Den Hitler kriegt nur ein Österreicher hin"

Interview |
  • Johannes Silberschneider als Adolf Hitler, Ulrich Tukur (li.) als " Wüstenfuchs" Erwin Rommel in Niki Steins Film "Rommel".
    foto: orf/swr/kerstin stelter

    Johannes Silberschneider als Adolf Hitler, Ulrich Tukur (li.) als " Wüstenfuchs" Erwin Rommel in Niki Steins Film "Rommel".

  • Johannes Silberschneider
    foto: orf/ali schafler

    Johannes Silberschneider

Johannes Silberschneider spielt Hitler im TV-Film "Rommel" von Niki Stein - Dem STANDARD erzählt er von seiner Zelluloid-technischen Sühne

STANDARD: Wie war das, als man fragte, ob Sie Adolf Hitler spielen würden?

Silberschneider: Ich dachte, es sei ein Irrtum, weil ich mich physiognomisch nicht als Hitler sehe. Ich wurde sonst eher als Goebbels besetzt. Und man hat mich gefragt, ob es für mich okay wäre, am Babelsberger Filmgelände 200 Meter im Kostüm zu gehen.

STANDARD: War das schwierig?

Silberschneider: Na ja, ich musste auch über die Straße gehen, mich so im öffentlichen Raum bewegen.

STANDARD: Was hat Sie überzeugt, die Rolle anzunehmen?

Silberschneider: Das Drehbuch. Ich habe geglaubt, das hat ein Militärhistoriker geschrieben, so genau war es. Ich sitze beim Lesen eines Drehbuchs mit Bleistift am Tisch und mache Anmerkungen. Hier gab es nichts zu notieren. Und es ist spannend wie ein Shakespeare-Königsdrama und ein investigativer Roman. Als ich dann gehört habe, dass der Ulli Tukur den Rommel spielt, war ich begeistert. Wir kennen uns schon lang.

STANDARD: Tukur sagt, nach "Rommel" wolle er keine Uniformen mehr tragen. Und Sie?

Silberschneider: Ich hab nie so viele Uniformen getragen wie er. Ich habe Juden und Nazis gespielt. Aber als junge Schauspieler haben wir gedacht, Hitler spielen kann jeder, da reicht es, einen Bart aufzukleben. Aber man muss sprachlich sehr genau sein. Den Hitler kriegt nur ein Österreicher hin.

STANDARD: Sie haben letztes Jahr Kurt Gödel in Daniel Kehlmanns " Geister in Princeton" gespielt. Was ist schwerer: das wahnsinnige Genie oder der wahnsinnige Diktator?

Silberschneider: Man muss sich immer öffnen, aber die Nacharbeit ist anders. Die Art, wie man Geister, die man rief, wieder loswird.

STANDARD: Als Helge Schneider Hitler spielte, diskutierte man darüber, ob man sich über ihn lustig machen darf. Wie sehen Sie das?

Silberschneider: Man kann jeden Menschen nur auf eine Weise spielen. Als Mensch. Wie auch immer der verführt oder missbraucht worden ist. Ich würde nie jemanden lächerlich machen wollen. Man kann Hitler nicht lächerlich machen, dann macht man die ganze Geschichte lächerlich. Im Dritten Reich war der Witz wichtig, aber wir haben einen viel größeren Abstand. Michael Hanekes Film Das weiße Band war ein Dekadensprung. Er zeigt, wie der Missbrauch der Kinder das System im 20. Jahrhundert zum Kippen brachte. Die mangelnde Empathiefähigkeit, der Rassengedanke - das hat ja eine Geschichte. Eine des Missbrauchs. Das spielt sich beim Österreicher im Keller ab.

STANDARD: Warum dann noch ein Film über Rommel?

Silberschneider: Die Arbeit von Niki Stein ist gelungen. Die hat nichts von Filmen der Generation, wo Regisseure versuchten, sich an einer Popfigur der Nazis wie Rommel abzureiben. Das ist ein differenziertes Anschauen einer scheiternden militärischen Figur, die in einem System gespalten ist.

STANDARD: Also hatten Filme über die NS-Zeit früher etwas von einer Selbsthilfegruppe?

Silberschneider: Ja, ich hatte oft das Gefühl, ich leiste Zelluloid-technische Sühne fürs 20. Jahrhundert.

STANDARD: Haben Sie für sich genug von Filmen über Nazis?

Silberschneider: Ich glaube schon. (Colette M. Schmidt, DER STANDARD, 31.10./1.11.2012)

Johannes Silberschneider (53), gebürtiger Steirer, arbeitet an Theatern in Deutschland, Österreich und der Schweiz und spielte in mehr als 100 Filmen. 2012 erhielt er den großen Diagonale-Schauspielpreis.

Hinweis
"Rommel", 1. November, 20.15 Uhr, ORF 2

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Lächerlich-oder warum Deutschland den Krieg verlieren musste

erzählt dieser Film, aber nicht so wie sich das die Mainstreamgehirne vorstellen: Ein Generalfeldmarschall, also ein herausragender militärischer Führer, der sowohl die strategischen als auch die taktischen Finessen seines Handwerkes beherrschen sollte, erkennt im Laufe seiner letzten 7 Lebensmonate, die Hoffnungslosigkeit der militärischen Lage und versucht tapsig und taktisch unklug den Führer zu "überzeugen". Als Generalfeldmarschall sollten ihm jedoch die Zahlen (allein die Sowjets erzeugten 1944 doppelt soviele Flugzeuge wie alle Achsenmächte zusammen, das BIPder Achse betrug 600 Mrd. US-Dollar-jenes der Alliierten 1.800 Mrd. US-Dollar) bekannt gewesen sein. (Jungs -jetzt heizt dem Ami tüchtig ein!). Sein Führer erklärt ihm indirekt in

Dieser Hitler war damals bei seiner "Wahl" in Österreich bekannter weise auch der einzige nominierte Kandidat wie eben auch A. Wrabetz bei der ORF Generaldirektor - "Wahl" 2011 einziger nominierter Kandidat war. Österreichisches "Wahl" Phänomen

http://www.youtube.com/watch?v=Z1DJCUZDIvY :) 15.9.11
Aktenkundig Beweis KommAustria die Anträge nicht würdigt, Begründung Wahlanfechtung Mitwerber (=Interviewer). Spruch keine Anträge?!
http://www.rtr.at/de/m/KOA1140012013
wie bei Bescheid Anfechtung Heller Bacher Huemmer:
http://www.rtr.at/de/m/KOA140012011 selbe Wahl
Berufunginstanz: verdreht Wahrheit "Wahl wäre unter Anhörung alle unparteiischen Kandidaten vor der Wahl zustande gekommen ?!"+Frist Beschlussfassung 15.09.2011 Video,nicht 9.8.2011 Wahltag/Beschluss?
http://www.bundeskanzleramt.at/DocView.a... obId=49083
aktenkundiger Staatsanwalt Sachverhalt:
http://www.peaceartist.net/peacearti... srate.html

"Den Hitler kriegt nur ein Österreicher hin."

Das Gleiche könnte ich auch von einem Deutschen behaupten. Denn während seiner Zeit als Diktator war er Deutscher. Egal, Herr Silberschneider wird schon wissen, warum er das gesagt hat. Wahrscheinlich wollte er provozieren, um damit die Aufmerksamkeit zu erhöhen. Seine schauspielerische Leistung kann er nicht gemeint haben, denn er war als A. Hitler nicht vorhanden. D.h. von sich selbst wollte er mit dieser Aussage nicht ablenken. Bruno Ganz, der A. Hitler genial verkörperte, ist ja auch "Österreicher". Aber ich bin kein Künstler oder Kritiker und kann die Leistung von Herrn Silberschneider als A. Hitler wohl auch nicht beurteilen.

uff, der hitlerdarsteller war ein groteske. und er war kleiner als rommel. lt. doku danach war er größer.

Der Film an sich verdient es eigentlich nicht erwähnt zu werden ... wozu wurde der gemacht? er brachte weder Neues noch künstlerisch Wertvolles.
Was Silberscheiders Darstellung des Hitler betrifft, denke ich mir, dass mich das an Moretti in "Speer und er" erinnerte... ebenfalls völlig daneben. Ich gebe Silberscheiner recht, dass das sicher sehr schwer zu spielen ist - besser macht es das Resultat aber auch nicht.

schlechter Film schlechte Schauspieler und mit der Realität wenig zu tun.
Schicklgruber war in Wirklichkeit viel jähzorniger.
die Männer vom 20 Juli hat er mit einer Klaviersaide aufhängen lassen und sie bei ihrem Todeskampf filmen lassen und sich die Aufnahmen später angeschaut.
ich hoffe es gibt eine Hölle in der er jetzt schmort!

Silberschneiders Hitler...

...schaut aus wie eine Spitzmaus im Soldatenrock.
Absurd.

"Den Hitler kriegt nur ein Österreicher hin"

Das kann schon sein, obwohl Bruno Ganz einfach nur Weltklasse war.

Dagegen hat sich Johannes Silberschneider besonders stark mit seinen Fähigkeiten zurückgehalten:

Er spielt AH wie drei Tage abgestandens Bier. Eine Zumutung.

Ab 13:42 sieht man, welche großartige Technik er dafür entwickelt hat
http://www.youtube.com/watch?fea... MTHm_bwHEs

Fail

Man darf wohl der Uniform-Aussage Turkus entnehmen, dass ihm dieser (Fernseh)Film peinlich ist. Zu Recht!

man darf diesem schauspieler gratulieren, sein gewissen und seinen intellekt für ein paar euros abgegeben zu haben. dieses machwerk hat ein einziges ziel: mitleid für einen massenmörder wie rommel. die wehrmachtslüge wird reaktiviert, ein irrsinn. wie beschämend.

Bin mal gespannt ob Silberschneider einen

"Bringt mir Fegelein" abzieht bzw. ob er dazu in der Lage ist...

Der Film ist gerade im TV

ich will Silberschneider nicht seine schauspielerischen Qualitäten absprechen, aber als H. geht er offensichtlich überhaupt gar nicht. Sieht Bruno Ganz nicht einmal annähernd ähnlich. Nicht einmal dem Schickelgruber...

Möglicherweise

ist er ein guter Schauspieler, aber das finde ich entsetzlich.

Nicht anzuschauen! Unfassbar schlecht!

ein nazifilm an allerheiligen

super programmgestaltung

das Dosenbier

ist eingekühlt, noch schnell zum Schnitzelhaus, dann bin ich bereit für einen spannenden Fernsehabend! es wird wieder gehitlert

was für ein quatsch - der bruno ganz als hitler war einfach grenzgenial - gleiches aussehen, gleiche bewegungen - einfach perfekt. alle anderen können dagegen nicht anspielen.

Schon wieder Rommel ... schon wieder Hitler ... schon wieder Massenmord und sinnloses Krepieren am Schlachtfeld im 2.WK

Interessiert das so viele, dass immer und immer wieder dasselbe Genre des Nazi-Films öffentlich-rechtlich gefördert wird?

Wie wär's mit einer Geschichte über das Wunderteam? Oder über die Versuche der österreichischen Industrie ohne Habsburgerreich zu überleben in Form einer Familiensaga (zB Gebus oder Austrodaimler als Vorbild)?

Naja, vielleicht sollte der österreichische Film sich an so was nicht heranwagen, weil das wieder ein Remake von Bockerer 1 - im 5. Aufguss gerade als "Braunschlag" erlebbar geworden - zu werden droht.

Silberschneider meinte über sprachliche Darstellung von Hitler

Silberschneider ist der Meinung, dass ein Hitler-Darsteller die eigenartige Sprache von Hitler genau wiedergeben muss. In diesem Sinne wäre es leichter, einen solchen Schauspieler in Österreich zu kriegen.

Ich habe den Film "Untergang" noch nie gesehen. Viele von Euch behaupten, dass Bruno Ganz der beste Hitler-Darsteller sei. Es würde mich interessieren, ob der schweizer Schauspieler wirklich genau sprechen konnte wie Hitler?

Carlyle in seinem Film "Aufstieg des Bösen" war auch gut. Das ist allerdings ein englischsprachiger Film.

insgesamt war bruno ganz sicherlich,

meiner bescheidenen Ansicht nach, der insgesamt überzeugendste "hitler". aber silberschneider muß man dafür loben, wie gut er die gutturale stimme des diktators hingekriegt hat. es gibt tatsächlich heimlich aufgenommene tondokumente des privat sprechenden hitlers, der klang wirklich so. dunkle, kehige baritonstimme.

Ich kannte den Schickelgruber nicht persönlich

von da her ist es schwer zu beurteilen ob Ganz so wie er spricht. Er macht es aber definitiv hochplausibel und spricht auch nicht schweizerisch oder dgl...

Noch so ein "tragischer" Mittäter...

WARUM wird dieser Kerl immer und immer wieder aufgewärmt

wir sollten ihn uns die seinesgleichen durch vergessen bestrafen.

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