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Salzburg - Es ist nie zu spät, eine Weltkarriere zu starten. Als Ende 2010 die Grammy-Nominierungen für das "Best Jazz Vocal Album" bekanntgegeben wurden, da staunte die internationale Jazz-Community besonders über das reife Werk eines selbst Fachleuten weitgehend unbekannten Mannes. Water hieß das Debüt des damals schon 39-jährigen Gregory Porter, eines Sängers, der auf einzigartige Weise zwei Talente in sich zu vereinen schien. Zum einen war da der beeindruckende Soul-Bariton mit dem warmen, vollen Timbre. Zum anderen überzeugte der Songwriter, der Schöpfer starker, bildhafter Texte und eingängiger, dennoch überraschungsreicher Melodien.
Knapp zwei Jahre später, nachdem das Debüt durch den CD-Zweitling Be Good (2012) eindrucksvoll bestätigt wurde, wird Gregory Porter als die aktuelle Vokaljazz-Entdeckung gefeiert.
Der Mann aus Bakersfield (Kalifornien) lässt im Interview das Image des Spätstarters nur bedingt gelten: "Ich habe zuvor nicht Däumchen gedreht, sondern viel in Osteuropa gearbeitet. Aber es hat gedauert, bis ich nach Österreich, Deutschland, Italien, Frankreich gekommen bin. Als die erste Platte herauskam und für den Grammy nominiert wurde, begannen die Dinge sich zu entwickeln."
Mittlerweile ist durch den Erfolg manches komplizierter geworden. "Ich muss aufpassen, was ich trinke, ich muss aufpassen, dass ich mich nicht erkälte. Mein Tourplan kann ziemlich anstrengend sein, und ich möchte jeden Abend mein Bestes geben. Aber es tut gut, sein Bild auf Magazincovern zu sehen. Ja, ich genieße es, Erfolg zu ernten."
Musik statt Football
Ein weiterer Grund für den späten Durchbruch des 41-Jährigen ist in einem anderen Umstand begründet. Porter, ein Bär von einem Mann, erhielt einst ein American-Football-Stipendium für die San Diego State University. "Ich spielte als Linebacker in der Verteidigung. Ich habe es genossen, mit Gegenspielern fertigzuwerden", sagt Porter heute süffisant über die exponierte Position, auf der er oft als Erster mit dem mit Höchstgeschwindigkeit heranstürmenden Runningback in Berührung kam.
Eine Schulterverletzung bedeutete das Aus für die mögliche Profi-Laufbahn. Porter konzentrierte sich auf eine andere Neigung und begann in San Diego als Schauspieler und Sänger zu arbeiten: "Meine Mutter war Pfarrerin, ich habe in der Kirche gesungen, seit ich vier, fünf Jahre alt war. Es gab auch viel Musik im Haus, wir waren acht Kinder, fünf Buben und drei Mädchen. Jeder hatte einen Radioapparat im Zimmer, alle sangen!"
Ein Schlüsselerlebnis bedeutete die Musik von Nat King Cole, den er in der mütterlichen Plattensammlung entdeckte: "Mein Vater war damals nicht da. Ich hörte Nat King Coles Worte, sein Timbre und sah sein Bild auf dem Album-cover und dachte: Was wäre, wenn er mein Vater wäre? Seitdem ist seine Musik ein wichtiger Teil meines Lebens", sagt Porter, der in seinen Konzerten dem 1965 verstorbenen Sänger-Pianisten oft Tribut zollt, in dem er Mona Lisa anstimmt.
Rund drei Jahrzehnte später ist es Gregory Porters eigene, sonore Gänsehautstimme, die die Menschen berührt, mit Liedern über ihm nahestehende Menschen, über häusliche Gewalt, politische Themen wie in On My Way To Harlem, in dem er dem Brennpunkt afroamerikanischer Kultur und Geschichte seine Reverenz erweist.
"Wenn du über die Bedingungen menschlichen Seins singst, über Protest, Liebe, Eifersucht, Triumphe, dann ist alles Politik, auch wenn du es nicht Politik nennst. Es ist schön, festzustellen, dass mich meine Texte, meine persönlichen Gedanken mit Menschen in Wien ebenso verbinden wie in Südafrika oder in Amsterdam. Wenn ich über meine Mutter singe, sagt mir oft jemand, so fühle er auch seiner Mutter gegenüber! Es scheint: Je persönlicher, desto universeller ist ein Lied." (Andreas Felber, DER STANDARD, 31.10./1.11. 2012)
Gregory Porter live: 31. 10., Salzburg, Gr. Universitätsaula; 19.30
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Großartiger Sänger.Er beherrscht wahrlich sein Instrument.Es ist eine Freude ihm zuhören zu dürfen.
Gesangsmeister seiner Art gibt es wahrlich nicht mehr allzu viele.
Endlich wieder Musik/Gesang mit Qualität ohne pentatonisches gejammere und mehr als 3 Akkorden.
Danke, Gregory Porter!
das ist nur eine Übergangszeit.
Irgendwann haben selbst die deppertsten ihr einsilbiges Gejammer satt, dann werden sie mit stupidem Auge und speicheltriefendem Mund bewundernd auf die Jazzmusiker blicken.
Und wenn es nicht mehr die Europäer sind sind, dann sind es die Asiaten. Die tun es jetzt schon.
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