Prinzhorn-Papierfabrik in Frohnleiten sperrt zu

30. Oktober 2012, 15:25
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Überkapazitäten am europäischen Papiermarkt und verschärfter internationaler Wettbewerb lassen kostendeckende Produktion nicht mehr zu

Frohnleiten - In Österreich sperrt wieder eine Papierfabrik zu: Die 2010 vom Hamburger-Konzern des Industriellen Thomas Prinzhorn übernommene Papierfabrik Frohnleiten im Bezirk Graz-Umgebung wird im April 2013 stillgelegt. Überkapazitäten am europäischen Papiermarkt und verschärfter internationaler Wettbewerb würden eine kostendeckende Produktion in Frohnleiten nicht mehr zulassen, hieß es. Von der Schließung sind rund 100 Mitarbeiter betroffen.

Die Geschäftsleitung der W. Hamburger GmbH in Frohnleiten habe die Mitarbeiter Dienstagmittag von der Entscheidung informiert, hieß es in einer Aussendung. Der Konzern habe alles unternommen, um die Papierfabrik durch Synergien mit dem Hamburger-Werk im niederösterreichischen Pitten sowie durch Investitionen und Reorganisation aus der Verlustzone zu führen. Es sei aber nicht gelungen, "die 15-monatige Verlustperiode in Frohnleiten zu durchbrechen".

Sozialplan für Mitarbeiter geplant

Die Stilllegung der Papiermaschine ist für 30. April 2013 geplant. Den 100 Mitarbeitern soll ein Sozialplan mit einer Arbeitsstiftung angeboten werden.

Das frühere Mondi-Werk war im Februar 2010 von Hamburger übernommen worden, der Kaufpreis wurde nie kommuniziert. Produziert wurden Wellpappe-Rohpapiere auf Altpapierbasis. Die Prinzhorn-Gruppe hatte sich damals durch die Übernahme aufgrund ihrer in der Nähe liegenden Papierfabriken Brigl & Bergmeister in Niklasdorf in der Steiermark sowie W. Hamburger in Pitten zahlreiche Synergien bei Energiemanagement, Beschaffung, Vertrieb und Produktion erwartet. Auch ein eigenes Wasserkraftwerk an der Mur zur Versorgung des Werks sowie zur Einspeisung ins öffentliche Netz waren initiiert worden. (APA, 30.10.2012)

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