Künstlicher Fußballer als Beispiel für den Kooperationsgedanken

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    foto: felix oprean/uni bonn

Quelltext und Bauplan der Bonner Entwicklung "NimbRo-OP" sind öffentlich zugänglich

Bonn - Während bei den Menschen die 23 Kandidaten für den Weltfußballer des Jahres bekanntgegeben wurden, hat die Universität Bonn den Prototypen eines neuen Fußballroboters vorgestellt, dessen Quelltext und Bauplan öffentlich zugänglich ist.

"NimbRo-OP" erreicht mit 95 Zentimetern Körperhöhe immerhin die Größe eines Kleinkindes - ein Hüne unter den Fußballrobotern. Allerdings ist das Gewicht des aus Leichtmaterialien angefertigten Roboters mit 6,6 Kilogramm deutlich geringer als das eines Kindes. Insgesamt 20 Antriebselemente, die die Computerbefehle in mechanische Bewegungen umwandeln, wurden in ihm verbaut und erlauben ihm hohe Beweglichkeit: Mühelos kickt er einen Fußball und kann sich wie ein Mensch wieder aufrichten, wenn er - ob durch ein Foul oder aus anderen Gründen - hingefallen ist.

Die Bonner Forscher nutzten verschiedene humanoide Roboter als Ideengrundlage für ihre Entwicklung. "Es gibt auch andere sehr interessante Roboter, allerdings sind sie deutlich kleiner als unserer", sagt Sven Behnke, Leiter der Arbeitsgruppe Autonome Intelligente Systeme der Uni Bonn. "Die Größe ist jedoch wichtig, um bestimmte Aufgaben - etwa beim Roboterfußball - bewältigen zu können." Außerdem verfügt "NimbRo-OP" über eine spezielle Weitwinkelkamera, um den Überblick über das Fußballfeld zu haben, und für die schnelle Reaktion über eine hohe Rechenleistung.

Jenseits des Fußballs

Der Roboter soll zwar auch beim RoboCup seine Fähigkeiten unter Beweis stellen, letztlich geht es aber natürlich um mehr: Zweibeinige Roboter können über den Fußball hinaus potenziell in vielen alltagsrelevanten Umgebungen eingesetzt werden. "Sie sind zum Beispiel fähig, für Menschen gemachte Werkzeuge zu nutzen und beispielsweise auch Treppen zu erklimmen und Engstellen zu passieren, die für Rad- oder Kettenroboter unpassierbar sind", sagt Behnke. Außerdem können sie für die Kommunikation auch die Mimik, Gestik und Körpersprache der Menschen nutzen.

Quelltext und Bauplan werden deshalb veröffentlicht, weil die Bonner Forscher anderen Arbeitsgruppen die Möglichkeit geben wollen, auf "NimbRo-OP" aufzubauen und ihn weiterzuentwickeln. Das Ziel ist Erfahrungsaustausch, um durch Kooperation die Entwicklung humanoider Roboter schneller voranzutreiben. Behnke: "Uns geht es darum, das Rad nicht immer wieder neu zu erfinden." (red, derStandard.at, 2. 11. 2012)

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3 Postings
ja

hisbollah Iran und andere freuen sich. die koennen jetzt drohnen bauen die mit unseren steuergeldern entwickelt wurden.

niemand will mit mir spielen,

jetzt bau ich mir auch so ein ding.;-)

Alternative: FIFA 13 kaufen ;-)

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