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Dakar/Abidjan - Nach gewalttätigen Zwischenfällen im Senegal hat Präsident Macky Sall das Kabinett umgebildet. Sall entließ am Montag unter anderem Innenminister Mbaye Ndiaye, der Proteste von Anhängern des religiösen Führers Bethio Thioune nicht in den Griff bekam. Bei dem Revirement wurde dem international bekannten Sänger Youssou N'Dour, der bisher für Kultur und Tourismus zuständig war, die Verantwortung für die Kultur entzogen.
"Wir haben beschlossen, dass wir es besser machen können", sagte Premierminister Abdoul Mbaye zu der Kabinettsumbildung. Die Regierungsarbeit müsse effizienter werden. Die Öffentlichkeit des westafrikanischen Staates wurde in den vergangenen Wochen mehrfach durch gewalttätige Zwischenfälle erschüttert. Am 13. Oktober musste ein Fußball-Qualifikationsspiel für den Africa-Cup, bei dem sich Senegal und die Elfenbeinküste (Côte d'Ivoire) in der Hauptstadt Dakar gegenüberstanden, abgebrochen werden. Spieler und Anhänger der ivorischen Mannschaft waren mit Feuerwerkskörpern und Wurfgegenständen angegriffen worden.
Dem entlassenen Innenminister wurde offenbar zur Last gelegt, nicht entschlossen genug gegen die Muriden-Bruderschaft vorgegangen zu sein. Deren Anführer, Scheich Thioune, war im April festgenommen worden, nachdem zwei seiner Anhänger in seinem Haus bei einem Streit getötet worden waren. Anhänger des Scheichs versammelten sich in der vergangenen Woche zu gewalttätigen Protesten.
Ndiaye wurde durch den früheren Armeegeneral Pathe Seck ersetzt. Zudem musste Sportminister El Hadji Malick Gakou seinen Hut nehmen, nachdem vor einigen Tagen bereits Fußball-Nationaltrainer Joseph Koto entlassen worden war. Senegal war nach den Ausschreitungen in Dakar für den Afrika-Cup 2013 disqualifiziert worden. Ebenfalls ausgetauscht wurde Außenminister Alioune Badara Cisse, der durch den früheren Pariser Botschafter Mankeur Ndiaye abgelöst wird.
Zu den Gründen für die Aufspaltung des bisherigen Kultur- und Tourismusministeriums wurde offiziell zunächst nichts mitgeteilt. Der Sänger Youssou N'Dour, der fortan nur noch für den Tourismus zuständig ist, tritt seit längerer Zeit auch auf der politischen Bühne in Erscheinung.
Im Frühjahr wollte er sich um das Präsidentenamt bewerben, wurde aber nicht zugelassen, weil er nicht genügend Unterschriften von Wahlunterstützern vorgelegt habe. N'Dour gehörte zu den Persönlichkeiten, die damals das Ende der langjährigen Präsidentschaft des 86-jährigen Abdoulaye Wade erreichen wollten.
Im zweiten Wahlgang setzte sich am 25. März der Herausforderer Sall mit 65 Prozent gegen Wade durch. Sall kündigte nach seiner Wahl an, mit dem bisher vorherrschenden Politikstil zu brechen. (APA, 30.10.2012)
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