Steve Ballmer: "Ich bleibe, bis jemand besserer kommt"

  • Steve Ballmer bei der Präsentation von Windows Phone 8
    foto: apa

    Steve Ballmer bei der Präsentation von Windows Phone 8

Ballmer schätzt sich glücklich, Microsoft in eine neue Ära zu führen

In knapp zwei Monaten ist das Jahr vorbei. Für viele Unternehmen beginnt die Zeit des Jahres, in der man die letzten Monate Revue passieren lässt. Gerade Technologie-Unternehmen haben in den letzten Monaten große Anstrengungen hinter sich. Der wachsende Smartphone- und Tablet-Markt verspricht einerseits gute Umsätze, auf der anderen Seite schrumpft die PC-Branche und zieht Chip-Hersteller als auch Software-Entwickler mit ins Tief. Die Chancen sich am Markt zu etablieren sind groß wie noch nie, die Risiken zu scheitern nicht weniger klein. Ein Unternehmen, das sich dieses Jahr besonders angestrengt hat, ist Microsoft.

Zusammenspiel aller Bereiche

Microsoft zog dieses Jahr einen Wandel durch, der abseits von der Produktpalette den Versuch darstellen soll, dem eher konservativen Microsoft ein junges Image zu verpassen. Das Zusammenspiel des Betriebssystems Windows 8 mit der Cash-Cow Office, einem eigenen Tablet und einer mobilen Plattform soll sich konsequent durch alle Bereiche ziehen. 

Schwieriger Wandel

Einst "König am Technologie-Markt", wie das Wall Street Journal schreibt, hat sich das Unternehmen in den letzten Jahren eher schwer getan, mit Giganten wie Google, Apple oder Samsung mitzuhalten. Besonders den Start des Booms am Smartphone-Markt scheint Microsoft anfangs verpasst zu haben. Lediglich drei Prozent aller Smartphones laufen Schätzungen zufolge mit Windows Phone. Das soll sich mit Windows Phone 8 ändern. Das Unternehmen will vorpreschen und mitspielen. Steve Ballmer, CEO von Microsoft, versucht mit Emotionen, Motivation und Begeisterung den schwierigen Wandel des Unternehmens durchzuziehen. 

Kein Kommentar zu Microsoft-Smartphone

In einem Interview mit dem Wall Street Journal sagt Ballmer, dass es für einen Erfolg am Smartphone-Markt mehrere Faktoren gibt. Zum einen sei es ein großartiges Produkt, das Features anbietet, das man auf anderen Plattformen nicht findet. Zum anderen müssten Kaufinteressierte die Produkte anfassen können. Und zu guter Letzt müsse man das Unternehmen sprechen lassen, sprich Werbung für das Produkt machen. Für Windows Phone habe man das längere Zeit nicht gemacht. Über die Pläne eines eigenen Microsoft-Smartphones wollte sich Ballmer nicht äußern.

Microsoft am PC-Markt nach wie vor stark

Die Frage, wie gut sich die Geräte bislang verkaufen, beantwortet Ballmer damit, dass manche Produkte in einigen Stores bereits ausverkauft seien. Konkrete Zahlen wollte er allerdings nicht nennen. Apples Modell der Vereinigung von Hard- und Software strebe man allerdings trotz aller Konsistenz nicht an. Apples Modell habe sich zudem nur in manchen Bereichen, wie Tablets, durchgesetzt. Am PC-Markt sei Microsoft nach wie vor stark.

"Ich liebe meinen Job"

Ballmers "Mission" sei es, es Leuten zu ermöglichen, ihr Potential auszuschöpfen. Ob das gewerblich oder privat sei: Leute müssen mit den Geräten etwas machen können, das vorher nicht möglich war. Im Moment konzentriere man sich auf verschiedene Geräte, die alle integrierte Microsoft-Services haben und übergreifendes Arbeiten möglich machen. Ob Ballmer wirklich das Unternehmen verlassen wolle, sobald sein jüngstes Kind die High School verlässt, darauf wollte sich der CEO nicht festlegen. "Das habe ich vor vielen Jahren gesagt. Ich liebe meinen Job. Ich bin glücklich mit dem, was ich tue." Er würde solange bleiben, bis man ihn nicht mehr haben wolle oder jemand besserer kommt.

Steves Phone

Wie engagiert Steve Ballmer ist, wenn es um Microsoft geht, sieht man anhand eines Werbespots, der "Meet Steve. See his Windows Phone" heißt. Darin werden Windows Phone Features anhand eines angeblichen Steve Ballmer Smartphones gezeigt. (red, derStandard.at, 30.10.2012)

 

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