Italien kommt günstiger an frisches Geld

30. Oktober 2012, 12:41
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Mailand - Trotz der Unsicherheit über die Zukunft der Reformregierung kommt Italien am Markt so günstig an frisches Geld wie seit Langem nicht mehr. Das in Finanznot befindliche Land nahm sieben Mrd. Euro bei der Ausgabe von fünf- und zehnjährigen Anleihen ein und zahlte dafür die niedrigsten Renditen seit rund anderthalb Jahren. Der Zins für die fünfjährigen Papiere lag bei 3,8 Prozent und damit so niedrig wie seit Mai 2011 nicht mehr. Für die zehnjährigen Anleihen wurde eine Rendite von 4,92 Prozent fällig. Auch dies war das niedrigste Niveau seit Mai 2011.

Die Chefin der Schuldenagentur, Maria Cannata, sprach von einer "sehr gelungenen Auktion". Damit seien nun bereits bis zu 92 Prozent des diesjährigen Emissionsvolumens unter Dach und Fach. Die italienische Schuldenagentur plant für nächstes Jahr Emissionen im Volumen von rund 410 Mrd. Euro. Für das laufende Jahr werden 470 Mrd. veranschlagt.

Am Wochenende hatte Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi mit dem Sturz der Regierung von Mario Monti gedroht, der den Märkten als Garant für den Konsolidierungskurs des Landes gilt. Daraufhin waren die Renditen für gehandelte zehnjährige Anleihen auf Werte über 5 Prozent gestiegen. Wirtschaftsminister Vittorio Grilli wies unterdessen daraufhin, dass die Spannungen an den Märkten wieder zugenommen hätten: "Die Lage ist noch immer heikel." (APA/Reuters, 30.10.2012)

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