Charlotte Roches "Schoßgebete" kommt ins Kino

30. Oktober 2012, 12:29

Erfolgsregisseur Sönke Wortmann will tabulosen Roman als Komödie in die Kinos bringen

München - Regisseur Sönke Wortmann wird den viel diskutierten Roman "Schoßgebete" von Charlotte Roche auf die Leinwand bringen. Wortmann ("Das Wunder von Bern") werde bei dem schon länger geplanten Film Regie führen, teilte die Constantin Film am Dienstag in München mit. Drehbeginn sei im Frühjahr 2013. Am 3. Oktober 2013 soll die Komödie um eine Frau zwischen Familie, Sex und Neurosen dann in die Kinos kommen. In den Hauptrollen sind Lavinia Wilson, Jürgen Vogel und Juliane Köhler zu erleben, das Drehbuch stammt von Produzent Oliver Berben.

Das Buch war Roches zweiter Roman nach ihrem Debüt "Feuchtgebiete". Er startete im August 2011 mit einer Erstauflage von 500.000 Exemplaren und wurde innerhalb kurzer Zeit zum Bestseller. Das Buch erzählt vom Alltag einer Frau Anfang 30 zwischen Kindererziehung, Therapie und Eheleben und spart auch drastische Sexszenen nicht aus, sowohl im ehelichen Schlafzimmer als auch im Bordell. Im Zentrum des Buches steht ein schlimmer Unfall - angelehnt an den Schicksalsschlag, den Roche selber erlitt. Damals starben drei ihrer Brüder, als sie mit dem Auto zur Hochzeit ihrer Schwester unterwegs waren.

"In jeder Hinsicht extreme Produktion"

Die Hauptrollen sind hochkarätig besetzt. Lavinia Wilson ("Lulu & Jimi", "Rosa Roth") schlüpft in die Rolle der Protagonistin Elizabeth Kiel; die Rolle des Ehemanns Georg übernimmt Jürgen Vogel ("Männersache"). Mit Juliane Köhler ("Klimawechsel") wird die dritte Hauptfigur, die Rolle der Therapeutin Dr. Drescher, besetzt.

Produzent Oliver Berben hatte sich bereits im vergangenen Jahr die Filmrechte gesichert. "Mit der Besetzung der Hauptrollen wird nun der Startschuss für diese in jeder Hinsicht extreme Produktion gegeben. Diese drei Schauspieler verkörpern auf perfekte Art und Weise die Figuren, die Charlotte Roche in ihrem Roman beschreibt", sagte Berben, der laut Mitteilung erstmalig selbst das Drehbuch verfasste.

Roche: "Perfekte Wahl"

"Ich freue mich sehr auf den Film", sagte Charlotte Roche. Sie sei sehr zufrieden mit der Besetzung. "Als ich gehört habe, dass Lavinia Wilson die Rolle von Elizabeth Kiehl spielen will, war ich total begeistert. Das finde ich großartig. Auch Jürgen Vogel und Juliane Köhler sind eine perfekte Wahl für meine Hauptfiguren."

Das Buch des Piper Verlags hatte kurz nach der Veröffentlichung für Kontroversen gesorgt. Roches Stiefvater warf der Autorin vor, den Unfalltod ihrer Brüder werbewirksam auszuschlachten. Die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer verriss das Buch als "verruchte Heimatschnulze über Sex & Liebe". Während manche Kritiker das Buch als erschreckend banal bewerteten, wurde es von anderen in höchsten Tönen gelobt. Roches Romandebüt "Feuchtgebiete", das 2008 für Aufsehen sorgte, wurde inzwischen mindestens zwei Millionen Mal verkauft. (APA, 30.10.2012)

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6 Postings
Nein bitte nicht...

Ich hoffe nur nicht in 4 oder 5D mit Gerüchen und so...

Sönke Wortmann. da muss man nicht mal mehr weiter lesen. unbegabter, geldgeiler durchxchnittsregisseur. in früheren zeiten wäre der nicht mal regieassistent geworden.

Filme die die Welt nicht braucht, direkt angereiht hinter der Liste: Menschen die die Welt nicht braucht. Platz 1: Charlotte Roche.
Schön dass sich da auch genauso nutzlose Investoren finden. Wieso findet sich das auf der Kulturseite des Standards.. Falsche Sparte.

Ihr Erstlingswerk Feuchtgebiete wäre interessant - als Geruchsfilm ...

Der letzte Kinofilm von Produzent Oliver Bergen, den ich

gesehen habe, war peinlich schlecht und ohne jedes Gefühl für echtes Kino. Als sollten sämtliche Vorurteile gegenüber deutschen Filmen - lieblos gemacht, plumper "Humor" an den unsinnigsten Stellen, ihre Texte herunterplappernde Schauspieler auf Telenovela-Niveau, miese Musik, ein unlogischer Plot voller Löcher - bestätigt werden. Einfach ein misslungener Film, der eher an deutsche TV-Produktionen erinnerte als an irgendetwas, das in Kinos gezeigt wird.
Daher: Gratuliere, Herr Berben, es kann nur aufwärts gehen!
Wobei ich vor allem hoffe, dass Lavinia Wilson, einer der wenigen wirklich guten deutschen Filmschauspielerinnen, in einem möglichst gelungenen Film mitspielen kann.

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