ORF Salzburg sendet ab März 2013 aus "grünem Studio"

Landesdirektor Brunhofer peilt CO2-freien Radiosender an - Tägliche Sendungen aus dem "Garten der Nachhaltigkeit"

Salzburg - Der ORF Salzburg sendet ab nächstem Jahr Beiträge aus einem "grünen Studio". Landesdirektor Roland Brunhofer will das Thema Nachhaltigkeit glaubwürdig transportieren und ließ dafür einen 2.500 Quadratmeter großen Garten hinter dem Funkhaus errichten. Ab 1. März 2013 wird von dort aus am Ende von "Salzburg Heute" täglich eine Sendung rund um das Thema "Natur im Garten" ausgestrahlt. Mit diesem Projekt nehme Salzburg eine Vorreiterrolle ein, betonte Brunhofer.

Brunhofer will über das Beispiel Garten die Kommunikation zum Thema Nachhaltigkeit ankurbeln. "Wir versuchen gemeinsam mit dem Land eine Denkfabrik zu errichten." Salzburg sei damit das erste Landesstudio Österreichs, das aus einem eigenen "Garten der Nachhaltigkeit" Beiträge sendet.

Wo bisher nur Wiese war, wird nun all das gepflanzt, was in Salzburg wächst. Fünf jeweils 15 Quadratmeter große Beete als Symbol für die fünf Gaue Salzburgs sind bereits fertiggestellt. Sie sollen unter Mithilfe der Landesbäuerin und den Bezirksbäuerinnen gestaltet werden. Drehort für die verschiedenen, etwa eine Minute langen Beiträge ist vorwiegend der rund 80 Quadratmeter große, von Sitzbänken flankierte "Veranstaltungsplatz". Als natürliche Hintergrundkulisse ist die Festung Hohensalzburg und ein mannshoher Fels vom Großglockner zu sehen, der neben dem Pinzgauer Beet emporragt. Bei Schlechtwetter wird aus einem Holz-Quader mit Glasfenster gesendet, den Schüler des Holztechnikums Kuchl als Abschlussarbeit konzipiert haben.

Regionalität und Traditionen

Das "grüne Studio" soll mehr Regionalität ins Haus bringen, heimische Traditionen des Obst- und Gartenbaus nachhaltig vermitteln und fördern, erklärte der Landesdirektor. Die Fernsehberichte aus dem Garten drehen sich um die Heilkraft der Kräuter, Kochen mit Früchten des Gartens, Gartengestaltung mit Tipps des Experten Karl Ploberger und um Wetter und Brauchtum in Salzburg.

In einem zweiten Bauabschnitt folgt im nächsten Jahr der "ökologische Fußabdruck" in Form eines Labyrinths aus Hainbuchen auf rund 1. 000 Quadratmeter neben der Einfahrt zum Landesstudio. Auf Hinweistafeln wird der Besucher über die Zusammenhänge von Konsumverhalten und den Umweltverbrauch informiert. Wer die richtigen Antworten weiß, findet den richtigen Weg durch das Labyrinth und wieder hinaus.

"City Farming"

Auch die Dachterrasse des Landesstudios soll "ergrünen": In einem dritten Bauabschnitt wird im nächsten Frühjahr ein Projekt unter dem Arbeitstitel "City Farming" entstehen. Gezeigt wird dort, wie auf engstem Raum Gemüse und Kräuter in zum Teil vertikalen Gärten wachsen. Und weil der Landesdirektor das Ziel eines CO2-freien Radiosenders anpeilt und die Sendungen von Radio Salzburg in Zukunft vorwiegend mit Ökostrom produziert werden sollen, wird auf dem Dach eine Photovoltaikanlage errichtet. "Überschüssige Energie soll in das Netz der Salzburg AG gespeist werden. Vermehrt werden auch die Reporter des Landesstudios in Elektroautos unterwegs sein", erläuterte Brunhofer.

Die Idee für "das grüne Studio" stammt vom Landesdirektor selbst. Das Konzept dazu erstellte Projektleiter Hannes Martin, kreativ zur Seite stand ihm dabei Landschaftsarchitekt Peter Aicher. Das Projekt wird vom Land Salzburg unterstützt. (APA, 30.10.2012)

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