Informatik-Studenten trauern um Uni-Zugang

Ansichtssache30. Oktober 2012, 13:19
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Wer in diesem Semester ein Informatikstudium an der Technischen Universität Wien beginnt, muss in der Studieneingangsphase bereits nach vier Wochen in jeder Lehrveranstaltung eine Prüfung absolvieren. Nur die besten 375 Studenten dürfen die Lehrveranstaltung weiterbesuchen. Am Dienstag fanden die ersten Tests statt. Die ÖH rief deshalb zur Protestaktion gegen "Knock-out"-Prüfungen auf.

foto: derstandard.at/aigner

Studenten der TU Wien haben am Dienstag um den Zugang zum Informatik-Studium getrauert. Rund zehn Studierende ließen an der Fassade der Informatik-Fakultät sechs schwarze Trauerfahnen herunter.

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Sie protestieren gegen "Knock-out"-Prüfungen, die in diesem Herbst für das Informatik-Studium an der TU Wien eingeführt wurden.

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Während sich die Studenten draußen abmühten, die Fahnen trotz Windes und Kälte aufzuhängen, schrieben in dem Institutsgebäude die ersten Studienanfänger eine entscheidende Prüfung. Die Studienanfänger müssen in den Lehrveranstaltungen der Studieneingangsphase nach vier Wochen eine Prüfung absolvieren. Nur die besten 375 kommen weiter. Im Wintersemester haben allerdings 730 Studenten ein Studium begonnen.

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Die Studenten protestierten mit der Aktion nicht nur gegen die aktuellen Zugangsbeschränkungen, sondern auch gegen künftige Zugangsregeln, auf die sich die Regierung bald einigen könnte. Es wird kolportiert, dass es bald Beschränkungen für die Studienrichtungen Architektur, Pharmazie, Biologie, Wirtschaftswissenschaften und auch Informatik geben soll. "Es ist schade, dass der Regierung nur diese einzige Lösung einfällt", sagt Thomas Danecker, Studienvertreter für Informatik.

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Danecker kündigt zudem an, dass die Studenten bei der Regierungsklausur in Laxenburg am 9. November wieder gegen die Zugangsbeschränkungen demonstrieren werden. "Wir befürchten, dass eine Studienrichtung nach der anderen beschränkt werden wird", sagt er. Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle und SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andra Kuntzl haben vor, bei der Regierungsklausur eine Einigung über neue Zugangsregeln und Studiengebühren zu präsentieren. (lis, derStandard.at, 30.10.2012)

Nachlese: Hürden bei Informatik-Studium: Nur 375 Studenten kommen weiter

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