Caritas Wien: Immer mehr junge Menschen schlittern in Obdachlosigkeit

  • Ein Vater mit seinem Sohn im Caritas-Haus St. Josef in Wien. Laut der Hilfsorganisation sind immer häufiger junge Menschen von Obdachlosigkeit betroffen.
    foto: apa/helmut fohringer

    Ein Vater mit seinem Sohn im Caritas-Haus St. Josef in Wien. Laut der Hilfsorganisation sind immer häufiger junge Menschen von Obdachlosigkeit betroffen.

18- bis 30-Jährige bilden bereits die größte Gruppe jener, die sich an die Caritas wenden

Menschen zwischen 18 und 30 Jahren bilden derzeit die am massivsten von Obdachlosigkeit betroffene Altersgruppe in Wien. Das sagte Caritas-Direktor Michael Landau in der ORF-Sendung "Wien heute" am Montag. "Wir sehen, die Menschen, die zu uns kommen, werden immer jünger. Das ist etwas, was uns sehr nachdenklich stimmt", erklärte Landau.

Der Druck an den Rändern der Gesellschaft werde auch abseits der "sichtbaren Obdachlosigkeit" immer größer. Zum Beispiel würden sich laufend mehr Menschen an die Gruft wenden, obwohl sie ein Dach über dem Kopf haben - allein, das Geld für eine warme Mahlzeit reiche nicht mehr aus. Rund 300.000 Menschen in Österreich fehlt zudem das Geld, um ihre Wohnung im Winter adäquat zu heizen. 

Gewand für jedes Alter benötigt

Mit dem ersten Schneefall in den vergangenen Tagen hat die Caritas ihre Notquartiere geöffnet und begonnen, Winterkleidung zu sammeln. Gesucht werden Textilien für alle Altersgruppen. "Wir sehen, dass warme Winterkleidung auch für Erwachsene notwendig ist. Wir haben sehr oft auch Kinder, die mit unzureichendem Gewand da sind, Kinder auf der Flucht zum Teil", sagte Landau in der Fernsehsendung.

Die Caritas betreut 27 Obdachloseneinrichtungen, davon neun Mutter-Kind-Häuser. Mehr als 51.500 Menschen werden von einer der 36 Caritas-Sozialberatungsstellen unterstützt. Laut eigener Auskunft zahlt die Caritas jährlich 2,7 Millionen Euro Soforthilfe an bedürftige Menschen aus. (red, derStandard.at, 30.10.2012)

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