Honorarmillionär Steinbrück legt Einkünfte offen

  • Reich an Geld und Erfahrung: Steinbrück.
    foto: herbert knosowski dpa

    Reich an Geld und Erfahrung: Steinbrück.

SPD-Kanzlerkandidat kassierte seit 2009 für Nebentätigkeiten 1,25 Millionen Euro

Peer Steinbrück, der Kanzlerkandidat der deutschen Sozialdemokraten, geht in die Offensive: Nachdem massive Kritik an seinen vielen Nebentätigkeiten laut geworden ist, hat er nun alle seine Nebenjobs, die er in der Zeit von 2009 bis heute als "einfacher Bundestagsabgeordneter" angenommen hat, auf seiner Homepage (www.peer-steinbrueck.de) veröffentlicht.

19 Seiten umfasst der Bericht einer von Steinbrück beauftragten Düsseldorfer Wirtschaftsprüfungskanzlei. Aufgelistet werden 89 Vorträge in dieser Legislaturperiode. Meist sprach Steinbrück vor Banken und Versicherern, er hielt aber auch anlässlich von "Küchen-Kompetenz-Tagen" eine Rede in einem Möbelhaus. Im Schnitt bekam er für seine Dienste ein Honorar von 15.000 Euro, die Stadtwerke Bochum zahlten ihm allerdings 25.000 Euro. Insgesamt verdiente Steinbrück seit 2009 1,25 Millionen Euro nebenher, 60.000 Euro davon hat er gespendet.

Am Dienstag nahm Steinbrück auch persönlich zu seinen Nebeneinkünften Stellung. Als "absurd" bezeichnete er die Vorwürfe, er sei käuflich. Steinbrück: "Es ist die Aufgabe eines Politikers zu erklären." Daher müsse er auch dorthin gehen, wo keine sozialdemokratische Wählerklientel zu finden sei - also zu Banken.

Er habe für seine Reden auch nie den wissenschaftlichen Dienst des Bundestags in Anspruch genommen. Dass SPD-Wähler die hohen Einkünfte anstößig finden könnten, glaubt er nicht: "Ich war selber auch mal arbeitslos." (DER STANDARD, 31.10.2012)

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