Hormontherapie: Entwarnung für die Wechseljahre

Momentan gehen Experten davon aus, dass Nutzen einer Hormonersatzbehandlung die Risiken überwiegt

Einzelanalysen aus der großen WHI-Studie (Women's Health Initiative) und neue Publikationen lassen den Schluss zu, dass die Hormontherapie gegen Beschwerden in den Wechseljahren, weniger Risiken birgt, als lange Zeit angenommen. Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, der Berufsverband der Frauenärzte und zahlreiche weitere Fachgesellschaften formulieren in einer aktualisierten Empfehlung: "Nach aktueller Datenlage ist zu erwarten, dass bei früher Substitution (Altersgruppe unter 60), unter Vermeidung langjähriger Östrogendefizite, für nicht mit speziellen Risikofaktoren oder Vorerkrankungen belastete Frauen, der Nutzen einer indizierten Hormonersatzbehandlung (HRT) die Risiken meist überwiegt."

Gestagen niedrig dosiert

Die wichtigste Erkenntnis betrifft den Brustkrebs: Schon in der WHI-Studie war in eine Untergruppe von Frauen die Brustkrebs-Häufigkeit sogar gesunken, nämlich bei Frauen, die nur Östrogene, aber keine Gestagene bekamen. Inzwischen ist bekannt, dass das Brustkrebsrisiko tatsächlich vor allem durch die Verabreichung von Gestagenen steigt. In der WHI-Studie wurde das Gestagen Medroxyprogesteronacetat (MPA) in einer Dosierung verwendet, die heute nicht mehr Standard ist.

Hormonexperten gehen davon aus, dass mit modernen, niedrig dosierten Gestagenen das Brustkrebsrisiko deutlich vermindert werden kann. Ganz weglassen kann man diese Hormone allerdings nicht, da die Gebärmutterschleimhaut ansonsten durch das Östrogen zu permanentem Wachstum angeregt wird. In seltenen Fällen kann das zur Entwicklung von Gebärmutterkrebs beitragen. (red, derStandard.at, 30.10.2012)

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