US-Gouverneur hält Tote für unvermeidbar

29. Oktober 2012, 22:26
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"Die nächsten Tage werden schwer werden" - 1.900 Soldaten der Nationalgarde im Einsatz, 60.000 Mann in Bereitschaft

Washington - Vor der Ankunft des Hurrikans "Sandy" haben sich die Behörden an der US-Ostküste auf Tote durch das schwere Unwetter vorbereitet. Der Gouverneur von Maryland warnte die Menschen in seinem US-Staat am Montag, dass es Tote geben werde. "Sandy" werde 24 bis 36 Stunden über Maryland hängen, sagte Martin O'Malley. "Die nächsten Tage werden schwer werden. Es wird Leute geben, die durch diesen Sturm getötet werden." Der Hurrikan sollte in der Nacht zum Dienstag auf Land treffen.

Die Bundesbehörden in Washington würden am Dienstag wegen des Unwetters den zweiten Tag in Folge geschlossen bleiben, teilte die Personalverwaltung der US-Regierung mit. Das auf Risikobewertungen spezialisierte Unternehmen Eqecat schätzte, dass 60 Millionen Menschen in den USA von dem Sturm betroffen sein könnten. Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums waren am Montag 1.900 Soldaten der Nationalgarde wegen "Sandy" im Einsatz. Weitere 60.000 Mann seien in Bereitschaft versetzt worden, um im Katastrophenfall zu helfen. Auch 140 Hubschrauber stünden für Rettungsbemühungen zur Verfügung.

Auch Schnee soll massiv fallen

Mehr als 1100 Kilometer lang ist der Küstenstreifen von Maine bis nach South Carolina, der die Auswirkungen von "Sandy" zu spüren bekommen könnte. Hunderttausende Menschen wurden angewiesen, sich in Sicherheit zu bringen. Neben Starkregen und Überschwemmungen warnten Meteorologen in höheren Lagen auch vor massiven Schneefällen. Die heftigen Winde könnten vor allem in ländlichen Gebieten die oberirdischen Stromleitungen zum Einsturz bringen und zu tagelangem Elektrizitätsausfall führen.

Das US-Energieministerium teilte am Montagnachmittag (Ortszeit) mit, dass wegen erster Ausläufer von "Sandy" bereits mehr als 316.000 Haushalte ohne Strom seien. Ein Drittel der betroffenen Haushalte befinde sich in New York, weitere 25 Prozent in New Jersey. Energieversorger hatten mehr als 10.000 Arbeiter im Einsatz, um umgestürzte Bäume von Stromleitungen zu entfernen.

"Wir sind erst am Anfang des Sturms"

"Das Schlimmste kommt noch", warnte der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo die Menschen in seinem US-Staat. Sein Kollege aus New Jersey, Chris Christie, bereitete die Bürger auf Stromausfälle vor. "Einige Leute werden hier für lange Zeit ohne Elektrizität sein", sagte er dem Nachrichtensender CNN. "Wir sind erst am Anfang des Sturms." Der Küstenstaat Delaware, der mitten in der vorhergesagten Schneise von "Sandy" liegt, erließ für alle Straßen ein vollständiges Fahrverbot. Ausnahmen gelten nur für Rettungsfahrzeuge.

Auf seinem Weg in Richtung USA sind durch "Sandy" wohl zwei weitere Menschen getötet worden, nachdem der Hurrikan in der Karibik mindestens 66 Menschen den Tod brachte. Die US-Küstenwache rettete mit Helikoptern 14 von 16 Besatzungsmitgliedern des Dreimasters "Bounty", eines Nachbaus der historischen "HMS Bounty". Die beiden übrigen werden in den aufgewühlten Gewässern vermisst. Auf dem Nachbau wurde der Film "Die Meuterei auf der Bounty" gedreht, der auf historischen Begebenheiten beruht. Das Filmschiff versank kurz nach der Rettungsaktion, wie die Küstenwache mitteilte. (APA, 29.10.2012)

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