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Betroffenheit in Sadr-City, einem schiitischen Stadtteil Bagdads, nach einem der Anschläge, die während des islamischen Opferfests im Irak verübt wurden.
Bagdad/Damaskus/Wien - Anschläge begleiten seit Jahren die Feiertage im Irak - mehr noch die spezifisch schiitischen als die allgemein islamischen, wie das soeben zu Ende gegangene Opferfest mit seinen dutzenden Terrorismustoten. Aber heuer ist die Sorge angesichts der Gewalt größer. Wie vor dem Ausbruch des Bürgerkriegs 2006 bergen die Attentate die Gefahr, die Iraker wieder entlang der konfessionellen Linien zu mobilisieren - für den Kampf in Syrien, aber auch für eine Wiederaufnahme des Kriegs im Irak.
In seinem Blog erklärt der amerikanische Syrien-Spezialist Joshua Landis, warum er trotz der großen Spannungen im Libanon den Irak für viel gefährdeter hält, was einen möglichen Overspill des syrischen Bürgerkriegs anbelangt. Im Libanon, schreibt er, herrsche zwischen den Gruppen zumindest das in langen Bürgerkriegsjahren schmerzvoll gelernte Einverständnis, dass keiner von ihnen das Land alleine beherrschen könne. Landis' Argument wird in der Tat gerade jetzt wieder bestätigt, wo durch den Anschlag gegen den antisyrischen Geheimdienstchef Wissam al-Hassan zwar einerseits die politischen Fronten im Libanon klar aufbrechen, andererseits sofort der Ruf nach einer Regierung der Nationalen Einheit - die alle Fraktionen vereint - laut wird.
Im Irak hat paradoxerweise Al-Kaida zum Ende des Bürgerkriegs beigetragen, weil die sunnitischen Stämme, die nach 2003 gegen die neue Ordnung aufstanden, sich wegen der Radikalität der Jihadisten und der Verletzungen ihrer Stammesinteressen von ihnen ab- und sich dem politischen Prozess zuwandten. Durch die antidemokratische Politik der schiitisch geführten Regierung von Nuri al-Maliki wird das Miteinander jedoch immer zerbrechlicher.
Die arabischen Sunniten - viele von ihnen haben immer noch nicht akzeptiert, dass sie demografisch die Minderheit sein sollen - haben den Machtverlust nicht verarbeitet. Und sie werden in dieser Haltung von den arabischen Golfstaaten unterstützt, die den Irak wieder aus der iranischen Einflusszone herauslösen wollen.
Und für die jihadistischen Sunniten ist ohnehin die ganze Region ein potenzielles Schlachtfeld. Bereits vor Monaten berichtete der irakische Außenminister Hoshyar Zebari davon, dass radikale irakische Sunniten nach Syrien zum Kämpfen gingen. Im September ließ jedoch Maliki auch die irakisch-syrische Grenze in Richtung Irak für erwachsene männliche syrische Flüchtlinge sperren, aus Angst, sie könnten sich im Irak mit extremistischen sunnitischen Elementen zusammenschließen.
Die New York Times berichtete am Wochenende nun von vermehrten Rekrutierungsversuchen unter irakischen Schiiten, die in Syrien das alawitische Assad-Regime militärisch unterstützen sollen. Die Anwerbung fände teils auf Initiative des Iran statt, manche Schiiten würden nach Teheran reisen, von wo sie mit dem Flugzeug nach Damaskus gebracht werden.
Dabei war das Verhältnis zwischen den irakischen Schiiten und dem Assad-Regime - wie das von Saddam Hussein ein Regime der Baath-Partei - jahrelang alles andere als gut: Nach 2003 war Syrien Transitland für viele Jihadisten, die in den Irak zogen, um die USA und die Schiiten zu bekämpfen. Umso "sunnitischer" jedoch der Aufstand in Syrien wird - mit jihadistischen Ambitionen, die auch das irakische Territorium mit einschließen -, desto mehr werden die irakischen Schiiten auf die Seite Assads gedrängt.
Oft wird ja die alawitische Religion, der die Assads usprünglich angehören, als "schiitische Sekte" bezeichnet: Auch wenn das wissenschaftlich nicht korrekt ist, gemeinsam ist Schiiten und Alawiten der hohe Stellenwert Alis, des Schwiegersohns und Cousins des Propheten Muhammads.
Die irakischen Schiiten werden laut NYT mit dem Argument nach Damaskus gelockt, dass sie dort den Schrein von Sayyida Zeinab, einer Tochter Alis, vor den Salafisten verteidigen müssten. Die islamische Symbolebene - zu der auch Bauwerke gehören - wird immer stärker. Bataillone der Free Syrian Army (FSA) bezogen von Beginn an ihre Anti-Assad-Legitimität oft von Namen aus der sunnitischen, das heißt antischiitischen Geschichte. Wurde anfangs behauptet, das sei ein Trick, um Spenden aus den arabischen Golfstaaten zu lukrieren, so ist die konfessionelle Seite des Konflikts heute traurige Realität. (Gudrun Harrer, DER STANDARD, 30.10.2012)
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dass sie demografisch die Minderheit sein sollen - haben den Machtverlust nicht verarbeitet. Und sie werden in dieser Haltung von den arabischen Golfstaaten unterstützt, die den Irak wieder aus der iranischen Einflusszone herauslösen wollen.
ja die Arabischen anrain Staaten am Persischen Golf finanziert von Saudi Arabien und Katar verbreiten ihren Terror wo es nur geht, dank des Schutzschirmes der USA und die EU können sie Jihadisten Islamisten Salafisten und Wahabieten Kräfte sich überall ausbereiten und für Mord und gewalt sorgen.
um einmal mehr fr. harrer zu zitieren.
haben sie nicht selber mal gesagt, der irak hätte sich eh wieder ganz gut erholt von dem bißchen bürgerkrieg (gibt in dem land jetzt ein paar zehntausend menschen weniger, aber auch da gilt die harrer-formel)? na also, dann wird so ein wenig spill-over vom nächsten nachbarland, das von usa, den super-demokratischen golfmonarchien und jihadisten in trauter eintracht zerstört wird auch nicht weiter schlimm sein. die usa haben sicher nur die besten absichten.
wir leben in der besten aller welten, es wird sich alles zum guten wenden, wenn nur die journalisten braaav als schoßhündchern und lautsprecher der mächtigen agieren. insoferne sind sie vorbildlich! eine alice schalek des 21. jahrhunderts!
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