Pflaster-Ablösen ohne Schmerz

  • Kein Geschrei mehr beim Entfernen: Das Wunderpflaster besteht aus drei 
Lagen mit speziellen Eigenschaften.
    vergrößern 800x533
    foto: brigham and women's hospital

    Kein Geschrei mehr beim Entfernen: Das Wunderpflaster besteht aus drei Lagen mit speziellen Eigenschaften.

Dreilagenkonstruktion: Forscher entwickeln ein medizinisches Klebeband, das sich ganz leicht mit dem Finger abrollen lässt

Washington/Wien - Der Schmerz, der sich beim Ablösen eines herkömmlichen Pflasters einstellt, ist meist schlimm genug. Bei Patienten mit besonders empfindlicher Haut - kleinen Babys oder ganz alten Menschen - kann die Entfernung des Wundklebeverbands noch schlimmere Folgen haben: Allein in den USA kommt es dadurch zu 1,5 Millionen Hautverletzungen.

Wissenschafter um Jeffrey Karp vom Brigham and Women's Hospital in Boston haben nun in Zusammenarbeit mit Robert Langer, einem Forscher vom nahe gelegenen Massachusetts Institute of Technology (MIT) ein Pflaster entwickelt, das nicht nur so fest haftet wie normale medizinische Klebebänder, sondern sich nach der Anwendung ganz einfach wieder von der Haut lösen lässt.

Wenn man ein Pflaster von der Haut eines Erwachsenen entfernt, bleiben dabei meist Partikel des Pflasters kleben, während die zarte Haut eines Säuglings durch das Ablösen selbst Schaden nimmt. Das neue Wunderding vermeidet genau das durch eine Verlagerung der "Schnittstelle" beim Ablösen auf das Pflaster selbst.

Das wird durch eine Dreilagenkonstruktion erzielt und eine sogenannte anisotrope Schnittstelle zwischen der Klebefläche und der Oberfläche. Als anisotrop bezeichnet man die Richtungsabhängigkeit einer Eigenschaft - also dass zum Beispiel Holz fester entlang der Fasern ist. Ähnlich ist es beim neuen Pflaster, das fest klebt; wenn aber erst einmal die Oberfläche abgezogen ist, lässt sich die Klebefläche ganz leicht mit dem Finger abrollen. (tasch, DER STANDARD, 30.10.2012)

Share if you care