Reiseliteratur: Rumgurken mit Abba

29. Oktober 2012, 17:53
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Andreas Altmann und Tex Rubinowitz lesen am Mittwoch im Literaturhaus Salzburg

Am Mittwoch lesen und plaudern zwei deutsche Reiseschriftsteller in Salzburg, die ihr Hobby so ernst nehmen, dass sie gar nicht mehr in der Heimat leben, Andreas Altmann und Tex Rubinowitz. Altmann ist aus Bayern, Sohn eines Devotionalienhändlers und studierte in den 1970ern am Salzburger Mozarteum, bevor er vom kombinierten Reise- und Schreibfieber gepackt auf große Fahrt ging. Diese führte den Wahlpariser um die Welt; über Indien, Thailand, Südamerika, Australien hat er Bücher verfasst. Dazu noch ein extrem kontroverses über eine innere Reise zu den Traumata der eigenen Vergangenheit: Bei Lesungen aus Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend ließ sich Altmann von Bodyguards begleiten. Denn darin spricht er Klartext über seine Kindheit, die von Misshandlungen, Demütigungen, Gewalt und einer bigotten, faschistoiden Kleinstadtgesellschaft geprägt war. Das aktuelle Buch Gebrauchsanweisung für die Welt (Piper Verlag) behandelt Kolumbiens moderne Raubritter, die Schönheiten Kabuls oder gefrorenes Zahnputzwasser in Sibirien. Dazu Drogen und Eros.

Der gebürtige Hannoveraner Tex Rubinowitz lebt seit 1984 in Wien und veröffentlichte zuletzt Rumgurken. Reisen ohne Plan, aber mit Ziel (Rowohlt 2012). Darin klärt der Cartoonist über die Grauslichkeiten Oslos auf, berichtet von einer königliche Hochzeit in Bhutan, der Typologie der Italiener, den Vorzügen finnischer Bars oder den Geheimnissen des Bahnhofs von Attnang-Puchheim. Und lässt wissen, warum man Abba-Singles im Reisegepäck - mitnehmen sollte. (dog, DER STANDARD, 30.10.2012)

31.10.: Salzburg, Literaturhaus, 20.00

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