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vergrößern 959x500Die Brennstäbe im Atominstitut der TU Wien werden gewechselt. Mehr Bilder aus der Kernkraftanlage gibt es in der Ansichtssache: Der Atomreaktor bei der Kleingartensiedlung.
Wien - Bellende Polizeihunde, grimmige Sicherheitsleute, Absperrungen und Flutlicht: Das Gelände des Atominstituts der TU Wien präsentiert sich seit Montag abschreckend wie die Geisterbahn im benachbarten Wurstelprater. Der Grund: Der atomare Versuchsreaktor "Triga Mark II" in der großen Halle des Instituts bekommt neue Brennstäbe.
Der Triga - neun Meter hoch und sechs Meter breit - brummt seit 50 Jahren in unmittelbarer Nachbarschaft der Kleingartenanlage Wasserwiese. Er verhält sich wie ein harmloser Bundesbediensteter, wird jeden Werktag um 9 Uhr hochgefahren, um 17 Uhr ist Dienstende, wie Helmuth Böck, Betriebsleiter des Reaktors, betont. Neben hunderten Studierenden werden hier die Kontrolleure der Atomenergieagentur IAEA angelernt, um im Iran und anderswo zu inspizieren, wie friedlich dort die Atomkraft genutzt wird.
Zumindest bis 2025 ist diese Ausbildung gesichert. Denn die Lieferfirma der alten Brennstäbe, die bald unbrauchbar geworden wären, General Atomics in San Diego, liefert in diesen Wochen 77 brandneue 76 Zentimeter lange und mit Zirkon umhüllte Stäbe. Ein Spezial-Lkw transportiert die strahlende Fracht vom Hafen Koper in Slowenien in den Prater.
Obwohl die Vertreter des Atominstituts beteuern, wie harmlos die Operation sei, legen sie ebenso wie Polizei und Ministerien großen Wert auf Geheimhaltung. Über das Datum des "Mini-Castor-Transports", wie er intern genannt wird, wurde absolutes Stillschweigen vereinbart. "No comment", heißt es sowohl vom Hafen Koper als auch von der slowenischen Atomagentur und vom Innenministerium.
"Nur so viel: Der Spezial-Lkw wird eine Woche auf dem Gelände des Atominstituts parken, die neuen Brennstäbe werden mit einem Kran in den Reaktor gehievt, die 91 alten Brennstäbe werden mit dem Lkw wieder über Koper in die USA verschifft", informiert Mario Villa, der Organisator des Brennstabaustauschs. Einige fehlerhafte Brennstäbe, die bisher im Keller des Reaktorgebäudes gelagert worden sind, werden ebenfalls in die USA retourniert.
Gästen ist der Zutritt bis zum Ende des "regulären Austausches", wie die Aktion intern genannt wird, verboten. "Die Vorkehrungen dienen der Sicherheit der Mitarbeiter, weil ja auch mit schweren Lasten gearbeitet wird", lässt TU-Sprecherin Bettina Neunteufl wissen.
Die Mitarbeiter im Atominstitut haben offensichtlich keine Angst vor Verstrahlung. Sie arbeiten ohne Schutzausrüstung, wie Villa betont. Die neuen Brennstäbe sind geleast, die Kosten betragen laut Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) 2,62 Millionen Euro, die Kosten für Rücknahme und Entsorgung der aktuell gelieferten Brennstäbe beziffert er mit vier Millionen US-Dollar. (Gerd Millmann, DER STANDARD, 30.10.2012)
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ich habe hier erfahren:
- die neuen brennstäbe sind harmlos und könnten im privat pkw transportiert werden
- der reaktor ist harmlos und da er nur heisse luft produziert vermutlich weiblich (sorry)
- die gebrauchten brennstäbe sind gefährlich: sie können zwar nicht zu einer kernschmelze führen, aber sie strahlen für die nächsten 24.000 extrem (plutonium 239) und für 700mio jahre etwas schwächer (uran 235)
ist das soweit korrekt?
bei der entsorgung muss also für die nächsten 700mio jahre vorgesorgt werden. rechne ich jetzt mit kosten von 1€/jahr (winterreifen kosten ~6€) kostet die entsorgung 700mio€.
wenn wir das zahlen, wüsste ich einen weg unser budget zu sarnieren
Zunächst Punkt 1: Die neuen Brennstäbe sind wirklich ungefährlich - ich habe vor ca. 53 Jahren bei meiner ersten Ferialpraxis in Seibersdorf auch einen U235 Brennstab in die Hand gedrückt bekommen, um für Führungen eine erklärende Zeichnung anzufertigen. Damals waren die Strahlenschutzvorschriften noch nicht so streng wie heute.
Damit gleich zum letzten Punkt: Das im abgebrannten Brennstab verbliebene U235 verhält sich um kein bischen anders als das U235 im Neuen. Abgesehen davon, dass es zusammen mit Pu weiter verwendet wird - wozu um alles in der Welt wollen Sie es über Jahrmillionen bewachen? Wer hat denn in den letzten Jahrtausenden die Uranvorräte im Riesengebirge bewacht? Etwa Rübezahl?
nicht böse sein, aber was soll dieser vergleich?
ja, die meisten sachen die wir machen kommen in der natur ebenfalls vor.
auch die natur produziert CO2 (z.b. durch atmen), also dürfen wir auch mit fabriken und autos die umwelt verpesten.
NEIN! wir wissen es besser, also dürfen wir das nicht machen.
ein ast der von einen baum fällt und jemanden erschlägt weis es nicht besser. der ast in ihrer hand der jemanden erschlägt ist damit nicht vergleichbar.
Das extrem und etwas schwächer können Sie streichen, sie strahlen halt stärker als neue.
Abgesehen davon sind für den Hauptanteil der Strahlung Anteile mit kurzer Halbwertszeit verantwotlich, von einer Lagerung über 700 Millionen Jahre kann also keine Rede sein.
wieso steht da "Ein Spezial-Lkw transportiert die strahlende Fracht vom Hafen Koper in Slowenien in den Prater" - wieso "strahlende Fracht"?? fängt der Brennstoff nicht erst zu "strahlen" an, wenn im Reaktor mit der Kernspaltung begonnen wird? oder "strahlt" es schon davor, weil es sich um angereichertes Uran handelt? wer kennt sich da aus? bitte um Aufklärung! DANKE!
Auch wenn es unten schon erwähnt wurde: ein "abgebrannter" Brennstab strahlt deshalb mehr, weil durch die Kernreaktionen ein "wilder" Element- und Isotopen-Mix entstanden ist.
Uran 235 hat eine Halbwertszeit von etwa 700 Millionen Jahren - einfach gesagt strahlen Isotope mit großer Halbwertszeit weniger, weil die Zerfallsprozesse seltener stattfinden. Im Urananteil sind aber viele Verschiedene Uranisotope die natürlich (als Nebeneffekt) auch mitreagieren.
Im abgebrannten Brennstab ist also alles möglich enthalten - z.B. Plutonium 239 welches aus Uran 238 entsteht (Neutroneneinfang und dann 2x ß- Zerfall) - das hat eine Halbwertszeit von nur 24.000 Jahren und strahlt signifikant stärker, weil es öfter einen Zerfallsprozess gibt.
weil hier wird auch jede noch so unkritische atom-frage eher professionell abgezogen, auch diese panikartigen rötungsaktionen riechen irgendwie fast nach professioneller fernsteuerung ...
Die frischen Brennstäbe sind auch ziemlich harmlos, kann man ohne Weiteres ungeschützt handeln usw.
Die Minicastoren braucht man aber ohnehin für den Abtransport, da die alten Brennstäbe sehr wohl strahlen, da sich im Betrieb erst die Radionuklide bilden, die Ärger machen.
Ist aber bei dem kleinen Versuchsreaktor auch nicht mal annähernd so schlimm, wie bei richtigen KKW's.
Radioaktives Material ist aktiv und spaltet spontan. Selbst im menschlichen Körper spaltet sich das natürliche Kalium-40 jede Sekunde. Strahlung hat direkt nichts mit Anreicherung zu tun, da natürliche Materialien sowieso "strahlen". Angereicherte Brennstäbe haben ein anderes Verhältnis von nat. Uranisotopen, wovon eines (U235) spaltbar ist. Im Reaktor wird die Spaltung durch Neutronenzuführung erhöht und kann so auch gesteuert werden.
Das soll nicht heißen, dass die transportierten Brennstäbe hoch radioaktiv sind, lediglich, dass sie Strahlung abgeben, die bei dem Transport abgeschirmt wird.
Kalium 40 ist kein Spontanspalter, sondern es zerfällt durch Emission von Beta- und Gammastrahlung zu Calcium-40 (Beta-Minus Zerfall) oder Argon 40 (Beta-Plus Zerfall bzw. Elektroneneinfang). Im durchschnittlichen menschlichen Körper finden etwa 4500 solcher Zerfälle pro Sekunde statt.
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