Österreich bei möglichen AKW-Störfällen in Grenznähe gerüstet

29. Oktober 2012, 16:01
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Berlakovich: Bleiben unverrückbar auf Anti-Atom-Kurs, müssen aber auf Notfälle optimal vorbereitet sein

Tulln - Die Strahlenschutzübung "Intrex 2012" vom 22. bis 29. Oktober habe eindrucksvoll bewiesen, dass Österreich für einen möglichen Störfall in einem angrenzenden Atomkraftwerk bestens gerüstet sei. Dies betonte Umweltminister Nikolaus Berlakovich am Montag anlässlich einer Presseveranstaltung zum Intrex-Ende in Anwesenheit von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner und Niederösterreichs Umweltlandesrat Stephan Pernkopf  in Tulln.

Nachdem Österreich nach dem Fukushima-Unglück die bundesweiten Notfallpläne aktualisiert hatte, wurden diese Pläne nun für den möglichen Praxisfall erprobt. "Bund, Länder und Einsatzorganisationen haben im letzten Jahr die gesamtstaatliche Notfallplanung für radiologische Zwischenfälle überarbeitet und auf den neuesten Stand gebracht", bestätigte die Innenministerin. "Unsere Einsatzkräfte sind für den Ernstfall bestens gewappnet."

Vorbereitung auf Notfälle

"Wir selbst bleiben weiter unverrückbar auf Anti-Atom-Kurs, aber müssen gleichzeitig auf Notfälle optimal vorbereitet sein", sagte Berlakovich. Österreich grenzt an sechs AKW-Staaten, elf Kraftwerke liegen in maximal 150 Kilometer Entfernung von der österreichischen Grenze. Die Ergebnisse der jüngsten Stresstests für europäische AKW hätten bestätigt, dass es für Atomenergie keine absolute Sicherheit geben könne. Man werde also die Ergebnisse der Stresstests vor allem für die Anlagen in den Nachbarstaaten genau analysieren, so Berlakovich. Dazu wurde ein Expertenteam beauftragt, offene Fragen und Kritikpunkte im Detail aufzuarbeiten: "Für Risken, die bei den Stresstests ans Licht gekommen sind, gibt es nur zwei Alternativen: nachrüsten oder zusperren." Er werde weiter "mit Nachdruck" für die Einrichtung eines gesamteuropäischen Nuklearsicherheitssystems eintreten.

Der niederösterreichische Umweltlandesrat wies darauf hin, dass die Zukunft nicht in der Atomenergie läge, sondern in erneuerbaren Energien. Niederösterreich habe sich dafür ganz klare Ziele gesetzt: "bis 2015 soll aus jeder Steckdose in Niederösterreich Strom aus Wind, Wasser, Holz oder Sonne kommen." (APA, 29.10.2012)

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