Digitale Medien: Neue Gefahren für Kinder und Jugendliche

29. Oktober 2012, 15:53

Anfang November referieren Expertinnen und Experten zur Frage, wie gefährlich digitale Medien Kindern und Jugendlichen werden können

Graz - Kinder und Jugendliche bewegen sich heute ganz selbstverständlich in den virtuellen Räumen, die ihnen die Neuen Medien bieten. Die vielfältigen Angebote auf Laptop und iPod, Gameboy und Handy eröffnen den Heranwachsenden neue Möglichkeiten der Unterhaltung, Selbsterprobung, der Kommunikation mit Gleichgesinnten oder auch der Vertiefung in eine Fantasiewelt. Auf sozialen Netzwerkseiten kann man die ganze Welt - oftmals auch ungewollt - an seinem Leben teilhaben lassen.

Unter dem Titel "Jugend und Medien" beschäftigt sich der "Österreichische Präventionskongress " vom 7. bis 8. November in Graz mit Fragen rund um die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen und Gefährdungspotenzialen durch die Nutzung digitaler Medien.

Kriminalprävention

"Der virtuellen Raum hat, ohne das jetzt bewerten zu wollen, alle Themen der Gesellschaft eingefangen, überlagert und beeinflusst. Und damit hat er auch die Bereiche der Kriminalprävention wie Gewalt, Missbrauch und Sucht erreicht", so Günther Ebenschweiger, Präsident des "Österreichischen Zentrums für Kriminalprävention".

Für ihn steht fest: "Wenn wir von Kriminalprävention sprechen, müssen wir uns zeitgleich auch mit Medienkompetenz, Informations- und Erziehungskompetenz auseinandersetzen". Möglichkeiten dazu bietet der von Ebenschweiger zum dritten Mal konzipierte interdisziplinäre und praxisnahe Kongress Anfang November in Graz in rund 35 Workshops und zusätzlichen Referaten.

Hilflose Eltern

Zahlreiche Präventionsexperten aus Österreich, Deutschland und der Schweiz haben ihr Kommen zugesagt, als Besucher sind aber auch Lehrer, Eltern und Jugendliche willkommen. "Ich sehe sehr viel Hilflosigkeit bei Eltern, die das Mediennutzungsverhalten ihrer Kinder richtig einschätzen und einordnen wollen. Hier müssen die Eltern gezielt gestärkt werden", so Ebenschweiger. Eine Reihe von Workshops - u.a. zum Thema Umgang mit Sozialen Netzwerken und Internet, Online- und Computerspielsucht oder auch der Frage, wie der Weg in die digitale Welt von Volksschulkindern gestaltet sein sollte - stehen am Programm.

Kein Opfer werden

"Als zweite große Zielgruppe haben wir Firmen mit ihren Lehrlingen eingeladen, für die wir gezielte Workshops direkt in den Unternehmen anbieten", schilderte der Organisator. Hier will man u.a. zeigen, wie sich Jugendliche davor schützen können, zu Cybermobbing- Opfern zu werden. Vonseiten der direkt kontaktierten Firmen habe es "größtes Interesse", so Ebenschweiger, gegeben. (APA, 29.10.2012)

Info

Österreichischer Präventionskongress "Jugend und Medien - Virtualität und Realität - zwei Räume, eine Welt"
7. und 8. November, Congress Graz

Link

Informationen und Anmeldung

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11 Postings
Computersucht

Ich finde es schlimm, dass Kinder im Alter von 4 oder 5 Jahren schon vor dem Computer sitzen und spielen. Ist das wirklich notwendig? Dann wundert es mich nicht wenn Jugendliche bzw. Kinder computerspielsüchtig werden und an nichts anderes mehr denken. Das es Cybermobbing Opfer gibt, finde ich echt tragisch denn ich denke mir, was bringt es den anderen wenn der eine fertig ist. Dass man den Kindern bzw. Jugendlichen den Umgang mit den Computer und dem Internet nicht mehr verbieten kann ist klar, denn es wird für die Schule benötigt. Ich glaube, wenn jeder darauf achtet, dass sein Kind nicht ständig am Computer sitzt und man kontrolliert was sie machen. Sollte das mit der Spielsucht und dem Cybermobbing kein Problem sein.
Lg Tina

Frau Mayer, Sie sagen, Ihr Sohn sitze die ganze Zeit nur vor dem PC und spiele WoW. Haben Sie ihm dabei schon einmal zugesehen?

Nein! Das interessiert mich nicht.

Ausblenden ist auch keine Lösung. Nicht die technischen Medien sind das Böse, sondern die Entfremdung zwischen Eltern und ihren Kindern, die Inkompetenz in der Erziehung und das Desinteresse an der Lebenswelt der Kleinen.

Wenn mein Kind jeden Tag ein Buch liest, statt Aufgaben zu machen oder zu lernen, wird das genauso schlecht für seinen schulischen Erfolg sein. Und wenn mich nicht interessiert, was mein Kind liest, mit wem sein Kind seine Zeit verbringt mache ich etwas ganz falsch.

Man sollte einmal aufhören, die "neuen Medien" für alles verantwortlich zu machen.

Und wieder einmal unheimlich viel blabla.

Eltern, die einen Tau davon haben, was ihre Kinder interessiert und was sie tun, die sich auch noch zutraun, einfach mal was zu bestimmen als tagtälich den Plüschologen zu befragen, haben solche Probleme in geringem Ausmaß. Zumindest ist es bei uns und in meiner Umgebung so.

Kompetenz

Das mit der mangelnden (Medien-)Kompetenz gerade auch der Erwachsenen ist das Hauptproblem.

Wenn im Artikel vom "Angebot auf Laptop, IPad, Gameboy und Handy" geschrieben wird, ist sofort klar, dass jemand die digitale Welt nicht verstanden hat.

Das ist Denken aus der frühen 90ern, wo "der Peh Ceh" Ding an sich und das Maß der Dinge war.

Die Geräte (außer Gameboy) sind Fenster in die digitalen Welten, ihre Bedienung und Benutzung sind für Kinder so selbstverständlich wie für den Autor (die Autorin?) die Bedienung eines Autos.

Wie sollen netzferne Pädagogen Kindern Kompetenzen vermitteln die sie selbst nicht einmal im Ansatz besitzen?

Schulfach: Medienkompetenz

Wir brauchen endlich ein Schulfach "Medienkompetenz" - dieses zentrale Thema wird an den Schulen (wenn überhaupt) nur sehr oberflächlich behandelt.

Da wär erstmal nötig, dass Kinder gezielt "kritisches lesen" trainieren -- also einen Text nicht nur lesen und verstehen, sondern auch Fragen stellen und beantworten können wie:
Welche Emotionen weckt der Artikel in mir? Wie macht er das? Was bezweckt der Autor damit, was will er erreichen?

Wenn menr Österreicher zu sowas in der Lage wären, hätten hetzende rechte Krawallmedien nie 80% Reichweite erreicht

Medienkompetenz, Ernährung, Sozialkompetenz, Turnen, Zeichnen, Hauswirtschaft, .... wozu eigentlich noch anderer Fächer unterrichten, das geht sich zeitlich eh nicht mehr aus.

Wo ist das Problem?

Sozialkompetenz läuft eh in jedem fach mit, in dem es um gemeinschaftliches Handeln geht, also bei Hauswirtschaft, Medienkompetenz, Turnen, gemeinsames Zeichnen...

Ernährung und Hauswirtschaft kamma auch z'sammtun

Und was den Rest angeht: Frontalunterricht bringt bei hohem Aufwand schwächere Ergebnisse als Selber-tun, also Üben, Üben, Üben, durchaus gerne in der Gruppe.

Ist wohl vor allem eine Frage der Didaktik und der Aufbereitung des Unterrichts...

Definitiv!

Und auch zwischen Eltern und ihren Kindern sollte "Mediennutzung" ein Thema sein. Ist erschreckend, wie blank hier viele Eltern sind ...

serr gutt

bei derzeit ca. 45 000 Klassen wären ca. 2000 LehrerInnen dafür notwendig (eine Stunde pro Woche!), selbst wenn man bereit wäre das Geld dafür auszugeben, haben wir bei weitem nicht die LehrerInnen. die das auch kompetent unterrichten könnten. d.h. es wird weitergewurstelt wie in vielen anderen Bereichen der Bildung...

gameboy?

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