Zinshausboom auch an Spree, Elbe und Isar

29. Oktober 2012, 15:50
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Deutscher Zinshausmarkt legte 2011 um 16 Prozent zu, jeder zweite Euro wird in Berlin, Hamburg und München ausgegeben

Nicht nur in Wien steigen die Umsätze mit Zinshaus-Transaktionen stark an (siehe Artikel), sondern auch in den deutschen Metropolen Berlin, Hamburg und München. Jede zweite Umsatz-Million wird laut dem aktuellen Zinshausmarktbericht des Centers for Real Estate Studies (CRES), der 50 deutsche Großstädte einbezieht, mittlerweile an Spree, Elbe und Isar erzielt. 2010 waren es "nur" 46 Prozent.

Zweistelliges Plus bei Umsätzen und Transaktionen

Der gesamte Umsatzkuchen wuchs weiter stark an, und zwar um 16 Prozent von 10,4 Milliarden (2010) auf nun über zwölf Milliarden Euro. Die Zahl der Transaktionen nahm um elf Prozent zu, sie stieg von 11.673 auf 12.949.

"Der deutsche Zinshausmarkt profitiert weiterhin von günstigen Rahmenbedingungen", kommentiert Jürgen Michael Schick, Vizepräsident des Immobilienverbands IVD, der die Studie in Auftrag gab. "In den Metropolregionen steigen die Einwohnerzahlen; zudem nehmen die Haushaltszahlen aufgrund des Trends zu immer mehr Ein-Personen-Haushalten zu. Das Wohnungsangebot bleibt hinter der Nachfrage zurück, so dass vielerorts Mieten wie Kaufpreise anziehen." Schon von 2010 auf 2011 hatte es Steigerungen an Umsätzen (22 Prozent) und Transaktionen (4 Prozent) gegeben. 2012 dürfte es weiterhin steil bergauf gehen, wird erwartet.

Berlin weit voran

Wichtigster Markt ist und bleibt Berlin. Mit 3,9 Milliarden entfiel nicht weniger als ein Drittel des Transaktionsvolumens im Vorjahr allein auf die Bundeshauptstadt. Gegenüber dem Jahr 2010 hat sich der Umsatz in Berlin um 29 Prozent erhöht, womit sogar das Boomjahr 2007 (3,6 Milliarden Euro) übertroffen wurde. Die Zahl der Transaktionen stieg um 17 Prozent von 1.611 auf 1.887.

Die Märkte Hamburg und München haben dagegen mit einem Umstand zu kämpfen, den man auch in Wien nur allzu gut kennt: eine starke Nachfrage, aber ein zu geringes Angebot. So wurden in Hamburg 2011 zwar genau 901 Millionen Euro mit Zinshäusern umgesetzt, um vier Prozent mehr als 2010 (868 Mio.). Die Zahl der Transaktionen verringerte sich allerdings um acht Prozent, nämlich von 459 auf 421.

Teures Pflaster München

Auch in München stiegen die Umsätze (um 14 Prozent auf eine Milliarde Euro), die Transaktionen wurden aber weniger - von 216 im Jahr 2010 auf 203 im  vergangenen Jahr. Für Schick ist das immerhin "ein unmissverständlicher Beleg dafür, dass München auf der Beliebtheitsskala der Käufer ganz oben rangiert - zumal die Zinshäuser hier im Schnitt mehr als doppelt so teuer gehandelt werden wie in Berlin und Hamburg." Im Schnitt sind an der Isar nämlich schon 5,1 Millionen Euro nötig, um ein Zinshaus zu kaufen (2010: 4,2 Mio.). In Hamburg und Berlin wechseln dafür im Durchschnitt 2,1 Millionen Euro den Besitzer, 2010 waren es 1,9 Millionen. (red, derStandard.at, 29.10.2012)

  • Nicht nur für Zinshauskäufer ist München ein teures Pflaster.
    foto: putschögl

    Nicht nur für Zinshauskäufer ist München ein teures Pflaster.

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