Designchef von Windows 8: "Es wäre riskant, stehen zu bleiben"

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Neues Betriebssystem bricht optisch radikal mit Vorgängerversionen

Mit dem Aussehen von Windows 8 bricht Microsoft radikal mit allen Vorgängerversionen. Der klassische Start-Knopf ist verschwunden, stattdessen werden Programme nun über bunte Kacheln angewählt. Das soll Windows 8 zu einem perfekten Betriebssystem für Tablet-Computer machen. Sam Moreau, der für das Design und die Benutzerführung verantwortlich zeichnet, erläutert, warum dieser Schnitt notwendig war.

Frage: Herr Moreau, warum wirft Microsoft mit Windows 8 das bekannte Design über den Haufen?

Moreau: "Die bisherigen Kernbestandteile von Windows wie den Dateimanager, den Desktop oder das Start-Menü gibt es schon seit Windows 95. Als wir mit dessen Entwicklung im Jahr 1993 begonnen haben, gab es noch nicht unser heutiges Web, man hat weder seine Fotos am PC angeschaut noch Musik mit ihm gehört. Man hat den PC auch nicht zum Kommunizieren mit seinen Liebsten genutzt. Das ist heute alles normal. Windows 8 trägt dem Rechnung."

Frage: Ist es nicht gefährlich, einen derartigen Bruch zu wagen? Sie könnten die Nutzer vergraulen.

Moreau: "Ja, es ist riskant. Das wahre Risiko wäre aber, einfach stehen zu bleiben bei all den Sachen, die sich um uns herum verändern. Die Menschen lernen, die Leute sind klug. Außerdem sind ja nicht alle bekannten Windows-Elemente verschwunden: Es gibt weiterhin einen Desktop oder Programme wie Excell und Word."

Frage: Was sagen Sie denjenigen, die dennoch bei ihrem alten Windows bleiben wollen?

Moreau: "Ich würde sagen, das ist okay, aber Ihr verpasst etwas. Ihr nutzt nicht die Möglichkeiten, die Euch Euer Computer bietet. Als die Maus erfunden wurde, dachten die Leute auch, das würde niemals funktionieren. Heute leben wir in einer Welt, in der alles um uns herum mit einer Berührung gesteuert werden kann." (APA/dpa, 3.11. 2012)

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