Österreichs Manager verlieren Vertrauen in EU

Nur mehr ein Drittel glaubt an Lösung für Euro-Schuldenländer

Wien - Die österreichischen Manager haben im letzten halben Jahr massiv Vertrauen in die Problemlösungskapazität der Institutionen sowie in den Zusammenhalt der Eurozone verloren. Dies ergibt der Oktober-Vertrauensindex der Consultinggesellschaft Ernst & Young. Die Konjunkturwartungen haben sich seit April verschlechtert.

Seit diesem Zeitpunkt sind auch die Vertrauenswerte für Staaten und Regierungen um zwölf Prozentpunkte, jene für den Zusammenhalt der Eurozone um neun Prozentpunkte gefallen. Dagegen haben der (im Wert eher steigende) US-Dollar und die Ratingagenturen in geringem Ausmaß Vertrauen zurückgewonnen.

Befragung in 200 Betrieben

Ernst & Young befragte 200 Betriebe im Inland. Sogar die Marktwirtschaft/Wirtschaftsordnung in Österreich hat unter den Führungskräften klar an Image verloren (minus 9 Prozent). Vergleichsweise positiv kommen die Banken und Notenbanken davon.

Nur noch jeder dritte Manager glaubt, dass die Krisenstaaten in der Euro-Peripherie in der Lage sind, ihr Schuldenproblem zu lösen, was im April noch 46 Prozent gemeint hatten. Fast drei Viertel gehen davon aus, dass die aktuelle Schuldenkrise die Konjunktur in Österreich bremst.

Aktuell beurteilen nur mehr 56 Prozent der Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage positiv - im April waren es noch 66 Prozent gewesen. Die Lage der österreichischen Wirtschaft im allgemeinen sieht jeder dritte Manager positiv. Jeder vierte ist pessimistisch. Am skeptischsten sind die Industriebetriebe. (APA, 29.10.2012)

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