Lachgas-Narkose ist keine Gefahr für das Herz

29. Oktober 2012, 13:37
9 Postings

Parameter für Herzmuskelschäden steigt bei Verabreichung von Lachgas nicht signifikant an

Wien/Washington - Lachgas wird häufig als Narkosemittel eingesetzt. Bei Patienten mit Herzerkrankungen war bis dato Vorsicht geboten, da es bei Lachgas-Narkosen zu einem starken Anstieg von Plasma-Homozystein kommt - ein bekannter Risikofaktor bei kardiovaskulären Erkrankungen. Eine Studie gibt nun Entwarnung.

Lachgas dürfte nicht das Herzinfarkt-Risiko während einer Operation erhöhen, berichtete kürzlich der aus Österreich stammende Mediziner Peter Nagele bei der Jahrestagung der American Society of Anesthesiologists (ASA) in Washington DC, wo er mit dem Presidential Scholar Award 2012, eine der bedeutenden Auszeichnung in der Anästhesiologie für Nachwuchsforscher geehrt wurde. Nagele ist der erste Europäer, der diesen Preis erhalten hat.

Kein signifikanter Anstieg von Troponin

Um festzustellen, ob der Lachgas-induzierte Anstieg des Homozystein-Spiegels das Herzinfarkt-Risiko steigert, hat Nagele, der am Washington University Medical Center in St. Louis arbeitet, bei 500 mit Lachgas narkotisierten Patienten den Troponinspiegel untersucht. Ist dieser erhöht, deutet das auf Herzmuskelschäden und eventuellen Herzinfarkt hin.

Ein Teil der Patienten erhielt Vitamin-B-Präparate, die den Homozysteinspiegel senken, der andere Teil ein Placebo. Zusätzlich bekam eine 125 Patienten umfassende Kontrollgruppe weder Lachgas noch Vitamine. Bei allen Patienten war eine koronare Herzerkrankung festgestellt worden bzw. das Risiko dafür.

Bei keiner der drei Gruppen konnte ein signifikanter Anstieg des Troponin-Spiegels festgestellt werden, es gab auch keine Unterschiede bei der Zahl der Herzinfarkte. Speziell beim Herzinfarkt-Risiko ist Nagele allerdings noch zurückhaltend, da die Anzahl der aufgetretenen Herzinfarkte gering war, und verweist auf eine derzeit laufende fünfjährige groß angelegte klinische Studie mit mehreren tausend Patienten zu dem Thema, deren Ergebnisse 2014 vorliegen sollen. (APA, 29.10.2012)

Share if you care.