Allianz will in Osteuropa zukaufen

29. Oktober 2012, 09:21
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München - Der deutsche Versicherungskonzern Allianz will trotz der nicht gerade rosigen Aussichten für Osteuropa weiter zukaufen. "Unsere Interesse gilt im Besonderen der Sachversicherung", sagte der für Wachstumsmärkte zuständige Vorstand Manuel Bauer dem "WirtschaftsBlatt" (Montagausgabe). Aus Kasachstan hat sich die Allianz indes zurückgezogen.

Prinzipiell ist der Allianz-Konzern, für Österreichs Versicherungen der größte Rivale in der Region, für CEE wenig optimistisch. "Wir werden in den nächsten zwei bis drei Jahren nur ein sehr geringes Wachstum bei den Prämien sehen", wird Bauer zitiert. Auch danach werde es keine zweistelligen Zuwachsraten mehr geben.

Welche Länder er puncto Akquisitionen im Visier hat, sagte Bauer nicht. Zuletzt wurde der Allianz Interesse an der slowenischen Zavarovalnica Maribor nachgesagt; in Slowenien sind die Deutschen noch nicht am Markt.

Rückzug aus Kasachstan

Aus Kasachstan hat sich die Allianz im Vorjahr hingegen zurückgezogen. "Wir haben uns aus dem Privatkundengeschäft verabschiedet, die Rückversicherung von Industrieversicherungen ist davon nicht betroffen", so Bruce Bowers, der das Osteuropa-Geschäft der Allianz leitet.

In Russland wiederum wurden drei Gesellschaften zu einer Einheit verschmolzen. "Dadurch sollen die Kosten sinken", sagte Bauer. Im ersten Halbjahr 2012 lag die Combined Ratio (Schaden-Kosten-Quote) bei 103,4 Prozent. Alles über 100 Prozent bedeutet, dass die Versicherung kein Geld verdient.

Noch höher als in Russland liegt die Quote in Ungarn, wo die Allianz laut Zeitung auf einen Wert von 107,8 Prozent kommt. "Für uns ist nicht klar, was die ungarische Politik vorhat, wenn sie eine Sondersteuer durch eine neue ersetzt", kritisierte Allianz-Vorstand Bauer. Die Nachfrage nach Versicherungen gehe naturgemäß aufgrund der Rezession zurück.

Die Allianz setzte im ersten Halbjahr 2012 in Osteuropa 2 Mrd. Euro um. Das operative Ergebnis schrumpfte um 6,3 Prozent auf 133 Mio. Euro. Grund für den Rückgang waren neben der Sondersteuer in Ungarn, die mit 13 Mio. Euro zu Buche schlug, Abschreibungen auf russische Töchter. (APA, 29.10.2012)

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