Troika bleibt bei Arbeitsmarktreform hart

29. Oktober 2012, 16:05

Das Tauziehen um das griechische Sparprogramm dauert an, Athens Verhandlungen mit den Geldgebern gestalten sich schwierig

Athen - Die Verhandlungen der griechischen Regierung mit den internationalen Geldgebern über die geforderten Arbeitsmarktreformen stocken noch immer. Die Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) habe weitere Zugeständnisse abgelehnt, sagte Finanzminister Yannis Stournaras am Sonntagabend.

Der kleine Koalitionspartner Demokratische Linke verlangt unter anderem eine nationale Tarifvereinbarung für alle Arbeitnehmer und einen Verzicht auf die geplante Abschaffung automatischer Lohnerhöhungen von zehn Prozent nach einer Heirat. "Die Troika hat die Forderungen nicht akzeptiert", sagte Stournaras.

Regierungskreisen zufolge soll das Parlament am 5. November über die Arbeitsmarktreformen entscheiden. Die Demokratische Linke hat mit ihrem Nein gedroht. Die Reformen sehen auch Lohnkürzungen und geringere Abfindungszahlungen vor. Die Regierung berät seit Monaten mit der Troika und innerhalb der Koalition über ein 13,5 Milliarden Euro schweres Sparpaket. Mitte des Monats hatten die internationalen Finanzinspektoren erklärt, es bestehe Einigkeit in den meisten Fragen. Eine Einigung ist für die Freigabe der nächsten Hilfstranche nötig, um eine Staatspleite Griechenlands zu vermeiden.

Zugleich forderte die  Demokratische Linke koalitionsintern, Privatisierungen vom Parlament billigen zu lassen. All dies haben die Kontrolleure der Geldgeber-Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds bereits abgelehnt.

Merkel lehnt neuen Schuldenschnitt ab

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lehnt unterdessen einen weiteren Schuldenschnitt für Griechenland ebenso ab wie Finanzminister Wolfgang Schäuble. Regierungssprecher Steffen Seibert verwies darauf, dass Deutschland Athen nach einem Schuldenerlass keine weiteren Kredite gewähren dürfte. Dies sei nach Haushaltsrecht nur möglich, wenn der Schadenseintritt unwahrscheinlich sei.

"Einem Gläubiger, der gerade nicht seine Schulden zurückzahlt, können wir nicht unmittelbar danach neue Kredite beziehungsweise Garantien geben. Wir würden uns ja selber die Hände binden mit einer solchen Maßnahme", sagte Seibert. Dies wäre auch nicht im Interesse Athens.

Kurseinbruch an Athener Börse

An der Börse von Athen sind die Kurse am Montagnachmittag um fast sechs Prozent eingebrochen. Vor allem die Aktien von Banken stürzten ab, nachdem das griechische Finanzministerium mitgeteilt hatte, dass die Veröffentlichung der Bankbilanzen für das zweite Quartal auf den 30. November verschoben worden seien. Grund für diese Verschiebung seien die andauernden Verhandlungen mit der EU und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über die notwendige Kapitalausstattung der griechischen Banken, hieß es. (APA, 29.10.2012)

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16 Postings

Entschuldet Griechenland. Ansonsten hängen die Griechen noch in 10 Jahren am Infusionstropf. Nach einem verdienten Euro-Betritt, als stolzer Netto- (1x jährlich seit EU-Betritt), Rettungsschirm- (2x) und Entschuldungsempfänger (1x), wäre es nun doch wirklich an der Zeit, Griechenland für all ihre Geduld, ihre Opfer und aufgrund gezeigter Dankbarkeit zu belohnen und ihnen die Schulden gänzlich zu erlassen. Wir haben bisher soviel an der Griechenlandhilfe verdient, dass wir es uns locker leisten können. Auch wir dürfen uns einmal solidarisch zeigen. Um dieses solidarische Europa, diese Einheit, in politischer, wirtschaftlicher und finanzieller Hinsicht, beneidet uns die ganze Welt.

"Wir haben bisher soviel an der Griechenlandhilfe verdient"

Wer hat Ihnen denn das Gschichterl erzählt? Hört sich an wie die Fekter. Tatsächlich hat uns der Schuldenschnitt 2 Mrd. € gekostet.

Du bist eng an Fekter vorbeigeschrammt.

Natürlich hat mir der größte Finanzminister aller Zeiten diese Wahrheit erzählt:

Josef Pröll

in Griechenland

wäre ich Mormone!

Kommt immer drauf an

Die 10% bei Heirat klingen natürlich lächerlich, aber es kommt immer darauf an, wie das sonstige Lohngefüge aussieht.

Beispiel: Wenn die Grundlöhne niedrig sind, dann können auch Zulagen mit idiotischen Namen gerechtfertigt sein. Dann ist das halt einfach ein Teil des Lohnes, der dann in Summe wahrscheinlich trotzdem auf einem Niveau ist, um das bei uns niemand arbeiten ginge.

Deshalb: Vorsicht vor billiger Polemik. Die Wahrheit ist eben meist komplizierter als der kleine HC sich das vorstellt :)

ja "vorsicht"! - warum soll ein arbeitgeber einem verheiratetem 10% mehr lohn zahlen. hat mit ihm gar nix zu tun. ein absoluter fehlanreiz. verstehen sie das net?

solche "prämien" soll der staat über steuern, beihilfen ua regeln, WENN ER WILL/KANN, aber net auf unternehmensebene....

es ist im prinzip das gleiche.

nein, gar nicht. es ist EIN beispiel und zeigt die gesinnung.

stellen sie sich vor hundtertausende betriebe müssen die ehebescheinigungen kontrollieren, mehr lohn zahlen OHNE mehrleistung etc.
weiters bekommen auch gutbezahlte 10% mehr, in zeiten wie diesen .... haha....

ich verstehe schon wie Sie es meinen.

es aendert sich aber net viel daran, letztendlich werden buerger und unternehmer auch die beihilfen selbst, ueber ihre steuer, zahlen muessen.

ansonsten ist es im interesse eines unternehmers moeglichst viele verheiratete, am liebsten mit kleinkindern und hypothekarkredit zu beschaeftigen. ;)

automatischer Lohnerhöhungen von zehn Prozent nach einer Heirat

Unglaublich wie kreative die Griechen sind um mehr bezahlt zu bekommen ...

gut! "10% mehr lohn bei heirat", i glaubs net.....

gut! "10% mehr lohn bei heirat", i glaubs net.....

Griechenland: Troika bleibt bei Arbeitsmarktreform hart

eines der vielen Vorteile der Eurozone. Wir mussten da unbedingt dabei sein.

Ich bin für die Wiedereinführung der Sklaverei. Damit wäre Griechenland

problemlos zu retten. Einen kleinen Haken hat die Sache aber: Es gibt dann kaum mehr Kunden für Smartphones, Autos, Computer, .....

Krieg wäre noch besser. Es ist dann viel einfacher wieder aufzubauen, als der derzeitige Schwachsinn.

dämliche polemik. mit wahrem kern bzgl. GR http://www.faz.net/aktuell/w... 42055.html

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