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Toulouse/Paris - Der Parti Socialiste (PS) hätte eigentlich allen Grund zum Feiern: Die Partei hatte vor fünf Monaten mit François Hollande die französischen Präsidentschaftswahlen und danach auch gleich die Parlamentswahlen gewonnen, außerdem hat man die Kontrolle über wichtige Großstädte, Départements und Regionen. Noch nie herrschte eine Partei in Frankreich so umfassend. Und dennoch: Noch selten sackte eine Partei so schnell ab und bekam den "Blues", wie Le Figaro nun kommentiert. Die staatstragende Le Monde spricht gar von einem "Lähmungsrisiko" der Regierung.
Jean-Christophe Cambadélis, der am Wochenende gescheiterte Kandidat für den Parteivorsitz, sprach von einer "Nachwahl-Starre" und fasste die Stimmung am Parteitag in Toulouse so wohl am besten zusammen.
Hollande hat zwar Nicolas Sarkozy aus dem Élysée-Palast vertrieben - aber nur, um bald selbst eine rasante Talfahrt in den Umfragen zu beginnen. Premier Jean-Marc Ayrault begleitet ihn dabei: Er gilt als knochentrocken, aber sympathisch, und er lässt es an nötiger Autorität vermissen. Und wenn der Premier geschlagen wird, ist der Präsident gemeint.
Fehlender Schlachtplan
Cambadélis rief zur "Gegenoffensive" auf, um der konservativen Opposition und der Wirtschaftskrise zu trotzen. Indirekt macht aber auch er die Staatsführung für die desolate Stimmung verantwortlich: "Die Parteimitglieder wollen kämpfen, aber man muss ihnen zuerst einen Schlachtplan vorlegen." Und der Bürgermeister von Lyon, Gérard Collomb, zitierte Seneca: "Es gibt keinen guten Wind für den, der nicht weiß, wohin er will."
Auch die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Ségolène Royal meinte, Hollande (ihr einstiger Lebenspartner) müsse eine "zweite Amtsphase" einleiten; wie er aber Arbeitslosigkeit und Wirtschaftskrise überwinden soll, vermochte auch sie nicht zu sagen.
Für Stimmung sorgte unter den 1400 Delegierten allein die abgetretene Parteichefin Martine Aubry. Sie warf der Rechten "totale Aggressivität" vor und stellte sich mit Nachdruck hinter den von allen Seiten kritisierten Regierungschef Ayrault. Dieser dankte ihr fast überschwänglich.
Nach den Altprofis hatte es der neugewählte Sozialistenchef Harlem Désir am Sonntag dann schwer, mit seiner Antrittsrede zu begeistern - das mag auch damit zusammenhängen, dass er ebenso wenig als charismatischer Redner gilt wie Hollande oder Ayrault.
Désir beteuerte im Grunde wie seine Vorredner, unter ihm werde die Partei "die Regierung wie ein 'Pack' decken". Dieser Ausdruck aus dem Rugby-Sport, der in Toulouse sogar noch beliebter ist als König Fußball, zeigte zumindest, worauf sich die französische Linksregierung in nächster Zeit einzustellen hat: eine raue Konfrontation mit der Rechtsopposition und der Wirtschaftskrise. (Stefan Brändle, DER STANDARD, 29.10.2012)
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In Frankreich wird nur 35 Stunden gearbeitet. Gekündigt werden darf keiner. Mit 60 tritt man die Pension an. Und am allerbesten ist es, Beamter zu sein.
Ähnlich sind die Verhältnisse in den anderen Mittelmeerstaaten.
Von produktivem hackeln wird dort durchgehend recht wenig gehalten.
Soll sein, aber bitte nicht auf anderer Kosten.
Eine Zeit lang wird sich parasitäres Verhalten euphemistisch noch als gelebte Solidarität verkaufen lassen, man sollte den Wirt allerdings nicht überstrapazieren.
Irgendwann wird es den Deutschen reichen, die bon vivants von nebenan durchfüttern zu müssen und dann wird es das wohl gewesen sein, mit dem Friedensprojekt Europa.
So viel verkürzten Blödsinn in so wenig Text habe ich schon lang nicht mehr gelesen.
Gehackelt wird mindestens 35-39h, kommt auf den Vertrag an. Normalarbeitszeit sind 39 bis 41h, dann beginnen die Überstunden, Zuschlag 25% einfache überstunden, Nacht- uns Sonntagsüberstunden 50%
Und jetzt Österreich : da wird halt mindestens 37-38.5h gehackelt, normalarbeitszeit ist 40h, danach gibts 50% bzw 100% Überstundenzuschlag.
In österreich tritt man mit 57 die Pension an, mit Abschlägen halt, in Frankreich nicht anders.
mit 60 darf in Frankreich ohne Abschläge in Pension gehen, wer 41,5 Jahre gearbeitet hat, also mit 19 begonnen hat.
Die Deutschen sollten halt aufhören, Sozialstandards wie in China als erstrebenswert anzusehen.
hollande macht den fehler von obama und ist zu wenig radikal. aber erfreulich, daß zumindest in ein paar bereichen kleine ansätze sozialdemokratischer handschrift zu sehen sind (im unterschied zu den meisten anderen sozialdemokraten in regierungspositionen in europa).
" Frankreich hat bis heute keine nennenswerten Reformen durchgeführt: Der öffentliche Dienst ist aufgebläht, der Arbeitsmarkt verkrustet, der Kündigungsschutz rigide, die 35-Stunden-Woche und die Rente mit 60 absurd und die Wettbewerbsfähigkeit hat sich verschlechtert. Die wirtschaftliche Überlegenheit Deutschlands wird immer mehr zum Problem,..."
"Frankreich will Euro-Bonds, eine Bankenunion, Sozialprogramme, eine Haftungsgemeinschaft. Die Deutschen hegen Verdacht, dass sich hinter diesen Ideen der Wunsch versteckt, dass die deutschen Steuerzahler Frankreich subventionieren sollen. Nicht zufällig beschwört Hollande ständig die Solidarität."
Dem ist Nichts hinzuzufügen.
Der von Ihnen zitierte Heller sagt es eh.
Die wirtschaftliche Überlegenheit wird zum Problem, aber nicht gegenüber Frankreich, sondern gegenüber dem Rest Europas.
Und die wirtschaftliche Überlegenheit Deutschlands gegenüber dem Rest Europas entstand in den letzten 15 Jahren hauptsächlich durch Lohnerhöhungen in Deutschland unter der gesamteuropäischen Inflationsrate.
Dadurch wurden deutsche Produkte auf dem Euro-Markt im Vergleich zu Produkten anderer Länder um bis zu 20% billiger.
deutschland hat ein komplettes ostland (ddr) auf westniveau angehoben, das waren transferzahlungen bis zu 7% des bips jährlich! die in den osten flossen, dazu ist deutschland noch DER Nettozahler der EU geblieben, obwohl nicht vergleichbar.
dazu kam dann massenarbeitslosigkeit 5 mio deutsche ohne arbeit (inoffiziell weit mehr) - die auch der bis dahin üblichen hochlohnpolitik geschuldet waren.
jetzt wo sich deutschland reformiert hat (eigentlich war es rot-grün unter schröder) - die zum teil schmerzlich waren, ist deutschland wieder der schuldige...
also das kanns nicht sein...
auf der anderen seite zb. wuchs in griechenland die löhne vor der krise massiv weit über dem produktivitätszuwachs.
p.s. am meisten hat übrigens d von der eu profitiert, weil d volkommen vom export abhängig ist, und der euro durch die südländer so stark gedrückt wird, das der export deutschlands sehr stark zugenommen hat und der export der südländer zurückging durch den gestiegen preis bei den südländern......
lol frankreich ist netto zahler.. und das was frankreich will ist genau was jede menshc will.. wenns ie ein deutsches amerika wollen bitte.... ich verzichte drauf, lieber in frankreich leben als in dem verückten deutschland...
Wenn Frankreich den Bach hinuntergeht, kann es von Deutschland (oder der gesamten Eurozone) nicht gestützt werden. Das wissen die Franzosen auch.
Was Hollande zu Beginn seiner Amtszeit in Bezug auf die Eurokrise gefordert hat, ist inzwischen die allgemeine -ausserhalb Berlins- anerkannte Meinung.
Die Probleme Frankreichs liegen allerdings wirklich in verkrusteten Strukturen. Es ist dort nie gelungen, sozialpartnerähnliche Institutionen zu schaffen, die schrittweise Änderungen der Arbeitswelt ohne soziale Konfrontation zugelassen hätten. Unter anderem auch deswegen ist der öffentliche Dienst ein so unangreifbarer Popanz.
Das ist viel gravierender als z.B. die 35-Stunden Woche.
genauso wie die etatistische traditionen frankreichs - egal ob sie von rechts oder links kommen - die im "markt" immer das problem und im "staat" immer die lösung wirtschaftlicher und sozialer probleme sahen und sehen.
und "solidarität" meint im konkreten zusammenhang auf keinen fall etwas anderes als dass deutschland die sozialen standards frankreich mitfinanzieren soll.
alles andere ist nichts als sand in die augen streuen. etwas was die vereinigte sozialistische internationale nicht gerne hört - ist doch frankreich der neue leuchtturm.
doch wer wird frankreich die steigenden schulden finanzieren wollen, wenn sie nicht endlich die wettbewerbsfähigkeit ihrer wirtschaft durch strukturreformen stärken?
aja: da gibt es ja noch die eb.
Ein Massnahmenpaket zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit ist für 06.11. angekündigt, die Regierung hat das zu ihrer Hauptaufgabe erklärt.
Was da dann wirklich drinsteht, bleibt natürlich abzuwarten, und Strukturreformen sind in Frankreich so schwer durchzusetzen wie sonstwo, aber die Panikmache, dass Frankreich sich auf deutschen Taschen ausruhen will, ist Blödsinn auf Stammtischniveau.
Absurd ist eher, dass es in Deutschland- und bei uns keine 35 oder 30-Stunden-Woche gibt. Wir machen nichts anderes als auf Kosten der eigenen Arbeitnehmer die Wirtschaft der "schwächeren" EU-Staaten zu ruinieren.
Schauen sie sich den Produktivitätszuwachs der letzten drei Jahrzehnte an. Es ist nicht möglich immer effizienter zu werden, immer mehr immer schneller herstellen und anbieten zu können und trotzdem für alle Arbeit zu haben. Momentan klappt das nur, weil sich die Arbeitnehmer ausnutzen lassen, siehe Stagnation der Reallöhne seit den 1980er-Jahren.
kein selbstläufer ist und dass sich die wirtschaftlichen realitäten geändert haben - stichwort "globalisierung", wohinter nichts anderes als der aufstieg von ehemaligen 3. welt staaten zu schwellenländern und ihrem aufstieg zum oecd status steht.
und wer würde denn in ihrer einfachen arbeits-umverteilungswelt die neu geschaffenen jobs übernehmen? sie werden wohl auch die geeigneten "arbeiter/innen" benötigen.
abgesehen davon: reduktion der wochenarbeitszeit bei vollem lohnausgleich wäre der tod für die wettbewerbsfähigkeit der österr. unternehmen.
ja dass sind die, die für wohlstand sorgen.....
dann gibts halt mehr arbeitslose und wieder die nächste forderung nach wochenarbeitszeitverkürzungen - bei vollem lohnausgleich usw.
da gabs keine konkurrenz für die industrie im westen in der restlichen welt.
heute sieht das ganze wieder anders aus.
eine chinesische industrie mag in vielen bereichen noch immer hinterherhinken, zu glauben, dass die nicht jedes jahr zum teil massiv aufholen ist naiv.
heute, wo die gesellschaft immer älter wird, die ausbildungszeiten immer länger andauern, die pensionisten zb in österreich immer noch unter 60 im schnitt ihre pension antreten, kinderreichtum nach wie vor selten ist, muss ein arbeitnehmer viel leisten, damit die gesellschaft in der form weiterexistieren kann.
mir wäre eine 30 stunden viel lieber, nur muss ich mir die frage stellen, ob ich mir das leisten kann - antwort? nein, ich kann es nicht.
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