Jetzt tankt auch Wien Wasserstoff

Kolumne | Rudolf Skarics, 28. Oktober 2012, 17:54
  • Ein Anfang: Wiens erste Tankstelle für Wasserstoff.
    foto: omv

    Ein Anfang: Wiens erste Tankstelle für Wasserstoff.

Die Zukunft des Kraftstoffs hat nun auch in der Bundeshauptstadt begonnen

Soeben wurde in Wien die erste öffentliche Wasserstofftankstelle von der OMV, von Daimler und vom Wirtschaftsminister eröffnet. Zwei gibt es schon, eine in Graz und eine in Sattledt, die sind aber nicht öffentlich.

Um Wasserstoff als Fahrzeugkraftstoff ist es ja inzwischen ziemlich still geworden. Das hat auch seinen Grund: Ihm ist nämlich das Elektroauto dazwischengekommen. Nachdem die EU jahrelang die Wasserstoffforschung kräftig gefördert hat, hat sie plötzlich den Geldhahn zugedreht und statt auf Wasserstoff auf Elektromobilität gesetzt. Das hat in Österreich zu einer Vollbremsung in Sachen Wasserstoffforschung geführt.

Erste Flottentests

Nun kriegt das Thema neuen Schwung. Der Schlüsselbegriff lautet in diesem Zusammenhang Brennstoffzelle. Denn sie fährt mit Wasserstoff und gehört gleichzeitig ins Fach Elektromobilität. Auch wenn fürs Erste die Kundenfrequenz eher gering sein wird, die Wasserstofftankstelle bietet die Möglichkeit, dass nun auch in Wien großzügige Flottentests mit Brennstoffzellenautos durchgeführt werden.

Das heißt jetzt allerdings noch lange nicht, dass das Wasserstoffzeitalter in der Mobilität bereits angebrochen ist. Dafür sind Erdöl und Erdgas einfach noch zu leicht, zu billig (!) und in großen Mengen verfügbar. Aber die neue Technologie versucht sich in Stellung zu bringen.

Auch wenn viele Kraftstoffalternativen im Planungs- und Forschungsstadium sind, eines ist klar: Bewegung als Resultat von Verbrennung ist nur mit Kohlenstoff und/oder Wasserstoff erzielbar. (Rudolf Skarics, DER STANDARD, 16.10.2012)

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OMV

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frage an die experten

ist die elektrolyse von wasser für zuhause über eine solaranlage praktikabel?

besser in "echtzeit" produzieren:

http://www.hhogas.at/

Praktikabel ja, aber völlig unökonomisch. Sie müssten den

Wasserstoff zuerst reinigen und dann speichern (Hochdruck, kryo oder als Hydrid).

Ja, Elektrolyse über Solaranlage ist praktikabel

in vielen Ländern, inklusive Oesterreich (z.B. bei Fronius in Wels), stehen derartige Pilotanlagen, und die Schweizer Firma Belenos entwickelt gerade eine derartige Anlage zur Betankung für Brennstoffzellenautos die auf den Markt gebracht werden soll.

Es wäre auch nicht schlecht gewesen, den genauen Standort zu erwähnen...

Ich will endlich meinen Wasserstoff - BMW

BMW hat seit 10 Jahren einen Wasserstoff- verbrennungsmotor ( Ottomotor ) zur Serienreife gebracht und haben dazu noch den Weltrekord auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke von Narbo aufgestellt.

Ich will meinen V8 mit Wasserstoff welcher aus Sonnenenergie gewonnen wird.

Das wäre ECHTE Lebensqualität !!!!!!!

gibts den 7er nimmer?
oder war das angebot auf die Usa beschränkt?

wieviel energie (egal wo man die dann hernimmt, aber

je mehr es ist desto geringer die wahrscheinlichkeit dass man es mit erneuerbaren umweltschonenden verfahren schafft) braucht denn die herstellung des wasserstoffs? aus welchen rohstoffen wird es realistischerweise passieren? wie aufwändig und effizient ist die speicherung und der transport? ist ja technisch auch net unheikel. wie hoch ist der gesamtwirkungsgrad?

ist das eine echte alternative, oder nur ein weiterer hatscherter versuch den leuten einzureden, sie könnten weiterhin nach herzenslust mit 200 - 400-PS autos zum spass herumfahren soviel sie wollen, wenn man nur die neue technologie ausreichend subventioniere?

Europa und Amerika hatten nie viel Interesse an Wasserstoff und der Brennstoffzelle

die führende Nation in der Brennstoffzellentechnik ist Japan. Deren Idee ist bei Hochtemperaturreaktoren die hohe Prozesswärme zu nutzen und damit entweder durch die Hochtemperaturelektrolyse oder durch einen chemothermischen Prozess den Wasserstoff mit einem Wirkungsgrad von 67% zu erzeugen.
Ähnliche Ideen hat das MIT, nur haben aber die keinen Versuchsreaktor,während der in Japan recht gute Errgebnisse liefert. Der nukleare Teil ist machbar nur braucht es noch Innovationen für Materialien um den Wasserstoffteil zu managen.
Amerika hat kein Interesse daran weil noch genug Öl&Gas vorhanden ist, aber die Japaner müssen das Zeug für teures Geld einführen. Und Europa schnarcht.

sie reden von dem 30 MW httr in japan?

naja, den mit "Der nukleare Teil ist machbar" zu bewerten erscheint mir doch recht kühn... großtechnisch ist die nukleare hochtemperaturschene ja bisher eher daneben gegangen

und warums jetzt die energie für die thermolyse unbedingt nuklear erzeugen wollen und nicht die überschüsse aus den erneuerbaren zur elektrolyse nutzen (und längerfristig eben schon für die versorgungssicherheit erneuerbare "überkapazitäten" aufbauen), erschließt sich mir auch nicht

Die Effizienz der Elektrolyse steigt mit der Temperatur des Wassers/Dampfes

Deshalb der HochtemperaturReaktor. Man nützt die thermische Energie UND die elektrische bei dem Prozess.
Sie könnten natürlich auch das Wasser mit einer Gasflamme auf diese notwendigen Temperaturen bringen. Das wäre aber wohl eher ein Schildbürgerstreich.
Und im übrigen ist dieser Reaktor kein Kugelhaufen. Auch die Amerikaner setzen auf die selbe Konstruktion.
Deutschland hat sich ohnehin verabschiedet. Es gibt doch wohl auch andere Nationen mit etwas Hirn, und die werden es schaffen. Man darf Deutschland NICHT als Massstab nehmen.

ähm - sie wollen dampf elektrolysieren?

das laß ich mir gern mal zeigen

sie wissen schon, welche temperaturen ein htr entwickelt? und welchem dampfdruck das entspricht?

(mit welchen wandstärken also ihr hochdruckdampf-elektrolyseur ausgestattet sein müßte?)

und wenns schon dabei sind, erklärens mir doch bitte auch, wie der japan-htr funktioniert und warum er die probleme des kugelhaufens nicht hat - danke

Selber googln

Deutschland hat es mit dem Kugelhaufenreaktor versucht

und es wurde nichts. Wie auch immer man zu unseren Nachbarn steht aber wenn was irgendwie möglich und kommerziell sinnvoll ist dann kriegen sie es hin. Sie haben aufgegeben.

afaik verfolgt japan kein kugelhaufenprinzip

wie sie aber die probleme eines htr gelöst haben wollen, weiß ich auch nicht

Zur Zeit wird Wasserstoff aus Erdgas hergestellt. Speicherung und

Lagerung sind sehr energieaufwändig (Kryo oder Hochdruck). Energetisch ist Wasserstoff zur Zeit nicht sinnvoll.

dieses konzept

mit brennstoffzelle und wasserstoff ist in wahrheit das einzige zukunftsträchtige in der mobilität. die reinen e-autos auf akkubasis werden sich niemals durchsetzen, weil sie ganz einfach viel zu unpraktikabel sind - und ganz abgesehen davon, auch nicht umweltfreundlich, weil dafür zuerst mal die gesamte europäische stromerzeugung auf erneuerbare umgestellt werden müsste, was realistischerweise so schnell nicht gehen wird.

das konzept der zukunft heiß power to gas - es erneuerbaren energiequellen wie windkraft wird über elektrolyse wasserstoff gewonnen. damit ist auch das leidige speicherthema und die überkapazität der stromnetze endlich gelöst!

ich hoffe diese autos werden bald serienreif sein.

Die Autos

sind serienreif (viele Hersteller), aber jetzt brauchen wir das Tankstellennetz.

Unlogisch

Für Batterieautos müsste man die gesamte europäische Stromversorgung auf Erneuerbare umstellen?
Und für die viel ineffizienteren Brennstoffzellenautos würden ein paar Windräder reichen?

"Und für die viel ineffizienteren Brennstoffzellenautos würden ein paar Windräder reichen?"

im moment sind windräder und photovoltaikanlagen nur bis zum einem gewissen prozentsatz im strommix sinnvoll.

am bsp. von deutschland:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia... i-2012.png

die erreichen zu spitzenzeiten bald 50% solaranteil. ein weiter ausbau wäre nur sinnvoll, wenn man die energie speichern könnte. und wasserstoff wäre eine möglichkeit.

Wartet nur welche Ueberraschungen schon bald kommen werden.

Werden vielleicht Blondinen ihre Haarfarbe an der Tankstelle wieder auffrischen ...

Vorsicht damit:

http://www.youtube.com/watch?v=F54rqDh2mWA

Kann ins Auge gehn!

Vollbremsung aus dem Kriechgang ?

Dass die EU den Geldhahn für Wasserstofforschung zugedreht hat stimmt nicht. Sie fördert sie weiterhin, insbesondere für PEM Brennstoffzellen. Sie schreiben “Das hat in Österreich zu einer Vollbremsung bei der Wasserstoffforschung geführt”. Auch das stimmt nicht. Im internationalen Vergleich galt Österreich bei der H2-Forschung nie als Musterschüler. Die Forschung wird hauptsächlich von D, N, CH, UK, I, Sp, Gr (!), USA, Japan, China und Indien getragen. Von einer Vollbremsung zu sprechen ist eine krasse Übertreibung. Eher sollte man es als eine Bremsung vom Kriechgang in den Schneckengang bezeichnen. Leider, denn am Wasserstoff als erneuerbaren und ökologischen Energieträger wird langfristig kein Land vorbeikommen, auch nicht Österreich.

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