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vergrößern 800x533Schauspielerin Erni Mangold in ihrem Haus am Hornerwald, wo einst Arbeiter des hier gelegenen Steinbruchs mit ihren Familien wohnten.
Die Schauspielerin Erni Mangold wohnt in einem 250 Jahre alten Haus im Waldviertel. Dort hat der Himmel jeden Tag eine andere Farbe, erfuhr Michael Hausenblas.
"Mein Haus steht in einem Miniort im Süden des Waldviertels, in der Nähe von Gars am Kamp, am Hornerwald. Ich wohne nicht elitär. Man könnte sagen, ich lebe in einem Nest, das sich auf dem Gelände eines ehemaligen Steinbruchs befindet. Das Haus ist gut 250 Jahre alt und liegt ganz am Ende des 'Prof.-Erni-Mangold-Wegs', einer Sackgasse. Diese Ehre hat mir die Gemeinde zukommen lassen. Doch, damit haben sie mir schon eine große Freude gemacht. Gekauft hab ich das Haus 1984. Damals hab ich noch unterrichtet und war meistens nur am Wochenende hier. Seit 20 Jahren bin ich aber hauptsächlich hier daheim. Meine Großmutter stammt übrigens aus dieser Gegend.
Mein Haus und auch die der Nachbarn sind seinerzeit von den Arbeiterfamilien des Steinbruchs errichtet worden, allesamt im gleichen Stil. Gebaut wurde mit Lehm, Stroh und Stein, extrem hartem Urgestein. Die Hausnummern in dieser sogenannten Streusiedlung stimmen überhaupt nicht zusammen. Ich hab die Nummer 73, mein Nachbar die 150. Wenn ein neuer Postler kommt, ist der vollkommen verzweifelt, weil er sich überhaupt nicht zurechtfindet. Da können dann nur die Alten aushelfen.
Das Gebäude ist 16 Meter lang und misst 150 Quadratmeter auf zwei Ebenen. Durch die Dachkonstruktion geht ein Holztram. Ich glaube, man sagt Holztram. Der besteht aus einem einzigen Baum. Der untere Stock hat drei sehr offene Räume, Türen hab ich so gut wie keine. Das ist einfach lustiger und schöner. Oben gibt's einen großen Raum und zwei Zimmer und auch ein Bad. Eine Badewanne sucht man vergeblich. Ich mag keine. Als junger Mensch war das anders. Da bin ich, wenn ich in der Früh heimgekommen bin, übernachtig in die Wanne und eingeschlafen - obwohl es eine Sitzbadewanne war.
Es ist hier sehr gemütlich und entspannend, dabei bin ich eigentlich gar kein Nestmensch. Man könnte sagen, dieses Haus, das an einen Wald grenzt, mit seinen 70 Zentimeter dicken Wänden umarmt einen. Wenn ich nach Wien muss - ich hab dort noch eine Absteige - bin ich ganz verzweifelt und sehne mich nach dieser Entspannung.
Eingerichtet bin ich sehr einfach, es gibt ein paar Antiquitäten, die von meinem Vater stammen, der akademischer Maler war. Darum hängen auch wahnsinnig viele Bilder an den Wänden. Ausmalen würde bei mir also keinen Sinn haben. Ansonsten ist alles sehr einfach und waldviertlerisch.
Ich denke, Wohnen wird erst wichtig, wenn man älter wird - zumindest in meinem Fall. Wohnen muss nicht spektakulär sein. Es geht eher darum, das Heimkommen zu schätzen. Das war mir früher einfach egal.
Lieblingsplatzerl hab ich keines. Ich bin mal hier, mal dort, sitz am Laptop, dann stehe ich wieder in der Küche. Wenn ich keine Vorstellung habe, liege ich auf dem Sofa und glotze in den Fernseher. Gelesen wird im Bett.
So etwas wie einen Wohntraum hatte ich nie. Ich finde es viel schöner, wenn man Orte, die man mag, nur besucht. Ein Haus am Wasser wäre überhaupt eine Katastrophe. Dazu fällt mir ein: feucht, kalt, nebelig. Ich liebe Wasser, aber wohnen möcht ich halt nicht dort. Außerdem war hier vor Millionen von Jahren eh das Meer.
Hier fühle ich mich sehr wohl. Der Himmel hat im Waldviertel jeden Tag eine andere Farbe. Die Ruhe, die von diesem Land und seinen Menschen ausgeht, ist faszinierend. Ach ja, und da ist noch etwas: Ich hab einen 1000 Quadratmeter großen Garten, die totale Wildnis. Ich liebe Chaos. Grün, grün, grün. Was wächst, das wächst. Es ist einfach wild. Ob das meinem Wesen entspricht? Natürlich." (DER STANDARD, 27./28.10.2012)
Erni Mangold wurde 1927 in Großweikersdorf (NÖ) geboren. Von 1946 bis 1956 war sie am Theater in der Josefstadt
engagiert, von 1953 bis 1963 am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. Nach zahlreichen anderen Engagements unterrichtete sie unter anderem am Max-Reinhardt-Seminar sowie an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien. Erni Mangold war außerdem in mehr als 60 Filmen zu sehen. Sie arbeitete mit Größen wie Romy Schneider, O. W.
Fischer, Helmut Qualtinger oder Rainer Werner Fassbinder. Derzeit ist sie im Theater in der Josefstadt in "Geschichten
aus dem Wiener Wald" zu sehen.
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........dass mit dem Motto "Was ist, dass ist" nehme ich der Frau Mangold nicht ganz ab! Nach der Lektüre ihrer Autobiographie, werde ich das Gefühl, der beabsichtigten lebenslangen Provokation gegenüber der Gesellschaft nicht ganz los. Ob Prof. Erni Mangold tatsächlich die überragende Schauspielerin, die ihre Verehrer in ihr und sie sich selbst auch sieht ist, kann ich nicht beurteilen. Jedenfalls habe ich sie meist als schrill, aufdringlich und unerotisch in Erinnerung. Muss jedoch aber auch eingestehen, dass ihre Rolle als Wirtin in Kottan 2 unvergesslich und unerreicht ist.
war robert palfrader bei stermann und grissman, als er, nachdem ihm fr mangold die wurstsemmel nicht gab, meinte: "gib endli her, oide hex!"
und sie nicht einmal keine reaktion drauf zeigte.
ich bin in tränen ausgebrochen - 2 spitzenschauspieler at their best.
ich liebe ihre unkomplizierte Art und ihre Theaterarbeit.
Lieber Standard: wann bringt ihr mal Wohngespräche von zB jungen Menschen die bei ihren Eltern wohnen, die das Geld nicht haben, um sich eine eigene Wohnung zu leisten. Wie das ist, im Hotel Mama zu leben. Wie das ist, wenn sie erkennen, dass sie nie mit ihrer Arbeit das Wohnniveau ihrer Eltern erreichen werden usw.....
Leider bin ich noch immer traumatisiert vom heimlichen Geschichten-aus-dem-Wienerwald-schauen in jugendlichen Jahren. Immer, wenn ich die Fr. Mangold wo sehe, höre ich den kalten Wind die dürnsteiner Hänge herunterfallen.
Aber sie ist eine ganz Große !
gepflegt kann das aber nicht ausschauen. Wird einer Künstlerin oder einem Künstler zugebilligt, der Durchschnittsbürger bekommt gerade jetzt seelische Probleme, wenn das Laub fällt.
Was sagt denn zu dieser Ungeheuerlichkeit LH Pröll? Wir lesen hier
http://derstandard.at/135025897... Hauptmanns
er sei der Anwalt der Dorferneuerung, der Ortsbildpflege und überhaupt des ländlichen Raumes. Auch schuf er Kulturlandschaften.
Böse wie ich bin: Er kümmert sich um Klumpert, das da wäre: Koniferen, Zuckerhut, Stech- oder Blaufichten. Bitte mit offenen Augen durchs Waldviertel fahren.
wir haben ein optisches Problem. Gratissträucher ersetzen nicht die in vielen Dörfer grundlos geschlägerten Laubbäume, und der Verein Dorferneuerung schaut zu. Wir sehen jetzt viele leergefegte Dörfer. Wenn wir das wieder herstellen wollen, warten wir bis zum Jahr 2180. Warum der Laubbaum am Land so ein Feindbild ist, ich weiß es nicht. Wahrscheinlich weil es Sonnenschirme gibt.
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