Darabos zu Besuch im Pentagon

28. Oktober 2012, 19:03
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Trifft auf US-Verteidigungsminister Panetta - Balkan, Syrien und Afghanistan als Gesprächsthemen

Sandy verbläst auch Termine: US-Präsident Barack Obama und Mitt Romney sagten am Sonntag Auftritte in Virginia ab. Der "Monstersturm" gefährdet nicht nur die Stromversorgung für Millionen Amerikaner, sondern droht auch dem US-Wahlkampf den Stecker rauszuziehen.

Wetterfest waren am Sonntag jedenfalls noch die Termine von Norbert Darabos in den USA. Der österreichische Verteidigungsminister soll heute, Montag, mit seinem amerikanischen Amtskollegen Leon Panetta und dem stellvertretenden US-Außenminister William Burns zusammentreffen.

Auf der Themenliste für die Gespräche mit den Amerikanern stehen die aktuelle Lage auf dem Westbalkan, in Syrien und im Libanon (wo Österreich Truppen stationiert hat), die Situation in Mali und die Szenarien für die Zeit nach dem Abzug der internationalen Schutztruppe Isaf Ende 2014 in Afghanistan.

In dem Land am Hindukusch hat Österreich nur drei Stabsoffiziere stationiert, Darabos sagte aber knapp vor dem Nato-Gipfel im Mai in Chicago 18 Millionen Dollar für den Aufbau des Landes über einen Zeitraum von drei Jahren zu (der Standard berichtete). Auf dem Balkan ist Österreich derzeit im Rahmen der Nato-geführten internationalen Schutztruppe Kfor mit 494 Soldaten vertreten. Die USA stellen im Kosovo 880 Soldaten. Bei der Bosnien-Friedensmission Eufor-Althea ist Österreich mit 310 Soldaten unterdessen größter Truppensteller.

Wehrpflicht kein Thema

Die in Österreich innenpolitisch so beherzt debattierte Wehrpflicht ist laut Verteidigungsministerium "kein Gesprächspunkt" in den USA. Die Reise stehe unter dem Aspekt der internationalen Sicherheitspolitik und nicht unter dem Gesichtspunkt der Umstellung auf ein Berufsheer, erklärte ein Sprecher Darabos'. Die USA haben das größte Berufsheer der Welt mit 1,5 Millionen Soldaten unter Waffen. Das Pentagon muss künftig aber eisern sparen.

Der Arbeitsbesuch des Verteidigungsministers im Pentagon ist der erste seit mehr als 15 Jahren: 1996 kam Werner Fasslabend in Washington mit Bill Clintons Verteidigungsminister William Perry zusammen. (Christoph Prantner aus Washington, DER STANDARD, 29.10.2012)

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    Darabos in Washington.

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