Neuer Rektor in Klagenfurt für Zugangsregeln

28. Oktober 2012, 14:05
  • Oliver Vitouch wünscht sich mehr Zulauf für technische Studien und die Slawistik.
    foto: apa/uniklu/maurer

    Oliver Vitouch wünscht sich mehr Zulauf für technische Studien und die Slawistik.

Oliver Vitouch schlägt Grundsicherung für prüfungsaktive Studierende vor

Wien/Klagenfurt - Am Montag tritt Oliver Vitouch sein neues Amt als Rektor der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt an. Der 41-jährige gebürtige Wiener leitete zuletzt die Abteilung für Allgemeine Psychologie und Kognitionsforschung und war Vorsitzender des Uni-Senats. Er folgt Heinrich C. Mayr, der vom Universitätsrat abberufen wurde. Im APA-Interview sprach Vitouch über Hochschulpolitik und seine Pläne für die Uni Klagenfurt.

Als große Herausforderung sieht der neue Klagenfurter Rektor die Verbesserung des Verhältnisses von Lehrenden zu Studierenden in den Massenfächern. Hier soll zum einen ressourcenseitig aufgestockt werden, zum anderen befürwortet Vitouch Zugangsbeschränkungen. "Aber das geht nicht ganz ohne den Gesetzgeber." Die Massenfächer an der Alpen-Adria-Universität sind Psychologie, die BWL-Studien inklusive Wirtschaft und Recht, Pädagogik ebenso wie die Publizistik und Kommunikationswissenschaft. Derzeit ist eine Beschränkung der Zulassungen nur im Fach Psychologie möglich. Ohne "eine gewisse Dosis an Zugangsregelung" sei ein Universitätsbetrieb mit einem dementsprechendem Fächerspektrum nicht möglich. "So gesehen begrüße ich die Entwicklung in Richtung Studienplatzfinanzierung."

Wenig Interesse für technische Studien

Gute Studienbedingungen herrschten demgegenüber etwa im Bereich der technischen Studien, die aber noch relativ wenig von Studierenden nachgefragt werden. Auch für die Slawistik wünscht sich der neue Rektor mehr Zulauf. "Es sind Maßnahmen vorgesehen, um in den nächsten Jahren auf manche Studienangebote verstärkt aufmerksam zu machen, regelrecht Werbung dafür zu machen, dass man in diesen Studien gute Bedingungen vorfindet." Hier sieht Vitouch eine Parallele zu den Lehrberufen, wo eine ähnliche Schieflage bei den Präferenzen - KFZ-Mechaniker, Friseurin, Verkäuferin - vorliege.

Neue Fächer in Planung

Änderungen im Studienangebot sind auch in Planung: Vitouch möchte die angewandten Kulturwissenschaften mit dem Bachelor Medienwissenschaften zusammenführen. Außerdem soll es zwei, drei neue Fächer geben - eines davon wird "Media and Convergence Management" sein. Die Entwicklung von neuen Masterstudien und Universitätslehrgängen für außerordentliche Studierende wird auch ein Thema sein. Zu viel wollte Vitouch allerdings nicht vorgreifen - der Posten der Vizerektorin für Lehre muss erst besetzt werden. Zwei Vizerektoren, Martin Hitz und Friederike Wall, stehen bereits fest.

Politische "Grabenkämpfe"

Vom Hochschulplan erwartet sich Vitouch, dass mit der Studienplatzfinanzierung Ernst gemacht wird. Die Politik stecke seit längerem in einem "Grabenkampf", etwa weil man den "angeblich freien Hochschulzugang" um jeden Preis aufrechterhalten wolle. "Das ist ein schönes, ideelles Gut, aber es löst die real existierenden Probleme der Universitäten nicht." Jetzt müsse man die alten Ideale so anpassen, dass sie in der Gegenwart funktionsfähig bleiben - das gelte auch für die Schule: "Die ÖVP ist im Bereich des Schulwesens auf mindestens einem Auge blind und die SPÖ bei den Universitäten. In beiden Bereichen wären Modernisierungen sehr wünschenswert."

Studiengebühren, wie es sie zuletzt gab, sind für Vitouch wenig sinnvoll. Neben der Finanzierung der Unis durch die öffentlichen Hand könne man das Lukrieren von Spenden fördern. Problematisch ist für den Klagenfurter Rektor in diesem Zusammenhang das Stiftungswesen in Österreich, dem Vitouch eine Orientierung am Gemeinwohl verordnen würde.

Grundsicherung für "prüfungsaktive" Studierende

Kritik übte Vitouch an der Unterstützung von Studierenden durch die Familienbeihilfe. Allein der Name sei bezeichnend: "Dass eine Unterstützungsleistung für Studierende an die Eltern ausgezahlt wird, ist einigermaßen paradox. Das wäre dringend reformbedürftig." Vitouch befürwortet eine Grundsicherung für "prüfungsaktive" Studierende innerhalb einer Regelstudiendauer. "Es kann nicht der Sinn der Sache sein, dass die Mehrzahl der Studierenden nebenbei in sehr großem Umfang berufstätig ist, um den Lebensunterhalt finanzieren zu können."

In der Zusammenarbeit mit den Universitätsgremien ist Vitouch eine "reibungsfreiere" Kommunikation, als es sie unter seinem Vorgänger gab, wichtig. Dieser sei letztlich an Kommunikationsproblemen gescheitert. "Ob die Abberufung Mayrs gerechtfertigt war, ist eine juristische Frage. Das wird der Verwaltungsgerichtshof entscheiden." Trotz allem attestiert der neue Rektor seinem Vorgänger, viel für die Klagenfurter Uni geleistet zu haben. (APA, 28.10.2012)

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21 Postings
DrDoppelsprech zeigt sich in seiner ganzen Pracht

wenn er von einer "juristischen Frage" in Bezug auf die Ablsetzung von Mayr redet!

Sie können uns sicher erklären...

... was von der Absetzung zu halten ist. Bitte nichts als die reine Wahrheit, ungeschminkt, unparteiisch, vollinformiert und voll objektiv!

Ja mei ...

... die Pressestelle wird halt (noch) kein gscheites, der Würde und Schwere des Amtes angemessenes Foto verfügbar gehabt haben. Oder grad das eine ist in den Medien "hängen geblieben". Pech für Vitouch, dass er noch nicht schlohweiss ist. Toll zu sehen jedenfalls, wie hingebungsvoll nach dem Äusseren beurteilt wird, bzw nach Fotos des Äusseren. Bei Wissenschaftlern/Rektoren echt das allerwichtigste.

Man kann bei unrasierten Männern schließen,

dass sie nicht in der Lage sind, ihr Leben im Griff zu haben.
Also warum soll er dann als Rektor eine Uni im Griff haben können.

Also das Foto von Oliver Vitouch,.....

......ist ja für einen ernst zu nehmenden Wissenschafter mehr als gewöhnungsbedürftig. Obwohl er eigentlich nicht viel dafür kann. Das Ego hat er wohl vom Papa erworben. Peter Vitouch war auch ein sehr guter Psychologe, jedoch sehr dem Narzissmus und dem Spiegel verfallen. Eigentlich fehlt jetzt nur noch der kunstvoll gewichste Oberlippenbart vom Vater.

Ja mei...

... die Pressestelle wird halt (noch) kein gscheites, der Würde und Schwere des Amtes angemessenes Foto verfügbar gehabt haben. Oder grad dieses wird zuletzt in den Medien "hängen geblieben" sein. Pech für Vitouch, dass er nicht schlohweiss ist. Toll zu sehen jedenfalls, wie hingebungsvoll nach dem Äusseren beurteilt wird, bzw nach Fotos des Äusseren. Bei einem Wissenschaftler/Rektor echt das allerwichtigste.

Womit auch die relevanten Fragen zu seiner Karriere beantwortet wären.

Wasser versus Wein, Ein Psychologe empfiehlt Technik

Und wieso haben der Herr Professor nicht selber ein technisches Fach oder Slawistik studiert?
Psychologie war zu seiner Studienzeit auch schon sehr überbelegt.
Wieso meint er den Nachgenerationen das analoge Recht auf das Studium in überbelegten Fächern nehmen zu können? Es obliegt die Berufs- und Studienwahl schon noch der Verantwortung und der Freihet der betroffenen Studenten und Studentinnen.

Auch wenn ich das MINT-Getue auch kritisch sehe:

Auch wenn man keinen (im Nachhinein gesehen) "perfekten" Lebenslauf hat, hat man natürlich das Recht zu kritisieren und eine Meinung zu vertreten - ja, es soll sogar erlaubt sein, dass man über die Jahrzehnte seine Meinung ändert - weil man an Erfahrung reicher wird und sich Bedingungen ändern.

Wenn nur perfekte Menschen ihre Meinung äußern dürften hätten wir ein Problem.

"Es kann nicht der Sinn der Sache sein, dass die Mehrzahl der Studierenden nebenbei in sehr großem Umfang berufstätig ist ...

UNI Klagenfurt - das gallische Linke Dorf im rechten Bundesland bietet halt viele Studien die locker neben dem Job machbar sind.
Viele arbeiten und machen daneben ein Studium um eienn Titel zu haben (Medienonkel Psychotante)...)

Entweder UND oder

"Es kann nicht der Sinn der Sache sein, dass die Mehrzahl der Studierenden nebenbei in sehr großem Umfang berufstätig ist, um den Lebensunterhalt finanzieren zu können." Kann es doch - hauptberuflich tätige Teilzeitstudierende können das. Die Fixierung auf eine bestimmte Altersgruppe - nämlich die der MaturantInnen ist ebenso altertümlich wie die Bildungspolitik der ÖVP. In einem Land mit mäßiger AkademikerInnenquote ist es höchst an der Zeit auch etwas für berufstätige Studierende zu tun. Die können sich wenigstens selbst erhalten. Man soll endlich aufhören, solche Leute durch einseitige Definition über Vollzeitstudium ins Sozialhilfeempfängertum treiben.

Vitouch - ist das der neue Tablet-PC von Nintendo?

ich finde diese fotos

wo sich die leute gekuenstelt ins goderl zwicken immer sehr lächerlich.

das goderlkraulen im rahmen der öffentlichen selbstinszenierung ist in den letzten jahren sehr populär geworden unter psychologen und psychotherapeuten...

Ich auch.

jeeee, sind wir schon zu dritt! mach ma einen klub auf!

"Dass eine Unterstützungsleistung für Studierende an die Eltern ausgezahlt wird, ist einigermaßen paradox."

so seh ich das auch, finde den vorschlag der grundsicherung auch richtig.

Ein Drittmittel-Soldat, wie ihn sich die IV wünscht!

wenigstens a weana und ka preiß!

pest und cholera?

jo i was eh, es tirola hängts eich no stana und huizscheitln am bam...

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