Mahnmal für deportierte Kärntner Slowenen in Klagenfurt eingeweiht

Valentin Oman gestaltete eisernes Triptychon an Bahnhaltestelle Ebenthal - Nazis vertrieben 1942 rund 1.000 Volksgruppenangehörige

Klagenfurt - An der kleinen Bahnhaltestelle Ebenthal im Stadtgebiet von Klagenfurt ist am Samstag ein vom Künstler Valentin Oman gestaltetes Mahnmal eingeweiht worden, das an die Deportation von rund 1.000 Kärntner Slowenen durch die Nationalsozialisten vor über 70 Jahre erinnert. Am 14. April 1942 um 05.00 Uhr Früh begann die von de NS-Behörden als "K-Aktion" bezeichnete Deportation von 227 Kärntner slowenischen Familien. Sie wurden am Bahnhof Ebenthal gesammelt und von dort zur Zwangsarbeit in Lager ins damalige Deutsche Reich gebracht.

"Hier war der Albtraum. Mit der Eisenbahn in die Fremde, in die Sklaverei", sagte Joze Partl, Vorsitzender des Verbandes ausgesiedelter Slowenen. Partl erinnerte daran, dass ein entsprechendes Gedenken an die schrecklichen Ereignisse von damals in Kärnten jahrzehntelang nicht möglich gewesen war. Noch 1996 sei ein sichtbares Denkmal - "als Erinnerung an die Vergangenheit und als Mahnung in der Zukunft" - verhindert worden. "Seit unserer Deportation mussten 70 Jahre vergehen, ehe in den Kärntner Köpfen eine Veränderung eintrat", sagte Partl. Als wesentliche Faktoren dieser Veränderung nannte er etwa die Konsensgruppe und auch Bachmannpreisträgerin Maja Haderlap mit ihrem Roman "Engel des Vergessens".

Valentin Oman gestaltete eine eiserne Stele, deren rostiges Äußeres den Verfall aller Dinge, Sprachverlust und Gewalttätigkeit widerspiegelt. "Es soll an die Tatsache erinnern, dass wir zu Sklaven wurden. Für niedrigste Arbeiten bestimmt, mussten wir uns Appelle anhören, in denen gesagt wurde, man warte nur auf den Befehl, uns zu liquidieren", erklärte Partl.

Für Kärntens Kulturlandesrat Wolfgang Waldner (V) war es "nicht nur eine Ehre, sondern eine Pflicht" als offizieller Vertreter des Landes an der Veranstaltung teilzunehmen. "Die Pflicht sich zu Erinnern ist ein schwierige, aber eine sehr wichtige", sagte der ÖVP-Politiker. Das eherne Triptychon von Oman sei "ein Zeichen des Erinnerns - wenn auch ein sehr spätes - an die vertriebenen Kärnten Slowenen", so Waldner. (APA, 27.10.2012)

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