Meningitiswelle: US-Behörde findet Schimmel in Pharmafirma

27. Oktober 2012, 18:49
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Grünlich-gelber Belag auf Sterilisierungsgeräten

Washington - In der Pharmafirma, die im Mittelpunkt der amerikanischen Meningitiswelle steht, ist die US-Gesundheitsbehörde FDA auf Schimmelpilze und Bakterien in unzulässiger Menge gestoßen. Das Unternehmen hatte eine Arznei produziert, deren Verunreinigung zu Meningitis (Hirnhautentzündungen) führte. 25 Menschen starben bisher, weitere 313 erkrankten zum Teil schwer. Der Inspektionsbericht der Food and Drug Administration (FDA) war am Samstag auf der Webseite der Behörde zu lesen.

Etliche Mängel gefunden

Demnach fanden die Inspektoren etliche Mängel bei der Firma in Massachusetts im Nordosten der USA, darunter einen grünlich-gelben Belag auf Sterilisierungsgeräten. Obwohl die Arzneimittelproduktion gleichbleibende Temperaturen und Feuchtigkeitswerte verlangte, wurde die Klimaanlage nachts ausgeschaltet. Das Unternehmen habe Medikamente in großen Mengen hergestellt und sie auch an die Krankenhäuser renommierter Universitäten wie Harvard und Yale sowie die Mayo-Klinik geliefert, ergänzte die "New York Times".

Nähe zu Müllaufarbeitungsanlage kritisiert

Kritisiert wurde nach Angaben der Zeitung weiterhin die unmittelbare Nähe der Pharmafirma zu einer Müllaufarbeitungsanlage, deren Staubwolken bereits mehrfach von Anwohnern beanstandet worden seien. Der Betreiber der Recyclinganlage sei auch an der Führung des Pharmaunternehmens beteiligt.

Zehntausende Menschen in den USA sollen das verunreinigte Medikament bekommen haben. Die Gesundheitsexperten rechnen jedoch damit, dass die Quote der Erkrankungen unter fünf Prozent bleibt. Zumeist wird ein Fall erst nach Wochen erkannt. Mit der Zeit könnten bis zu 1500 Fälle auftreten. Einige dieser Hirnhautentzündungen dürften nach Einschätzung der Experten tödlich enden. (APA, 27.10.2012)

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