Opfer kritisieren Pfarrer-Initiative

  • Helmut Schüller hat Sorgen mit Pädophilen.
    foto: apa/herbert pfarrhofer

    Helmut Schüller hat Sorgen mit Pädophilen.

Missbrauchstäter sind Mitglieder der Kirchen-Rebellen

Wien - Die Pfarrer-Initiative ist mit Vorwürfen der Plattform "Betroffener kirchlicher Gewalt" konfrontiert. Laut dieser sind auch "bekannte Missbrauchstäter" Mitglied der Reformgruppe. Helmut Schüller, Sprecher der Pfarrer-Initiative bestätigte dies, man werde im Vorstand beraten, wie man in den beiden Fällen vorgehen werde.

Unter den Mitgliedern der Pfarrer-Initiative befindet sich etwa ein ehemalige Erzabt. Der hatte sein Amt niedergelegt, nachdem publik geworden war, dass er vor 40 Jahren einen Minderjährigen sexuell missbraucht haben soll. Beim zweiten Mitglied handelt es sich um einen steirischen Priester, dem ebenfalls Missbrauch vorgeworfen wird.

Kritik an Pfarrer-Initiative

Schüller nimmt die Vorwürfe der Plattform durchaus ernst: "Wir müssen uns überlegen, wie wir uns in einem solchen Fall verhalten", meinte er. Dies könne nur beim nächsten Zusammentreffen des 18-köpfigen Vorstands der Pfarrer-Initiative geschehen.

Schüller habe die vielen Verbrechen von Klerikern an Kindern nie thematisiert, kritisiert hingegen die Plattform. "Ob konservativ oder progressiv: Ungeahndeter sexueller Missbrauch ist offensichtlich in sämtlichen Flügeln der katholischen Kirche allgegenwärtig", so Sprecher Sepp Rothwangl.

Pater dienstfrei gestellt

Angesichts eines neuen Verdachtsfalles ist dieser Vorwurf wohl ungerecht. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen Missbrauchsverdachts gegen einen Pfarrer im Bezirk Baden. Der Geistliche, ein Pater des Benediktinerstiftes Melk, bestreite den Vorwurf entschieden, berichtete die Erzdiözese Wien. Der Beschuldigte wurde am Donnerstag dienstfrei gestellt.

Die Eltern eines Jugendlichen hätten dem Stift vor wenigen Tagen einen "schweren Missbrauchsvorwurf" mitgeteilt und bei der Staatsanwaltschaft angezeigt, so die Erzdiözese.

Nach der polizeilichen Vernehmung sei der Pater bis zur Klärung des Vorwurfs dienstfrei gestellt. Es handle sich dabei um eine "routinemäßige Vorsichtsmaßnahme" und "nicht als Indiz für eine Schuld", so die Diözese. (APA)

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