Auf der Jagd nach Profil

Günter Traxler
26. Oktober 2012, 18:37

Zwei Fälle von brutalem Schlagabtausch beherrschten diese Woche die Medien. In beiden Fällen lauerten die Kontrahenten auf die große Chance

Zwei Fälle von brutalem Schlagabtausch beherrschten diese Woche die Medien. In beiden Fällen lauerten die Kontrahenten auf die große Chance. In einem Fall handelte es sich, wie die Fellner-Post wusste, um "die Story, über die ganz Österreich spricht, die niemanden kalt lässt und mittlerweile auch in Deutschland für mediale Erregung sorgt". Im andern Fall drang die "mediale Erregung" über die Staatsgrenzen nicht hinaus, es spricht auch nicht "ganz Österreich" darüber, was daran liegt, dass Unterhaltung, wie sie die Politik zu bieten hat, immer mehr Menschen "kalt lässt", die ihr Leben längst an der ORF-Unterhaltung ausrichten. Die ÖVP kann also von Glück reden, dass der Kampf Spindelegger vs. Fekter in der nationalen Erhitzung über den Fall Sido vs. Heinzl relativ wenig Platz in den Zeitungen beanspruchte.

Nach der vorläufigen Beruhigung in beiden Fällen sollte man aber die Härte, die in der politischen Arena waltete, nicht unterschätzen, weil Schläge und Spucke nur verbal eingesetzt wurden. Transparenz wird in der Politik eben zwar oft gefordert, doch nur selten praktiziert. Da fehlt es entweder an Augenzeugen, oder sie wollen nicht reden. Im Atrium des ORF geht es anders zu. Da trugen zwei Unterhaltungskünstler ihren Hahnenkampf offen aus, und nachdem genug gespuckt und hingelangt worden war, ging man in sich. "Ich bin zu weit gegangen und hätte das Problem mit Herrn Heinzl anders lösen müssen", bereute der eine im "Kurier", und "das Problem" schloss sich an: "Mir ist das Ganze sehr unangenehm, ich wünschte, es wäre nicht passiert." Und es gibt Konsequenzen! "ORF-Fernsehdirektorin Kathrin Zechner reagierte prompt und schmiss ihn", den übereifrigen Problemlöser, "aus der Show".

Vielleicht wollte Michael Spindelegger sein Problem mit der Finanzministerin ja auch anders lösen, als er es Mittwoch wieder einmal versuchte. "Zur Schärfung seines Profils" habe er Maria Fekters Amt begehrt, erinnerte die "Kleine Zeitung" an ein sommerliches Gerücht. "Spindelegger wies dies stets zurück", um aus gegebenem Anlass enttarnt zu werden: Es habe sehr wohl ein diesbezügliches Gespräch mit ihm gegeben, und "als 'loyale Teamspielerin'", als die sie ihren Parteiobmann hiemit opferte, "wäre sie bereit gewesen, das Amt zu opfern".

Gemeint war natürlich, sich zu opfern. Aber ein solches Opfer schien ihr dann doch zu groß, um es ihrem Obmann darzubringen und sich "aus der Show" werfen zu lassen. "Sie habe Spindelegger von der Problematik des Ansinnens überzeugen können", indem sie ihm die ersehnte "Schärfung seines Profils" als Überforderung seiner Fähigkeiten darstellte: Er "müsse, beschwert mit dem Amt des Finanzministers, gegenüber den Ländern viel konfrontativer auftreten und zudem in Brüssel bei heiklen Entscheidungen am Tisch sitzen". Im Klartext: Er möge sich brausen.

Ob Spindelegger unter der Wucht dieser Argumente auf die "Schärfung seines Profils" gern verzichtete oder nach der Abfuhr durch die kantige Amtsinhaberin wenigstens sein ungeschärftes Profil retten wollte, muss ungeklärt bleiben, solange er ein solches Gespräch mit ihr bestreitet. Ein kleiner Stachel könnte zurückgeblieben sein. Denn als sie ihm mit der Ankündigung einer Lohnsteuerreform noch vor der Nationalratswahl just vor seinem großen Profilierungsanlauf unter dem Motto "Wirtschaft - Wohlstand - Werte" in Erinnerung rufen wollte, wer der einzige Mann in der ÖVP ist, fiel ihm sein alter Wunsch nach "Schärfung des Profils" wieder ein. "Ich habe Fekter nicht zurückgepfiffen, wird sind inhaltlich genau auf der gleichen Seite" durfte ihn der "Kurier" zitieren, eine Formulierung, die in der heimischen Politik offenbart, dass man eben nicht "auf der gleichen Seite" ist.

Beeindruckt von diesem Profil räumte Fekter laut "Salzburger Nachrichten" ein, was ihr schwerfällt: "Man muss den Ball auch abgeben können. Wenn man versucht, alle zu überdribbeln, dann gibt es entweder ein Foul vom Gegner oder Schelte, dass man den Ball nicht rechtzeitig abgegeben hat." So viel weibliche Sanftheit dankte er, indem er sich vor Publikum im Elin-Werk als Fekter-Fan profilierte. "Du hast ein unglaubliches Gemüt, eine unglaublich stürmische Art, ich liebe das", beschrieb die "Kleine Zeitung" sein Outing. "Ein unglaubliches Talent" sei sie, "ein 'offener, quirliger Part' in der Regierung. Und dann fiel auch noch die letzte Barriere: "Da passt kein Löschblatt zwischen uns."

Wenn sie ihm jetzt nicht bald die Finance überlässt ...(Günter Traxler, DER STANDARD, 27./28.10.2012) 

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von Los-Sinn und Sinn-los!

Entbehrliche werden nicht vermisst. Der öffentlich-rechtliche Auftrag scheint ohne die beiden Egomanen leichter zu erfüllen sein.
DH und S werden ihre Marken hohler Luft mit selbiger auch zukünftig zu füllen wissen.
In der Ruhe liegt die Kraft!

Das Fernbleiben beider wäre kein Verlust für Österreichs Kulturlandschaft.

der sido ist ein weichei. wie hat er den in seinem "ghetto" überlebt? spielt auf hart und schafft es nicht mal den heinzel eine richtige zu geben. das war ein mädchenschlag. damit kann er nichtmal einen 6 jährigen zu fall bringen, tut aber so als ob er schläger wäre. also ich hab halb so schwere besoffene gesehen die einen besseren schlag draufgehabt haben. oder war das alles nur pr? als starker mann oder guter schläger hat er sich ja selbst diqualiziert. haut hin wie eine klosterschülerin. sollte mal ein wenig kampfunterricht nehmen. kein wunder, dass der bodyguards hat, der kann sich nicht mal gegen ein 12 jähriges mädchen wehrern.
aber einen auf dicke hose machen.

...Ghettos gabs in Deutschland wirklich einmal das ist aber zum Glück schon lange vor Sidos Geburt vorbei gewesen.....

Berufsjugendliche gehören bei uns ns Parlament und nicht ins Fernsehen.

Im Fernsehen geben sie ein schlechtes Beispiel ab.

der sido ist mir wurscht und der heinzl sowieso,

mit frau fekter befeindet zu sein ist sicher weniger spektakulär dafür vermutlich nachhaltig unangenehmer.

Sie ist ein politisches Schwergewicht in einer 20%-Partei.

Die schwergewichtigen Talente kommen und gehen. Es braucht schon seine Zeit, aber letztlich ist nichts von Dauer.

In der ÖVP ist nur mehr der Tod nachhaltig.

ich kann ja beide nicht leiden, aber seitdem dieser Sido dem Heinzl eine gezunden hat mag ich ihn (Sido) und Heinzl sollte ein paar Schauspielstunden nehmen damit bei der nächsten Watschen das "Umfallen" nicht gar so arg gestellt ausschaut

Gewalt ist also die Lösung?

Manchmal...

konkret gehts um eine ohrfeige

und eine ohrfeige und ein dummschwätzer - das passt schon zusammen.

Nur weil Sie die Person nicht mögen, ist die Handlung
"ohrfeige" ok?

Falsche Schlussfolgerung, denn die Antipathie zu jenem Menschen wurde gar nicht als Grund für die Ohrfeige genannt.

Aber vielleicht mal eine kleine philosophische Frage am Rande:
Würde jeder (!) Mensch OHNE GEWALT auskommen? Gibt es Situationen, in denen es Gewalt braucht? Wenn ja, in welchen? Und was ist die Begründung dafür?

Die Antipathie wurde im Artikel nicht erwähnt, der Poster auf den ich antwortet jedoch schon!

Ihre Fragen sind tatsächlich "rein" philosophisch und können eben nur mit dem persönlichen Glauben beantwortet werden. Jenachdem wem der Mensch dient. Wie stehen Sie dazu? Können Sie die von Ihnen gestellten Fragen beantworten?

abgedroschene Phrase

Manche betteln wirklich täglich an dem Watschenbaum und dann fällt mal halt eine Frucht runter!

Was ist abgedroschen und wer beurteilt wann jemand danach bettelt?

Ich glaube, wir zwei sollten es hier abkürzen:

Ich bin auch nicht für Gewalt. Aber ich meine, dass ein amtlich erklärter Ungustl, wie Heinzl, der es wirklich Jahrelang übertreibt, einfach mal eine auf die Nase bekommen soll. Sido hat es eh leid getan und es soll Heinzl aufgezeigt werden, dass es ab und an einen geben wird, der ihm eine haut.

es beurteilt der, der zuhaut!

ah, und wenn das Beurteilungsvermögen des "Zuhauenden" falsch ist?

und wer beurteilt, dass das Beurteilungsvermögen des "Zuhauenden" falsch ist?

Was ist mit meiner Frage?

zwischen dem Holocaust und einer Halb-Watche ist dann doch noch ein unterschied :)

gerade der Jugoslawische Bürgerkrieg sollte der Menschheit ja in gewissen Dingen eine Lehre gewesen sein
zB
1.) stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin, tja die "andern" kommen und sie bringen dich um
2.) einen Völkermord kann man wohl nur mit Gewalt stoppen, denn der ausführenden Partei ist es egal von der UN ausgeschimpft zu werden
3.) gehts hier um eine Halbe-Ohrfeige und nicht um ein halb-totgeprügelt werden

Es geht hier nicht um den Holocaust

Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin, tja die "anderen" kommen......

Das ist aber nicht die Kernaussage des Zitates.
Weiteres wenn man eine Ohrfeige als ok rechtfertigt, nur weil man die Person nicht "mag" ist der Völermord nicht mehr weit weg.

genau! so wirds sein ;)

wer provoziert, gewarnt wird und trotzdem weitermacht, trägt wohl Mitschuld

bin gespannt wie das ausgeht vor Gericht :D

Bitte wie wollns denn sonst an Krieg veranstalten?

Lösung is sie ja nie, dennoch trägt sie, wo angewendet, immer in irgend einer Form zur Lösung bei. Immer.

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