Vorarlberg: Keine Plätze für Asylwerber in den Kasernen

26. Oktober 2012, 18:22
posten

In den nächsten Wochen nimmt Vorarlberg 80 Flüchtlinge auf. Bislang gibt es für diese aber kein Quartier

Bregenz - Vorarlberg, das seine Flüchtlingsquote längst nicht erfüllt hat, wird in den nächsten Wochen 80 weitere Flüchtlinge aufnehmen. Wo diese Menschen untergebracht werden, steht noch nicht fest. Die Caritas sucht noch nach Quartieren. Den Engpass an Unterkünften habe der Bund mitverursacht, sagt Sicherheitslandesrat Erich Schwärzler (VP): "Der Bund hat ja gegen unseren Willen die Galina-Kaserne verkauft." Die leerstehende Kaserne in Nenzing (Bezirk Bludenz) war über Jahre Flüchtlingsquartier.

Kaserne Bregenz als Quartier "undenkbar"

"Undenkbar" ist für Schwärzler dagegen, dass künftig Flüchtlinge in der Kaserne Bregenz untergebracht werden, "die Kaserne steht ja nicht leer". Gerüchte, dass der Bund den Komplex aus drei Gebäuden in attraktiver Seelage mit weitläufigem Hof- und Sportanlage verkaufen will, kennt Schwärzler nicht. Es treffe auch nicht zu, dass die Gebäude zum Teil leer stünden. Denn obwohl seit Jahren in Bregenz kein Kasernenbetrieb mehr besteht, seien die Gebäude noch immer gut ausgelastet. Schwärzler: "Dort ist ja die Blasmusik und das Militärkommando."

Fehlende Infrastruktur

50 Musikanten und die 150 Mann starke Verwaltung haben in den Häusern am See ihre Arbeitsplätze, sagt Pressesprecher Michael Kerschat. Da in Bregenz nur "Heimschläfer" untergebracht sind, fehle die Infrastruktur für Flüchtlinge. Kerschat: "Hier gibt's nur Büros und drei Wohnungen, die vermietet sind." Umnutzungs- oder Verkaufspläne des Bundes seien in Bregenz nicht bekannt.

Eine Anfrage des STANDARD beim Verteidigungsministerium blieb unbeantwortet. (jub, DER STANDARD, 27.10.2012)

Share if you care.